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Der unsichere Markt 

Findet der Bozner Christkindlmarkt heuer überhaupt statt? Die Organisatoren halten derzeit an ihren Planungen für die volle Abhaltung des Marktes fest. Denken aber über eine reduzierte Version nach. 

von Thomas Vikoler

Der Bozner Christkindlmarkt ist nicht das Oktoberfest in München. Das für September geplante Oktoberfest ist bereits vor mehreren Wochen abgesagt worden und es gibt zweifellos einige strukturelle Parallelen zwischen beiden Veranstaltungen: Hohe Besucherdichte, beengte Verhältnisse, erheblicher Alkoholkonsum.

Findet der Bozner Christkindlmarkt heuer also überhaupt statt? Die Organisatoren machen sich selbstredend Gedanken darüber. Der aktuelle Stand lautet aber: Die Vorbereitungen laufen – wie üblich.

„Wir werden in der kommenden Woche die Einladungen an die Standbetreiber verschicken“ sagt Roberta Agosti, Direktorin des Verkehrsamtes, das den Markt für die Stadtverwaltung organisiert.

Bis Ende Juli müssen gewohnheitsgemäß die Anfragen für die Zuweisung eines Standes einlangen, im September die ersten Zahlungen erfolgen.

Ob das heuer so sein wird, ist ungewiss. Spätestens innerhalb Juni wird die Stadtverwaltung darüber entscheiden, ob der Markt wegen der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden kann. „Das wird bald ein Thema werden“, meint SVP-Wirtschaftsstadtrat Stephan Konder.

Er bringt, sollten es die Sicherheits- und Hygienebestimmungen es zu lassen, eine zweite Variante ins Spiel: Der Markt könnte in einer reduzierten Form stattfinden mit weniger Ständen, für welche die Betreiber möglicherweise keine Miete zahlen müssen. Denn wirtschaftlich verspricht die Veranstaltung aus heutiger Sicht kein großer Erfolg zu werden.

In der vergangenen Ausgabe wurde der Markt in vier Wochen (ohne langes Sant-Ambrogio-Wochenende) von nicht weniger als 635.000 Personen besucht. Das Verkehrsamt hatte erstmals eine elektronische Zählung durchgeführt. Eine Zahl, die – falls der Markt überhaupt stattfinden – außer Reichweite liegt.

Gemeinde und Verkehrsamt, so wird deutlich, wollen den Markt aber unbedingt abhalten. „Wir hätten heuer die 30. Ausgabe. Würde sie ausfallen, wäre das für den Bozner Tourismus schwerwiegend“, sagt Verkehrsamtsleiterin Agosti. Den Jahresrhythmus zu unterbrechen und den Markt im darauffolgenden Jahr wieder in Schwung bringen, wäre tatsächlich aufwändig. Deshalb setzt man im Rathaus und im Verkehrsamt auf Kontinuität und würde dafür auch Mindereinnahmen bzw. Mehrkosten in Kauf nehmen.

Stadtrat Konder will zudem abwarten, was die Organisatoren der anderen Städte-Christkindlmärkte in Südtirol so planen. Die Märkte wurden in den vergangenen Jahren gemeinsam beworben.

Was den weiteren Verlauf der Tourimussaison betrifft, die Anfang März jäh unterbrochen werden musste, ist Verkehrsamtsdirektorin Agosti wenig optimistisch. Der Juni werde schwach anlaufen, was danach folge, sei schwer prognostizierbar. Da Hotelzimmer in Bozen zumeist kurzfristig gebucht werden, gibt es derzeit kaum Daten. Das Verkehrsamt hat allerdings bereits eine Schätzung der zu erwartenden Einnahmen für die Ortstaxe bis Jahresende vorgenommen. Ergebnis: 50 Prozent der Ortstaxe des vergangenen Jahres.

Wenn da auch noch der Christkindlmarkt ausfallen würde…

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • watschi

    ach ja, bis gestern noch verboten sich ùber 200 meter von der haustùre zu entfernen und jetzt denkt die gemeinde schon ùber den chrstkindlmark nach, wo hunderttausende lombarden und andere norditaliener unsere stàdte und màrkte stùrmen? mein gott, ich verstehe die welt nicht mehr

  • echnaton

    Ist es wirklich möglich, dass man sich die Pseudo-Politiker den Kopf zerbrechen, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden kann oder nicht? In abgespeckter Form und jedesmal eine Person eintreten lassen und die anderen tausende stehen an, das ist wohl nicht ernst gemeint.
    Haben diese Personen wirklich nichts Anderes zu denken bzw. im Kopf.
    Es ist doch klar und selbstverständlich, dass heuer der Weihnachtsmarkt nicht abgehalten werden soll.

  • n.g.

    Och, ich würde dahin gehen! Weder hab ich Angst vor Ansteckung noch glaube ich das ein normal gesunder Mensch dran stirbt. Und ich bin Risikogruppe! Wenn ich die kleinste Gefahr als Maßstab für mein Leben nehmen müsste dann düfte ich nichts mehr! Schon interessant wie Menschen auf Tot reagieren, wobei er zum Leben gehört! Leben an sich ist gefährlich! aber ich will NICHT ängstlich meine Tage verbringen!
    Übrigens, in 3 Jahren wird noch getestet und gezählt… tragen wir alle Masken usw. Ein wunderschönes Leben erwartet uns dann, meinst du nicht!

  • goggile

    so dumm wie das weltweite Wahlvolk das sich solche Diktaturen aufzwingen lassen hat, ohne alle verantwortlichen zu stürzen, wundert mich nichts mehr. geht unter, ihr schleimbeitlerisches unterwürfiges unfähiges Wahlvolk.

  • novo

    Leute wir haben Mai!
    Warten wir erst mal ab wie sich die Pandemie entwickel, dann entscheiden wir.
    Sollte die Lage so bleiben wie sie ist, wäre Ischgl im Verhältnis zum Weihnachtsmarkt ein Klax.

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