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Svens Mails

Der STF-Abgeordnete Sven Knoll hat dem Sanitätsbetrieb im April drei (österreichische) Angebote für Schutzmasken und zwei für Corona-Tests weitergeleitet. Die Hintergründe.

Von Matthias Kofler

Sven Knoll, Initiator des Landtags-Untersuchungsausschusses zur Schutzmasken-Affäre, hat dem Sanitätsbetrieb im April mehrere Angebote für Schutzmasken und Corona-Tests weitergeleitet. Dies erfuhr die TAGESZEITUNG direkt aus dem Sanitätsbetrieb.

Hintergrund sind die Aussagen des Team-K-Chefs Paul Köllensperger, der erklärte, dass neben ihm noch „sehr viele andere Landtagsabgeordnete dem Südtiroler Sanitätsbetrieb einen Kontakt für mögliche Lieferungen von Schutzausrüstung mitgeteilt“ hätten. Allerdings, so betont Sven Knoll auf Nachfrage, habe er lediglich einige Mails weitergeleitet und (anders als Köllensperger) in der Folge nicht bei Politik und Verwaltung dahingehend insistiert, dass diese die Angebote auch annehmen.

In Knolls Fall geht es um drei Angebote für Schutzausrüstung sowie um zwei weitere Angebote für Testungen, die allesamt von österreichischen Firmen stammen. Die Kontakte kamen alle über persönliche Bekanntschaften zustande. So ist beispielsweise ein Bekannter von einem Bekannten des Landtagsabgeordneten in einem Unternehmen tätig, das Schutzmasken an österreichische Supermärkte liefert. „Ich habe die Angebote an den Landeshauptmann und an Sanitätslandesrat Thomas Widmann weitergeleitet“, berichtet der STF-Politiker. Da er die Firmen nicht kenne und kein Spezialist in Maskenfragen sei, habe er es dabei belassen und nicht weiter nachgefragt.

Diese Aussage deckt sich mit den Schilderungen des Sanitätsbetriebs. Demnach nahm Knoll am 19. April per Mail Kontakt mit LH Arno Kompatscher und dem Sanitätsbetrieb auf. Inhalt des Schreibens war ein Angebot des österreichischen Unternehmens „Scriverus – Galveston“ mit FFP2-, FFP3- und chirurgischen Masken. Der Sanitätsbetrieb bedankte sich am 22. April formell bei Knoll. Am 24. April teilten Florian Zerzer und Co. dem österreichischen Unternehmen mit, dass man das Angebot nicht annehmen könne. Grund dafür war zum einen der hohe Preis (5,51 Euro pro FFP2/FFP3-Maske). Weiters waren die ausgehändigten Unterlagen teils nicht lesbar und die Kategorien falsch zugeordnet. Dies teilte Widmann anschließend auch dem Abgeordneten mit.

Knoll betont, dass es fahrlässig gewesen wäre, wenn er angesichts des damaligen Mangels an Schutzmasken die Angebote nicht weitergeleitet hätte. Der Abgeordnete vermutet, dass sich die Firmen an ihn und nicht direkt an den Sanitätsbetrieb gewandt hätten, weil sie sich über die politische Schiene größere Chancen ausrechneten als über dem Verwaltungsapparat.

Der Sanitätsbetrieb hat übrigens eines der von Knoll weitergeleiteten Angebote auch tatsächlich in Anspruch genommen: Das Pathologie-Labor Dr. Obrist in Zams unterstützte das Land bei den Corona-Tests.

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