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„Aussichten sind düster“

Josef Goller, Rudi Domanegg, Hansjörg Thaler, LR Philipp Achammer, Manuela Defant, Martin Haller, Walter Pöhl und Zoia Reiterer

Die Südtiroler Mietwagenunternehmer schlagen Alarm: „Unsere Betriebe stehen seit Monaten still und deswegen stehen viele Unternehmen vor dem Aus.“

Sie stehen immer noch still und die Aussichten sind düster. Südtirols Mietwagensektor zählt wohl zu den am schwersten getroffen Sektoren aufgrund von Covid-19. „Viele Unternehmen befinden sich vor dem Aus. Unsere Betriebe stehen seit Monaten still und wir haben so gut wie keine Möglichkeiten, unsere Umsatzeinbußen aufzuholen oder neue Arbeitschancen zu finden. An die Gefahr, dass es im Herbst oder Winter gar eine zweite Infektionswelle geben könnte, wage ich gar nicht zu denken“, beklagt der Obmann der Mietwagenunternehmer im lvh Hansjörg Thaler.

Gemeinsam mit einigen Berufsbeiratsmitgliedern sowie lvh-Präsident Martin Haller und lvh-Vizedirektor Walter Pöhl suchte er gestern erneut Landesrat Philipp Achammer auf. Im Rahmen des Gesprächs wurde nochmals die prekäre Lage der Mietwagenunternehmer aufgezeigt. Auch lvh-Chef Haller zeigte sich besorgt: „Wenn wir nicht bald eine Auffangmöglichkeit für die rund 500 Betriebe finden, sehe ich schwarz. Der Mietwagensektor übernimmt wichtige lokale Dienstleistungen in der peripheren Nahversorgung wie zum Beispiel die Schülertransporte. Gleichzeitig ist der Sektor auch stark an den Tourismus gekoppelt, der ebenso große Einbußen durch die Corona-Krise erfahren musste.“

Wirtschaftslandesrat Achammer zeigte sich zuversichtlich und versicherte, dass sich die lokale Politik für diese Unternehmen einsetzen werde. Angedacht sind weitere Unterstützungsmaßnahmen, welche das Überleben der Mietwagenunternehmen retten sollen. Die lvh-Vertreter sprachen sich erneut für eine komplette GIS-Befreiung sowie die Notwendigkeit der Nachzahlung der ausgefallenen Schüler- und Sondertransporte aus. Auch der öffentliche Ersatzverkehr könnte durch den Einsatz der Mietwagenunternehmen potenziert werden. In den nächsten Tagen sollen weitere Besprechungen folgen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • yannis

    wenigstens gibt man diesmal nicht Österreichs Kanzler die Schuld, wenn das Südtiroler „Monowirtschaftssystem“ Tourismus zusammen schrumpft wie der Schaum aufn alten Bier.

  • summer

    Naja, nicht nur diese Unternehmen stehen still und riskieren den Konkurs.
    Aber wer lauter schreit, kriegt halt mehr. Oder sind die Südtiroler und Italienischen Betriebsverlustbeiträge im Vergleich zu D, das jetzt auch von Juni bis August Ausfallprämien zahlt, ohne dass diese zurückgezahlt werden müssen, entsprechend?
    Nach den 15.000€ Sofortbeitrag, bekommen sie jetzt noch mal 9.000€ dazu, um deren Pleiten zu verhindern (kleine Betriebe von 1 bis 5 Mitarbeitern). Und was gibt’s in Südtirol, wo jetzt Conte zusätzliches Geld für Südtirol versprochen hat?
    Vielleicht ein paar Sonderrettungen von Betrieben, die vielleicht einen guten Draht zur SVP haben?
    Wirklich zum Schämen, denn liebe Mitwagenunternehmen, eure Lage ist sehr gut zu verstehen, aber wie sieht es z.B. mit Messebauern aus, wenn alle Messen seit März abgesagt sind und jetzt sicherlich bis September keine Messen sind und danach in der Schwebe ist, ob es überhaupt Messen im Herbst gibt?
    Nur diese Unternehmer schreien weniger und haben vielleicht keinen guten Draht oder direkte Lobby zur Partei?
    Ich schäme mich un-heimlich für solche Vabanquespiele.

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