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„Als gäbe es kein Morgen“

Der LH hat eine neue Corona-Verordnung unterzeichnet – und warnt eindringlich vor der Gefahr einer zweiten Welle. 

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat eine neue Verordnung unterzeichnet, die einerseits etliche der neuen staatlichen Bestimmungen übernimmt, andererseits aber viele der im Landesgesetz vorgesehenen Bestimmungen – zum Beispiel die Abstandsregel von zwei Metern bei sonstiger Maskenpflicht – beibehält.

Laut Kompatscher ist es jetzt wichtig, „mit Bedacht vorzugehen“. Die Gefahr einer zweiten Welle sei groß. „Wir werden deshalb die geltenden Regeln zur Vorbeugung einer Ansteckung nur behutsam lockern“, kündigt der SVP-Politiker an.

Erste Lockerungen gibt es bereits jetzt bei der Bewegungsfreiheit. In Übereinstimmung mit dem Dekret von Ministerpräsident Giuseppe Conte vom 18. Mai erlaubt die Verordnung allen Südtirolern, sich ab sofort ohne Eigenerklärung in der gesamten Region Trentino-Südtirol zu bewegen. Sofort gelockert werden auch die Quarantäne-Vorschriften bei Einreise nach Italien: Befreit davon sind ab sofort Schüler, Studierende und Lehrlinge, wenn sie einen Studiengang in einem anderen Staat als dem ihres Wohnsitzes besuchen. Die Befreiung gilt aber auch für Besatzungen von Transportmitteln und reisendes Personal, Gesundheitspersonal, Grenzpendler oder Personen, die aus nachgewiesenen Beschäftigungsgründen aus den oben genannten Staaten nach Italien reisen. Diese Befreiung gilt nicht nur für die Einreise nach Italien, sondern auch für die Durchreise oder für Kurzaufenthalte.

Unter strengeren Vorschriften dürfen auch land- und forstwirtschaftliche Arbeiter einreisen, die nicht aus den oben genannten EU- und weiteren Ländern stammen: In diesem Fall muss der Betrieb die vorgeschriebene, eigenverantwortliche Isolierung in der Unterbringung ermöglichen und die Arbeiter dürfen im Zeitraum dieser Isolierung nur am Betrieb ihrer Unterbringung arbeiten. Das Land erlässt eigene Richtlinien, die für diese Art der aktiven Quarantäne einzuhalten sind.

Ab 3. Juni gilt die Bewegungsfreiheit dann nicht nur zwischen allen Regionen Italiens, sondern auch Reisefreiheit in die und aus den EU-Mitgliedsstaaten, den Staaten des Schengenraums, das Vereinigte Königreich, Andorra, Fürstentum Monaco, San Marino und Vatikanstadt. Auch die Quarantäne-Bestimmungen bei Einreise nach Italien finden dann keine Anwendung mehr.

In der neuen Verordnung wird auch klargestellt, dass zu den durch das Landesgesetz erlaubten sportlichen Aktivitäten im Freien auch solche zählen, die von mehreren Personen unter der Koordination eines Trainers erfolgen. Der Trainer hat dabei die Einhaltung der zwischenmenschlichen Mindestabstände von drei Metern zu überwachen. Mannschaftsspiele sind in jedem Fall ausgeschlossen. Aufgenommen werden können nun auch die Übungen und Ausbildungskurse der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr sowie der ehrenamtlich tätigen Organisationen, die den operativen Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes angehören.

Die Landesregierung hat weiters entschieden, in Kürze eigene Regelungen für öffentliche Veranstaltungen, Aufführungen mit Publikum und Fitnessstudios zu erlassen. Ausgesetzt bleiben hingegen die Tätigkeiten von Spielhallen, Wett- und Bingosälen, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen, aber auch Aktivitäten von Wellness-Zentren und Heilbädern, Messen und Kongresse. Der Termin für die Öffnung der Fitnessstudios ist voraussichtlich der 25. Mai.

