Du befindest dich hier: Home » Chronik » Gestörte Vögel

Gestörte Vögel

Am Rand der Millander Au haben Arbeiten zur Verlegung einer Wasserleitung begonnen. Umweltschützer fordern nun einen sofortigen Baustopp, da diese Arbeiten in der Brutzeit durchgeführt werden.

von Markus Rufin

Ende Dezember wurde die Erweiterung der Firma Progress in Brixen genehmigt. Dafür ist die Rodung eines Auwaldes entlang des Eisacks vorgesehen (TAGESZEITUNG berichtete). Doch damit diese Rodungsarbeiten erst einmal beginnen können, muss das Trinkwasserschutzgebiet im Auwald aufgelöst werden.

Die Firma Progress hat im Zuge der Erweiterung versprochen, verschiedene Ausgleichsmaßnahmen zu realisieren, um den Auwald adäquat zu ersetzen. Unter anderem soll das Trinkwasserschutzgebiet im Auwald in die Millander Au verlegt werden. Dazu muss in der Millander Au aber ein Trinkwassertiefbrunnen entstehen.

Nun hat die Stadtwerke mit diesen Arbeiten begonnen. Seit vergangener Woche sind am Südrand der Milländer Sportzone. In unmittelbarer Nähe des Biotops Bagger zu sehen, die Grabungsarbeiten verrichten.

Natur- und Umweltschützer schlagen deshalb nun Alarm. Denn die Baggerarbeiten stören die Vögel in ihrer Brutzeit. Insbesondere die Gruppe SOS Auwald Brixen forderte eine sofortige Einstellung der Arbeiten, da diese direkt am Rand der Au stattfinden.

„Die Brutvögel in der Millander Au werden durch die Baggerarbeiten massiv gestört. Dies könnte dazu führen, dass die Vögel ihren Nistplatz auflassen müssen“, unterstreicht Franz Pattis. Dies würde zu negativen Folgen für ihren Nachwuchs führen.

Da die Arbeiten aber planmäßig durchgeführt werden, wird es von Seiten der Gemeinde Brixen wohl kaum einen Baustopp geben. Daher hat SOS Auwald Brixen genauso wie WWF einen Brief an die zuständigen Landesämter geschickt, um einen Baustopp zu erzwingen. Unter anderem argumentieren die Umweltschützer damit, dass laut Landesgesetz lärmende Arbeiten während der Brutzeit verboten sind.

Auch der neue Präsident für Vogelkunde und Vogelschutz Südtirol, Iacun Prugger, wurde über die Arbeiten informiert.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (28)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • goggile

    Wer ist verantwortlich an das Verbrechen an die Vögel?

    #SOFORTIGERBAUSTOPP

  • elmex

    Wer ist verantwortlich an das Verbrechen der arbeitenden Bevölkerung, vor allem dass diese Arbeiten nicht schon vor einem Monat beginnen duften?
    Was ist wichtiger für das Einzugsgebiet Brixen, eine gut gehende Firma welche vielen jungen Menschen einen ordentlichen Arbeitsplatz ermöglicht oder das kurzzeitige Stören von Brutplätzen mit anscheinend negativen Folgen für den Nachwuchs? Möglicherweise haben gute Arbeitsplätze und Verdienstmöglichkeiten positive Folgen für den Nachwuchs junger Menschen im Brixner Raum?
    Also man sollte vielleicht doch abwiegen, anstatt sofort mal einen Baustopp beantragen – auch als Grüne!

    • goggile

      elmex SCHÄMEN sie sich.

      • elmex

        Warum schämen, weil ich wichtige Arbeitsplätze für junge Menschen in Relation mit der Störung von Brutplätzen stelle? Einfach zu schreiben „schämen Sie sich“ ist zu wenig! Ein Gegenargument hätte ich mir schon erwartet.

    • george

      ‚elmex‘, du hast keine Ahnung von der Vernetzung verschiedener Sektoren in der Natur zum Mensch und umgekehrt. Die Vogelwelt wurde in den letzten Jahrzehnten durch negative Einwirkung vom Menschen in unseren Zonen nahezu um die Hälfte reduziert, in manchen Gegenden sogar um 60 % und mehr. Das hat wiederum negative Auswirkung auf eine gesunde Umwelt und die Produktion von Stoffen. Das bedingt wiederum einen weit größeren Einsatz von künstlichen Schutzmaßnahmen und einen Rückgriff auf finanzielle Ressourcen u. a. m. Und das wiederum schmälert das Inkasso in der Landwirtschaft und anderen Lebensmittelsektoren bzw. eine ausgeglichene Verteilung der finanziellen Ressourcen. Hier ist leider nicht der Platz, um dir das alles zu erklären, aber es gibt Quellen genug, wo du nachschlagen könntest. Jedenfalls greift die Zerstörung von Natur immer wieder negativ auf den Menschen zurück, sodass du nicht unbedingt behaupten kannst, Arbeitsplätze bzw. Lebensmöglichkeiten werden nur durch Tätigkeiten des Menschen bzw. von Unternehmen geschaffen und erhalten. Und überhaupt, was hat das mit „Grünen“ zu tun. Mit der Natur ist jeder genötigt zu leben und auszugleichen, die Natur schlägt schon irgendwann einmal wieder zurück, wenn der Mensch das Gleichgewicht durch entsprechend wenig Sensibilität und Gespür herrscht zu viel stört.

