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Die Familien-Offensive

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Nach Jahrzehnten kaum vorhandener Familienpolitik will die italienische Regierung für einen Baby-Boom sorgen – mit Kindergeld bis 18 Jahren, mehr Vaterurlaub und Steuervorteilen. Die Details.

von Heinrich Schwarz

Der „Family Act“, wie ihn die italienische Regierung nennt, soll es richten, damit die Italiener wieder mehr Kinder in die Welt setzen. Die kontinuierlich sinkende Geburtenrate – im Jahr 2018 hatten italienische Frauen im gebärfähigen Alter im Schnitt 1,29 Kinder (in Südtirol 1,71) – hat auch damit zu tun, dass es in Italien eine kaum vorhandene Familienpolitik gibt. Sprich dass die Familien nur wenig Unterstützung, vor allem finanzieller Natur, erfahren. Südtirol ist deutlich fortgeschrittener.

Nun hat die Regierung den „Family Act“, einen Gesetzentwurf zur Einführung neuer Unterstützungsmaßnahmen für Familien verabschiedet. Die TAGESZEITUNG hat die wichtigsten Punkte der Familien-Offensive, die noch die Zustimmung des Parlamentes braucht, zusammengefasst:

Kindergeld

Alle Familien mit einem oder mehreren Kindern sollen ab dem siebten Schwangerschaftsmonat bis zum 18. Geburtstag des Kindes einen monatlichen Beitrag erhalten, der je nach Anzahl der Kinder um einen bestimmten Prozentsatz erhöht wird. Dabei soll es einen fixen Anteil für alle Familien und einen variablen Anteil je nach Einkommens- und Vermögenssituation der Familien sowie Alter der Kinder geben.

Weil es in Südtirol aber bereits das Familiengeld in Höhe von monatlich 200 Euro pro Kind bis zum Eintritt in den Kindergarten gibt, könnte eine Verrechnung der Landes- und Staatsbeiträge anstelle einer Kumulierung erfolgen.

Elternzeit

Der Gesetzentwurf sieht weiters einen obligatorischen Vaterschaftsurlaub von mindestens zehn Tagen (aktuell sind es sieben) in den ersten Monaten nach der Geburt vor. Darüber hinaus soll ein mindestens zweimonatiger Elternurlaub eingeführt werden, der nicht auf das andere Elternteil übertragen werden kann.

Für Elternsprechtage an Schulen sollen Eltern Anrecht auf fünf bezahlte Freistunden im Laufe eines Schuljahres haben.

Bildung

Für Schüler will die Regierung Beiträge für den Ankauf von Schulbüchern einführen. Außerdem sind Gelder für die Finanzierung von Schulausflügen, die Mitgliedschaft bei Sportvereinen sowie für Sprach-, Kunst- und Musikkurse vorgesehen.

Um mehr Jugendlichen ein Universitätsstudium zu ermöglichen, sind Steuerabzüge beim Kauf von Büchern und für die Miete für zu Lasten lebende Universitätsstudenten geplant.

Vereinbarkeit

Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf herzustellen, sieht der Gesetzentwurf Steuervorteile für die Anstellung von Haushaltshilfen, Babysittern und Pflegekräften vor, die von der Einkommenssituation abhängig sind.

Im Falle von Abwesenheit vom Arbeitsplatz wegen Krankheit eines Kindes soll das Einkommen von Arbeitnehmern gesichert werden. Zudem sollen Arbeitgeber Prämien erhalten, wenn sie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Vorrang für Mütter von minderjährigen Kindern ergreifen.

Weiters ist ein finanzieller Bonus für Mütter vorgesehen, die nach der obligatorischen Mutterschaft in die Arbeitswelt zurückkehren. Und weibliche Start-up-Unternehmen sollen besonders unterstützt werden.

Junge Paare

Zur Unterstützung junger Paare sollen Steuervorteile im Hinblick auf die Miete der Erstwohnung eingeführt werden. Die Rede ist dabei von einem Maximalalter beider Partner von 35 Jahren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (7)

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  • itler

    Sagen wirs mal ehrlich: davon provitieren werden vor allem die Ausländer die bereits von unseren Steuern leben…

    • marting.

      damit hast du zu 100% recht
      den Einheimischen wird das Leben schwer und Kinder unmöglich gemacht.
      aber die Anderen bekommen es nachgeworfen

      • n.g.

        Ersten hat jeder der hier lebt Anspruch auf die selben Leistungen, also wo liegt das Problem ausser das einige von euch grundsätzlich was gegen eingewanderte oder geflüchtete Menschen hat. Das die Familien mehr Kinder haben ist kulturell bedingt und mir persönlich ist es scheisseagl welche Kinder dann für meine Rente einzahlen, Hauptsache es gibt mehr Nachwuchs! Die Kinder werden euren Lebensabend finanzieren, so rum läuft das!

      • n.g.

        Den Kindern machen die Südtiroler das Leben schon selbst schwer und die Einheimischen, wie du das nennst, die wollen nur mehr mehr mehr, sonst nichts!

  • noando

    freistunden für sprechtage finde ich gut

    weibliche start-up-unternehmen sollen besonders unterstützt werden – ein fall für die diskriminierungsbehörde!

    ich vermisse – wie immer – die diskussion, bzgl der anpassung der mutterschaftszeit von öffentlichen und privaten sektor. klar, schwierig, enorm umfangreich usw. aber, man könnte sich doch auch mal den mut fassen, und die öffentlichen drei jahre kürzen, aus dem daraus gewonnen kapital die privaten unterstützen. hat aber anscheinend keiner …

  • yannis

    Alles fadenscheinige polititische Aktionen die im eigentlichen nur den weitern Zuwachs der sog. Großfamilien fördern, sonst nichts, und wenn der Einheimische Bürger solcherlei Augenwischerei nicht durchschaut, ja dann ist ihn wohl kaum zu helfen.

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