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Der Gestrandete

Peter Obexer

Der ehemalige Missen-Macher und Radiomoderator Peter Obexer sitzt in Thailand fest. Wie er lebt. Was er schreibt. Und wann er zurückkommt.

TAGESZEITUNG Online: Herr Obexer, sind Sie ein Fall für „Chi l’ha visto?“?

Peter Obexer (lacht): Nein, noch nicht.

Sie sind seit November in Thailand, wollten eigentlich Ende März wieder zurück, sind aber wegen Corona noch immer dort …

Ja, ich hatte bei Qatar Airways für Ende März den Rückflug gebucht. Als es mit Corona losging, ging plötzlich nichts mehr. Ich hatte den Flug online gebucht. Als ich mich bei Qatar Airways informieren wollte, war bereits alles blockiert. Der Rückflug ist also gegangen, da gibt es auch kein Geld zurück. Und so musste ich meine Rückkehr eben um zwei, drei Monate aufschieben …

Was für Sie keine Katastrophe ist?

Nein, weil ich zum Glück im Herbst aufgehört habe zu Arbeiten. Sonst hätte es wohl ein Problem mit der Rai gegeben.

Und mit dem Visum haben Sie keine Probleme?

Nein, das Visum wurde für alle Corona-Gestrandeten automatisch bis 31. Juli verlängert.

Wie vertreiben Sie die Zeit in Thailand?

Ich kann mich jetzt meinem Buch widmen, das einige „Bomben“ enthalten wird.

Den Titel verraten Sie uns?

„Schlager, Nutten und Tralala …“

Wann kommen Sie zurück?

Es sieht derzeit so aus, wie wenn ab Anfang Juni die ersten Flieger wieder starten könnten. Bis Ende Mai ist in Sachen Outcoming jedenfalls alles blockiert, bis Ende Juni dürfen keine Europäer einreisen. Ich schaue jetzt, für Anfang Juni einen Flug zu bekommen. Und dann ist zu sehen, was in Europa passiert …

Wie meinen Sie das?

Die Frage ist: Was passiert, wenn ich vor dem 15. Juni, also bevor Deutschland die Grenzen aufmacht, nach München fliege? Muss ich dann in Quarantäne? Oder kann ich direkt nach Mailand fliegen? Ich muss also sehen, wie sich die Sache jetzt entwickelt, davor kann ich keinen Flug buchen.

Wie ist die Situation in Thailand?

Sehr entspannt …

Laut Johns Hopkins Universität gibt es in Thailand 3.033 Corona-Fälle, davon zwei in den letzten 24 Stunden und nur 56 Tote …

Den offiziellen Zahlen traue ich nicht. Tatsache ist, dass seit zwei Wochen die Restaurants wieder offen sind. Hier herrscht auch kein Theater mit Plexiglas oder zwei Meter Abstand. Es gilt ein Meter Abstand …

Und keine Maskenpflicht?

Nur in den Lebensmittelgeschäften. Bei 7Eleven wird Fieber gemessen und man muss Schutzmaske tragen. In diesem Moment befinde ich mit in einem Kaufhaus. Die Kaufhäuser haben seit Sonntag wieder geöffnet. In diesen Kaufhäusern muss man am Eingang die persönlichen Daten und eine Handynummer abgeben. Sollte ein Corona-Fall auftreten, würde man dann von den Behörden kontaktiert und gewarnt.

Sie viele Corona-Gestrandete wie Sie in Thailand?

Ja, es sind schon Rentner da, die nur die Wintermonate über hier bleiben wollten, jetzt aber bis Juni warten müssen.

Also lebt es sich in Thailand ganz normal?

Nicht ganz, denn die Strände sind seit drei Wochen gesperrt. Wer am Strand erwischt wird, muss 100.000 Baht Strafe bezahlen – das sind umgerechnet 2.800 Euro – oder für ein Jahr ins Gefängnis.

Warum diese harte Maßnahme?

Weil die Thais Angst hatten, dass die Einheimischen, die sich abends gern in Gruppen am Strand treffen und Alkohol trinken, das Infektionsgeschehen anheizen könnten. Bis Ende April war auch der Verkauf von Alkohol in den Geschäften verboten.

Man darf derzeit also auch keinen Strandspaziergang machen?

Nein, nur entlang der Strandpromenade. Und zwischen 23.00 und 04.00 Uhr früh gilt eine Ausgangssperre.

Wann gehen die Strände wieder auf?

Ich denke im Juni, aber bis Ende Juni dürfen eh keine Touristen einfliegen.

Also freuen Sie sich wieder auf daheim?

(lacht) Jein. Ich denke, bei euch ist es derzeit schlimmer, das Denunziantentum und all die Sachen, die man liest. Aber ich muss zurück.

Interview: Artur Oberhofer

 

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