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„Technik ist Männersache“

Wie der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher mit einer sexistischen Aussage für Aufregung sorgte.

von Matthias Kofler

Kopfschütteln im Landtag: Der SVP-Politiker Franz Locher sorgte in der gestrigen Debatte zum Haushaltsgesetz mächtig für Aufregung. Einige Kollegen warfen dem Sarner gar Sexismus vor. Locher hatte nämlich erklärt, dass technisch komplexe Angelegenheiten wie die Raumordnung seiner Meinung nach Männersache seien, weil sie von den Frauen nicht verstanden würden.

Als Locher seine umstrittene Rede eröffnete, wandte er sich zuerst an seine Sitznachbarin Maria Elisabeth Rieder (Team K): „Solche Diskussionen gefallen mir. Der Puls steigt, obwohl ich meinen Puls ruhig halten sollte. (Murmeln im Landtag). Nein, nein, nicht wegen Frau Rieder, die neben mir sitzt. Sie heißt Maria. Und es ist eigentlich sehr angenehm, neben dir zu sitzen, Maria. Wir haben keine Probleme, überhaupt keine Probleme, nebeneinander zu sitzen (lacht).“

Dann knöpfte sich der Sarner SVP-Politiker seiner Fraktionskollegin Maria Hochgruber Kuenzer zu, die in der Landesregierung für die Raumordnung zuständig ist. Locher erklärte wörtlich: „Ich bin überrascht, das muss ich wirklich sagen. Die Frau Hochgruber Kuenzer hat sich in diese Materie unglaublich hineingekniet. Es überrascht mich, wie sie mit dieser Materie zurechtkommt. Es ist halt Technik und wäre eigentlich eine Männersache. Das ist eine technische Geschichte, doch die Maria Kuenzer hat sich – als Frau, das muss man wirklich sagen – unglaublich etabliert und ist manches Mal ziemlich hart geblieben. Manchmal zeichnet das auch die Frauen aus.“

Einige Abgeordnete protestierten lautstark. „Diese Aussagen waren unpassend und irritierend – auch für uns Männer“, sagte ein Oppositioneller. Locher unternahm daher den Versuch einer Entschuldigung – doch auch diese ging daneben. Der Sarner teilte in eigener Sache mit: „Ich wollte das als Kompliment weitergeben, dass die Landesrätin als Frau eine wirklich gute Arbeit macht. Wenn das jetzt falsch verstanden wurde, möchte ich mich höflich entschuldigen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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