Beschlossen wurde auch eine technische Überprüfung der zum Teil strengeren Südtiroler Vorschriften im Zusammenhang mit den Schutzausrüstungen und Schutzmaßnahmen, um eventuell mögliche Lockerungen in einer künftigen Verordnung festlegen zu können. „Bei allem Verständnis für den Ruf nach Lockerung müssen wir vorsichtig sein und bleiben, denn das Coronavirus ist noch nicht besiegt“, unterstreicht der LH. Kompatscher warnt eindringlich vor der Gefahr einer zweiten Welle: „Uns erreichen Bilder von Bürgerinnen und Bürgern, darunter viele Jugendliche, die sich begrüßen, umarmen und verhalten, als gäbe es kein Morgen.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (20)

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  • titti

    Da hat er allerdings Recht. Was ich am WE so alles gesehen habe, und vor allem bei jügeren Menschen. Dann danke!

  • covid

    ja was hast du schon gesehen?? Es geht hier nicht um Ebola!!

    • titti

      Gesehen: jede Menge jugendliche, welche sich einfach nicht an die Vorschriften halten, so einfach! Auch ich würde mich gerne mit anderen an einen Tisch setzten und Unterhalten wie vor der Pandemie, aber halte mich halt an die Vorschriften, so gute es geht, auch wenn es mir nicht passt. Aber dass mir gesagt wird, „putzen tuat eh leit di olten, wo regsch di nor au?“ ist doch nicht in Ordnung. Übrigens: Ebola hat ca. 50.000 Tote gebracht, Covid19 bereits über 297.000.

    • mannik

      „Das Virus kann sich viel besser zwischen Menschen ausbreiten als jedes andere neuartige Coronavirus, das wir jemals gesehen haben. Damit ähnelt es eher der Ausbreitung der Grippe“, sagt der US-Immunologe Kristian Anderson von Scripps Research in La Jolla, Kalifornien.

  • huggy

    …Gesetze und Vorschriften gelten doch nur für die anderen, ..

  • roli

    Einfach mehr kontrollieren ermahnen und gegebenenfalls auch Strafen.

  • fronz

    …die ganzen Anschwärzer unter sich.

  • thefirestarter

    Ist es nicht das was uns Politik und Medien in den letzten Monaten eingetrichtert haben…der Coronavirus, so gefährlich, es wird kein Morgen geben wenn….
    Und jetzt Ist das Morgen doch da… und jetzt sollen wir nicht feiern?

    Nach dem ersten Feiern kommt das aufräumen….vielleicht hat die Politik in Südtirol genau davor Angst?

  • goggile

    WEG MIT ALLEN DIKTATOREN UND REGELN! FREIHEIT SOFORT, GEFÄNGNIS UND ENTEIGNUNG FÜR ALLE VERANTWORTLICHEN UN UMSETZER UND SCHADENERSATZ FÜR STEUERBUGGLER.

  • waldhexe

    Herr Landeshauptmann,ein Virus werden sie nie besiegen können.
    Dieses Virus kann man nur mit ein intaktes Immunsystem eindämmen.
    Besser sie würden die Bevölkerung aufklären wie man man ein Immunsystem stärken kann,anstatt immer nur Panik zu schüren.

  • prof

    emma,du machst etwas falsch,lasse den Knoblauch weg, dafür zum Wein,Weiber und Gesang!!

  • tirolersepp

    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste !

  • stievi

    Titti
    Für möchte gern Polizisten wie scheinbar du einer bist frage ich mich was die ganzen Italiener von außerhalb der Region waren bei uns hier verloren haben
    Wäre schön das da kontrolliert wird und nicht mit dem Finger auf die Jugend gezeigt wird !!
    Danke

  • thefirestarter

    Der US-Starökonom Nouriel Roubini hat vor einem Kollaps der Euro-Zone infolge der Coronavirus-Krise gewarnt. „Die Gefahr geht von Italien aus“, sagte Roubini heute der „Wirtschaftswoche“. Bei einer Staatsverschuldung von 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2021 sei das Land „praktisch insolvent“ und zugleich zu groß, um pleitezugehen und um gerettet zu werden.

    Na ja so wie es aussieht haben die Jungen recht zu feien als gäbe es kein Morgen!

    • yannis

      Demzufolge wäre es längst höchste Zeit Italien auf der €uro-Zone zu befördern, ehe der Stiefelstaat ganz Europa ruiniert.
      Verständlich das Conte’s Wünsche zu einer Staatsschulden-Vergemeinschaftung in den Nordstaaten und in Brüssel (von der Layen) auf taube Ohren stoßen.

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