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Gualtirolo live

Foto: rhd

Es war das dritte von insgesamt vier Konzerten, das der Bozner Bobby Gualtirolo letzten Donnerstag, 11. Juni 2020 im „Theater im Hof” gespielt hat. Ein Konzert mit angenehmen Nebenwirkungen.

Das Konzept ist einfach: Da die derzeitigen Bestimmungen für Veranstaltungen nur eine begrenzte Zahl an Publikum zulässt und das „Theater im Hof” noch dazu einen relativ kleinen Saal für Konzerte zur Verfügung hat, wurden kurzerhand vier Konzerttermine hintereinander angesetzt. Der Bozner Rockmusiker Bobby Gualtirolo, der erst 2018 sein Album „Pezzi miei” mit Band eingespielt und veröffentlicht hat, spielte also von Dienstag, 09. bis Freitag, 12. Juni, gleich vier Mal am Stück, vor kleinem, aber aufmerksamem Publikum. Am Donnerstag, 11. Juni 2020, spielte Gualtirolo fast 90 Minuten, darunter neue Stücke wie „Sette miracoli”, einen einzigen, ins Italiensiche „übersetzten” Song von Bob Dylan, aber auch Songs aus seinem Album „Pezzi miei”, darunter die Highlights des Albums wie „La fiera della vanità”, „Per un momento” und „Amore al terzo piano”. Bobby war alleine auf der Bühne, erzählte Geschichten zu den Songs und outete sich als Kinoliebhaber und jener Gruppe von Songschreibern zugehörig, die zuerst den Songtitel haben müssen, um dann erst den Rest zu schreiben.

Stimme und akustische Gitarre haben genügt, um Gualtirolo als ausgezeichneten Songschreiber auszuweisen und, abgesehen von der Handvoll Songs klarer angelsächsischer/amerikanischer Prägung, als wahren Cantautore auszuweisen: Schöne Melodien, schöne Texte, die mehr zu erzählen wussten, als die einzelnen Worte.

Es mag die die Besonderheit sein, nach langer Zeit wieder Livemusik miterleben zu können, und auch die passende Atmosphäre im kleinen Konzertsaal im „Theater im Hof” mag dazu beigetragen haben. Aber es war auch die durch das reduzierte Publikum entstehende Intimität, die zu einer hohen und ständigen Bereitschaft führte, sich mit den Texten, mit der Musik und mit dem Gesagten auseinanderzusetzen. Es gab keinerlei Ablenkung wie sonst, es gab kein Geschwätz und kein Gewusel im Publikum, und das führte dazu, dass die Gedanken den Liedern folgen konnten, wie sonst eigentlich nur, wenn man sich ein Album für sich alleine auflegt.

So sollten Konzerte eigentlich auch sein und das ist auch eine der Erfahrungen, die auch dann noch möglich sein sollte, wenn Corona ein Absatz in der Geschichte sein wird. (rhd)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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