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Taxifahrer als Schlepper

Ein 44-jähriger Türke, der an der Mautstelle Sterzing mit vier illegalen Einwanderern erwischt wurde, erhält acht Monate Haft auf Bewährung. Sein 30.000 Euro teures Auto wird eingezogen.

Von Thomas Vikoler

Die Passagiere des PKW erklärten am vergangenen Wochenende gegenüber den Beamten der Staatspolizei an der Mautstelle Sterzing, sie wollten für einige Tage nach Rom reisen. Doch die Polizisten stellten bald darauf fest, dass sie andere Absichten verfolgten. Nämlich illegal nach Italien zu gelangen.

Im Auto eines 44-jährigen Mannes türkischer Nationalität, der seit vielen Jahren in Deutschland wohnhaft ist. Und sich offenbar nebenbei als Schlepper betätigt.

Denn seine vier Mitfahrer – drei aus Burma, einer aus Bangladesch – hatten keine gültigen Papiere bei sich. Im Kofferraum befanden sich mehrere größere Gepäckstücke.  In strafrechtlicher Hinsicht, so fanden die Polizisten, eine rechtswidrige Einreise. Was die Position, das Lenkers des PKW betrifft, Beihilfe zur illegalen Einwanderung nach Italien.

Der 44-Jährige Türke wurde deshalb umgehend von der Polizei festgenommen und ins Bozner Gefängnis gebracht.

Dieses konnte der Mann wieder verlassen.

Er hatte nach der Haftprüfung durch den Voruntersuchungsrichter (sie wurde bestätigt) einen gerichtlichen Vergleich abgeschlossen. Die Strafe: 50.000 Euro Geldstrafe und acht Monate Haft. Beides auf Bewährung. Die Geldstrafe ist allein zu zahlen, wenn der Betroffene in Italien ein weiteres Mal straffällig würde. Er dürfte deshalb in Zukunft eher vermeiden, in das Land einzureisen.

Schmerzlicher für den 44-Jährigen ist die Nebenstrafe: Sein Fahrzeug im Wert von 30.000 Euro wird eingezogen und geht, sobald das am Montag ergangene Urteil in Rechtskraft erwächst, in das Eigentum des italienischen Staates über. Dies gilt auch für die 1.700 Euro Bargeld, welche die Polizei im Wagen des Mannes sicherstellte. Versteckt unter einer Fußmatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um das Entgelt für die Fahrt über den Brenner handelte.

Der am Montag aus der Haft entlassene Mann arbeitet nämlich im Hauptberuf als Taxifahrer in der bayrischen Stadt Fürstenfeldbruck. Bei dem beschlagnahmten Fahrzeug handelt es sich allerdings um sein Privatfahrzeug.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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