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Paul Röschs Coronabuch

Nina Ullrich (Design), Paul Rösch, Giacomo Migliorini (Studio F, Siebdruck, serigrafia)

Die Covid-19-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Was wir aus diesem Umbruch an Positivem mitnehmen können, hat Merans Bürgermeister Paul Rösch Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Lebensbereiche gefragt und ihre Antworten in einem Buch gesammelt, das ab sofort kostenlos zu haben ist.

Bildung und Gesundheit, Wirtschaft und Arbeit, Spiritualität und Kultur, Mobilität und Zusammenleben: Es gibt keinen Lebensbereich, den Pandemie und Lockdown verschont hätten. Was bis dahin selbstverständlich erschien, wurde in Frage gestellt, der Alltag musste neu gedacht werden. „Solche Zeiten des Umbruchs blasen den Staub aus stillgelegten Gehirnwindungen, sie befeuern unsere Kreativität, unseren Ideenreichtum, unseren Innovationsgeist“, betonte Rösch heute bei der Vorstellung des Buches mit dem Titel „What now? Thoughts beyond Corona“.

Impulse, um wieder auf die Beine zu kommen

Das Buch befasst sich demnach mit den positiven Seiten der Krise – „nicht, um die Pandemie und deren Folgen schön- oder kleinzureden, sondern als Versuch, in all der Tragik auch etwas zu finden, was uns hilft, als Gesellschaft wieder auf die Beine zu kommen“, so der Bürgermeister. Im Mittelpunkt aller Beiträge im Buch steht damit die Frage, was es aus der Krise in die Zukunft mitzunehmen gelte. „Und weil das eine Frage ist, die mich heillos überfordert, habe ich sie an Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Lebensbereiche, weitergereicht“, so Rösch.

Herausgekommen sei ein Buch, das „so viele gute Ideen, so viele Impulse für eine Zukunft nach der Krise enthält, dass es eigentlich platzen müsste“, erklärte der Bürgermeister, der heute nur zwei grundlegende Erkenntnisse anbrachte. „Ich habe gelernt, dass es die wieder- oder vielleicht auch neuentdeckte Solidarität war, die den allermeisten Autorinnen und Autoren am meisten imponiert hat“, so Rösch. Es gebe ein weit verbreitetes Bedürfnis nach dem Guten, Schönen, Gerechten und Respektvollen. „Das Einende scheint trotz aller Schreier nach wie vor viel tiefer in der Gesellschaft verankert zu sein, als das Trennende“, erklärte der Bürgermeister.

„Die Welt dreht sich für uns alle zu schnell“

Die zweite Lehre, die er nach der Lektüre aller Beiträge und auch aus der eigenen Erfahrung ziehe, sei, dass „sich unsere Welt für uns alle viel zu schnell dreht“, so Rösch. „Nur weil wir in diesem Hamsterrad gefangen scheinen, versuchen wir, mit diesem mörderischen Tempo mitzuhalten.“ Auch dies habe sich in der erzwungenen Entschleunigung gezeigt, woraus der Bürgermeister schließt: „Der Wunsch nach einer Gesellschaft, die sich ruhiger entwickelt, nachhaltiger, tiefschürfender, scheint in uns allen verankert zu sein. Und das Tempo unserer Zeit scheint uns über kurz oder lang zu überfordern.“

Buch ist kostenlos zu beziehen

Das in Eigenregie und auf private Initiative von Paul Rösch entstandene Buch ist ab sofort kostenlos erhältlich. Es wird an unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Stellen in Meran ausliegen, wer Interesse hat, kann es dort mitnehmen. „Mir hat die Arbeit an diesem Buch Riesenspaß gemacht“, so der Bürgermeister heute, „und sie hat mir wieder einmal gezeigt, was für Potential wir in dieser Stadt haben.“ In Meran gebe es genügend tiefsinnige, gute, denkende Menschen, so Rösch: „Genau das also, was wir für eine gute Zukunft brauchen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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