Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Die Überlebenshilfe

Die Überlebenshilfe

Foto: 123RF.com

Das Bahngleis 7 ist auch während der Corona-Krise für Suchtkranke da. Ein Blick hinter die Kulissen.

Tageszeitung: Frau Federer, das Bahngleis 7 ist eine der wenigen Anlaufstellen, an die sich Suchtkranke auch während der Krise wenden können. Was brauchen diese Menschen jetzt am meisten?

Patrizia Federer: Ja, wir sind nach wie vor für suchtranke Menschen da. Es stand nie zur Debatte, diesen Dienst zu schließen. Dafür ist er viel zu wichtig, das Bahngleis 7 stellt für diese Menschen eine Überlebenshilfe dar. Aufgrund der Sicherheitsvorschriften sind zwar einige Dienste weggefallen, aber die wichtigsten Dienste haben wir aufrechterhalten. Das ist auf jeden Fall der Spritzentausch und -verkauf, der enorm wichtig ist, die Ausgabe von Frühstück und warmen Mahlzeiten, die Möglichkeit sich zu duschen oder Wäsche zu waschen. Das brauchen die Menschen jetzt am meisten. Immer natürlich unter der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Wir bieten nach wie vor bürokratische Hilfestellung an, führen Gespräche und sind für sie da. Wir haben hier die Möglichkeit mit unseren Klienten durch eine Glasscheibe Kontakt aufzunehmen. Durch Corona haben sich sogar noch zusätzliche Dienste ergeben, wie zum Beispiel die telefonische Beratung. Wir halten also mit all jenen, die zu Hause sind, regelmäßigen Kontakt. Die Zusammenarbeit mit dem Dienst für Abhängigkeitserkrankungen hat sich intensiviert. Wir sind derzeit die zwei einzigen Dienste, die für dieses Klientel zugänglich sind.

Stichwort: Glasscheibe. Wie schützen Sie sich, Ihre Mitarbeiter und die Betroffenen vor dem Virus?

Um eine Ansteckung zu vermeiden, müssen die Menschen den Dienst einzeln betreten. Vorher wird Fieber gemessen und alle bekommen Handschuhe und einen Mundschutz. Wir haben erst vor kurzem eine Grundreinigung durchführen lassen. Wir haben immer schon, aufgrund der besonderen Gefahrensituation in der Arbeit mit suchtkranken Menschen, ein mittleres Risiko. Daher waren wir von Anfang an immer gut vorbereitet.

Was sind das für Menschen, die im Moment zu euch kommen?

Im Moment haben wir zwischen 15 und 20 Klientenkontakte am Tag. Ansonsten sind es zwischen 30 und 40 am Tag. Das heißt, es ist ein Rückgang zu verzeichnen. Das heißt aber nicht, dass es nun weniger Suchtkranke gibt. Unser Hauptklientel sind Männer ab 45 plus…

 

LESEN SIE MEHR DAZU IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen