Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Holpriger Start

Holpriger Start

Foto: 123RF.com

Am Montag ist für rund 2.300 Kinder der Notdienst in Kindergärten und Grundschulen gestartet. Es gibt aber noch immer Unsicherheit in der Anwendung der Sicherheitsbestimmungen und der Schutzausrüstung.

von Lisi Lang

„Der Dienst ist insgesamt relativ gut gestartet, aber es gab noch relativ viel Unsicherheit in der Anwendung sowohl der Sicherheitsbestimmungen als auch der Schutzausrüstung“, bedauert Ulli Bauhofer von der Fachgewerkschaft Öffentlicher Dienst im AGB/CGIL. Schuld daran sind laut Bauhofer der enorme Zeitdruck und die Eile der Politik. „Diese hat nicht zur Klärung aller Problematiken beigetragen und auch dazu geführt, dass der Notdienst in den italienischen Kindergärten schlussendlich nicht angeboten wird“, sagt die Gewerkschafterin. 

Die Fachgewerkschaft Öffentlicher Dienst im AGB/CGIL kümmert sich um das Kindergartenpersonal und sieht die Vorgehensweise in der Organisation und Planung des in den deutschen Kindergärten gestarteten Notdienstes für rund 8 Prozent aller eingeschriebenen Kindergartenkinder mit Bedenken: Die Sicherheitsprotokolle seien teilweise widersprüchlich und erst am Samstag eingetroffen, die Personaleinteilung erfolge nicht aufgrund einheitlicher Kriterien, viele Dinge wurden erst am Montag im allerletzten Moment organisiert und vor allem die Sicherheitsabstände seien in der Praxis so nicht umsetzbar. „Wir haben uns nie gegen den Notdienst ausgesprochen, sehr wohl aber die genaue Festlegung der notwendigen und umsetzbaren Sicherheitsmaßnahmen und Arbeitsbedingungen, sowohl für die Kinder als für die pädagogischen Fachkräfte, gefordert“, unterstreicht Ulli Bauhofer. Allerdings sei keiner dieser Vorschläge angenommen worden. „Und jetzt wird bereits über eine Erweiterung des Dienstes gesprochen, obwohl diese Notbetreuung erst angelaufen ist und es noch immer offene Fragen gibt“, schüttelt die Gewerkschafterin den Kopf. 

Der allgemeine Tenor bei den pädagogischen Fachkräften nach dem ersten Notbetreuungs-Tag ist klar: Die Sicherheitsabstände zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Kindern sowie unter den Kindern sind praktisch nicht umsetzbar. „Wenn die Pädagoginnen diese Abstände nicht einhalten können, müssen sie eine FFP2-Maske tragen“, weiß Ulli Bauhofer von den Pädagoginnen. Aber auch das sei problematisch. 

 

LESEN SIE MEHR IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • giuseppe

    Italienisches Krisenmanegement: die Schulen bleiben geschlossen! Obwohl es jetzt umso wichtiger wäre, allen Kindern und Jugendlichen soziale Kontakte zu ermöglichen. Die Auswirkungen sind fatal! Österreich und andere Länder mache es vor wie man den Betrieb geregelt wieder hochfährt.

  • schumi

    Die Bevölkerungsschicht mit dem geringsten Risiko wird am meisten Benachteiligt.
    So sieht Solidarität im 21. Jahrhundert aus.
    Was glaubt ihr werden unsere Kinder mit uns anstellen, wenn wir erst mal alt sind?

    • mimi01

      Geringestes Risiko? Also noch nicht davon gehört, dass Kinder hauptsächlich Überträger sind und es sehr wohl schwere Verläufe gibt…. sperren wir frisch die Schulen, Kindergärten und alles auf und wenn dann der nächste Boom kommt… sollten genau die Leute belangt werden, die alles verharmlosen und fordern, anstatt einmal abzuwarten wie sich alles entwickelt! Ich habe keine Lust auf den erneuten SD und finde wenn man schon hier etwas von sich gibt, bitte wissenschaftlich untermauert!!! Im übrigen können wir Ö u D nicht mit Italien vergleichen und obs euch passt oder nicht sind wir Italiener…. Danke der Landesregierung für Ihre umsichtige Herangehensweise….

  • drago

    Interessanterweise sind die (italienischen) Gewerkschaften und die Führungskräfte und die Lehrer in den italienischen Schulen am meisten auf Sicherheit bedacht und haben daher nichts getan. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen