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Neuer Dekan

Claus Pahl

Prof. Claus Pahl wurde zum neuen Dekan der Fakultät für Informatik gewählt. Dekan Paul Videsott wurde wiederbestätigt. 

Zwei Fakultäten, eine Mission: die Lehre für Studierende weiterhin attraktiv zu gestalten, in der Post-Covid-Ära neu zu strukturieren und auf exzellente Forschung zu setzen.

Der 55-jährige Professor für Softwareentwicklung Claus Pahl wurde vom Fakultätsrat für Informatik an die Spitze der Fakultät gewählt. Er folgt auf Prof. Francesco Ricci, der die Fakultät in den vergangenen sechs Jahren geleitet hat. Auf Prof. Pahl wartet die Herausforderung, seine Fachbereiche in die neu entstehende Fakultät für Ingenieurswissenschaften zu integrieren, die mit der Fakultät für Informatik zusammengeführt wird. „Dabei möchten wir als Informatiker unserem Kompetenzbereich in dieser neuen Fakultät entsprechende Sichtbarkeit einräumen, denn an Themen wie ‚Künstliche Intelligenz‘ oder ‚Sicherheit im Netz‘ führt heute kein Weg mehr vorbei.“

Pahl selbst kam nach Stationen an Universitäten in Deutschland, Dänemark und Irland nach Bozen und lehrt seit 2016 an der Fakultät für Informatik im Fachbereich Softwareentwicklung: „Für uns gilt wie in kaum einem anderen Bereich, dass die rasante Entwicklung in der Informatik fast alle zwei Jahre neue Themen nach oben spült, die wir als Professoren rezipieren und für unsere Studierenden aufbereiten müssen. In Bozen haben die Studierenden den Vorteil, dass sie in kleinen Gruppen organisiert sind und stets in direktem Kontakt zu ihren Professor*innen stehen; wir als Fakultät können agil neue Ideen umsetzen.“ Die Fakultät für Informatik ist stark forschungsorientiert mit europaweitem Funding. „Ich möchte künftig die Doktorandenprogramme weiter ausbauen. Bereits jetzt sind die Hälfte der Doktorandenstellen kofinanziert durch Forschungsverbünde wie die Stiftung Bruno Kessler oder durch Kooperationen mit der Industrie wie beispielsweise der Südtiroler Informatik AG oder dem Unternehmensverbund Covision Lab. Unser Hauptaugenmerk in den kommenden Jahren liegt sicher darauf, unser Forschungsprofil verstärkt in die Industrie hineinzutragen.“

Dies war auch stets ein Anliegen für Prof. Francesco Ricci, der der Fakultät für Informatik in den vergangenen sechs Jahren als Dekan vorstand und sich laut Statut nicht mehr für das Amt bewerben durfte. Die Forschung ist der Punkt, auf den Ricci während der vergangenen Jahre hohen Wert legte, und für die er die Forschungsbereiche um Themen wie „Computer Vision“, „Maschine-Mensch-Interaktion“ und um „Wirtschaftsinformatik“ erweiterte.

„Ich wollte stets internationale Professoren berufen, was mir mit Herkunftsländern China, Chile, UK, Irland, Brasilien, Österreich und Deutschland auch gelungen ist. Die hohe Internationalität und die starke Forschungsleistung haben dazu beigetragen, dass wir in den Rankings als Fakultät seit Jahren hervorragend abschneiden. Mit einer konsequenten Neuausrichtung unserer Studiengänge – dabei seien besonders der neue Maser in Computational Data Science und der mit Wirtschaftswissenschaften gemeinsam konzipierte Bachelor in Wirtschaftsinformatik genannt – konnten wir die Studierendenzahl maßgeblich steigern. Zudem ist es uns gelungen, allein im Jahr 2019 2,1 Millionen Euro an Forschungsgeldern und zahlreiche Doktorandenstipendien extern einzuwerben, was uns sehr attraktiv für aufstrebende Forscher macht“, resümiert Ricci erfreut die vergangenen Jahre.

Paul Videsott

Den Blick zurück und nach vorn wirft der wiederbestätigte Dekan Paul Videsott, Professor für Romanistik an der Fakultät für Bildungswissenschaften. Er unterbreitete dem Fakultätsrat seine Pläne zu Lehre, Forschung und Third Mission für die nächsten drei Jahre und fügte dem auch Wünsche struktureller Natur hinzu, „denn wir arbeiten weiterhin an einem Ausbau des Campus in Brixen mit dem längerfristigen Ziel, unsere Fakultät in eine große Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften umzugestalten. Eine ausgezeichnete Lehrerausbildung für jede Schulstufe bleibt aber Dreh- und Angelpunt aller unserer Bemühungen“, sagt der aus dem Gadertal stammende Paul Videsott. Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass die Herausforderungen der Didaktik in der Entwicklung der Unterrichtsmethoden zu immer moderneren, wirksameren und inklusiveren Methoden führen, also von E-Learning hin zu Blended Learning, und da kann die Fakultät auf nationaler und internationaler Ebene ihre Expertise einbringen. Ein wichtiges Anliegen sei zudem weiterhin die Vernetzung – sei es mit der Bevölkerung, etwa über das etablierte Studium-Generale-Angebot, sei es durch regelmäßige und enge Kontakte mit den Stakeholdern, Kindergärten und Schulen aller drei Sprachgruppen sowie die Sozialen Dienste, sei es schließlich mit den Partnerinstitutionen der Euregio, wobei sich insbesondere mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen sehr interessante Kooperationsmöglichkeiten anbahnen“, so der Dekan der zahlenmäßig stärksten Fakultät innerhalb der Freien Universität Bozen.

Bei der Wahl seiner Prodekane setzt der 48-jährige Paul Videsott auf Kontinuität: die Professorin für quantitative Sozialforschung Giulia Cavrini wird weiterhin als Prodekanin für Forschung fungieren, während Michael Gaidoschik, Professor für Didaktik der Mathematik, als Prodekan für Didaktik bestätigt wird. Prof. Videsott selbst leitet an der Fakultät die ladinische Abteilung der Bildungswissenschaften für den Primarbereich; 2018 hat er den Südtiroler Wissenschaftspreis erhalten.

In der heutigen Sitzung hat der Universitätsrat die Wahl von insgesamt drei neuen Dekanen durch die Fakultätsräte bestätigt: neben Prof. Videsott und Prof. Pahl auch Prof. Gobbetti an der Spitze der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik. Alle drei Professoren werden das Dekanat ihrer Fakultäten mit 1. Oktober 2020 operativ übernehmen.

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