      • george

        Korrektur eines sinnstörenden Fehlers im letzten Satz: Mit der Natur ist jeder genötigt zu leben und auszugleichen, die Natur schlägt schon irgendwann einmal wieder zurück, wenn der Mensch das Gleichgewicht durch entsprechend wenig Sensibilität und Gespür zu viel stört.

      • elmex

        Moment mal, hier geht es doch nicht um Zerstörung von Natur oder einem Biotop wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, sondern um eine Zeitweilige Störung der Brutplätze.
        … und wie wir in Corona Zeiten von vielen Seiten gesehen haben, erholt sich die Natur schnell und erobert sich in kürzester Zeit Areale zurück, sobald sie wieder in Ruhe gelassen wird.
        Stimmt das nicht, dass es nur um eine Zeitweilige Störung für die Verlegung einer Wasserleitung geht?

        • george

          Ich lese aus deinem Text, dass du immer noch nicht verstanden hast und auch nicht verstehen willst, wie die Vernetzung der Natur funktioniert. Wenn Brutplätze gestört werden, verlassen die Vögel die in den Brutplätzen abgelegten Eier für längere Zeit oder trauen sich nicht mehr hin und diese gehen dann zugrunde bzw. werden nicht so bebrütet, alsdass daraus Jungvögel schlüpfen könnten bzw. die gerade erst geschlüpften Jungvögel brauchen die Nestwärme um gedeihen zu können. Wie sollten sich diese dann erholen, wenn ohnehin schon mehr wenige sind und diese noch willfährig dezimiert werden? Die entsprechende Sensibilität und die notwendige Einfühlung in die Lebenswelt um uns scheint stark verloren gegangen zu sein und wir müssen wieder lernen, dass wir auch mit anderen Lebewesen eine Gemeinschaft bilden müssen, damit wir uns nicht mit der Zeit selber einseitig zerstören.

          • elmex

            Was wäre dann die Lösung deiner Meinung?
            Wäre es mit einem Monat zuwarten getan? Wenn dem so wäre, gebe ich dir Recht und würde zustimmen wenn ich Entscheidungsträger wäre.

          • george

            Die Hauptbrutzeit der meisten Vogelarten geht von Mitte März bis Mitte Juli. Genau in dieser Zeit sind Eingriffe in Brutgebiete besonders schädlich. Also hätte man die Arbeiten vorher durchführen oder bis auf den Herbst aufschieben müssen. Es sei denn, dass man von Fachleuten vorher überprüfen lässt, dass in dem Gebiet, wo mein arbeitet, keine Vögel brüten. Alles andere widerspricht nicht nur den hiesigen Naturschutz-bestimmungen, sondern auch der europäischen Gesetzeslage zum Schutz der Vogelarten.

  • emma

    brixner gegend ist gròsster brutplatz der grùnen.

  • watschi

    ach die vògel vògeln sicher weiter.

  • watschi

    dieses jahr fehlen eh die italiener, welche die nester ausrauben.

  • papaf

    Na watschi, noch Restalkohol im Blut? Und die Redaktion der TZ noch Im Tiefschlaf um solche Kommentare und Schreiber nicht zu sperren?

    • watschi

      geh papaf, hör auf hier zu provozieren oder bist du dafür, dass jedes jahr einige extra zu uns kamen um die simgvögelbrut zu stehlen, ihnen die augen ausstachen und dann in gewissen restaurants verkauften? alles belegt und landesweit bekannt. viele wurden dabei erwischt und hart bestraft. die medien waren voll davon.

  • wollpertinger

    Man sieht halt wieder einmal, dass wirtschaftliche Interessen in Südtirol mehr zählen als Naturschutz. Das Argument der Arbeitsplätze ist unsinnig. Wir haben eh schon zu viele auswärtige Arbeitskräfte in Südtirol.

    • elmex

      Vielleicht im Tourismus, aber sicher nicht für junge Gewerbe- oder Handelsschulabgänger. Abgesehen davon geht es hier ja nicht um den Verlust eines Biotops, so viel ich verstanden habe, sondern nur um einige zeitweilige Störung der Brutplätze.

      • george

        Ja und gerade deshalb hätte man die Arbeiten zu einer anderen Zeit durchführen müssen. Dürfte eigentlich jedem akademisch gebildeten oder natursensiblen Menschen bekannt sein, wann man in solchen Zonen Eingriffe vornehmen kann.

        • elmex

          Ich gehe mal davon aus, dass alles schon früher geplant war und nur durch die extremen und unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen in Italien verschoben wurde.

          • ohnehirnlebtmanbesser

            Oh Watschi.“Die Medien waren voll „……nicht nur die.“Augen ausstechen.“…., „an Restaurants verkaufen „. .Die kleine , noch nicht fàhige Singvogelbrut wird grossgezùchtet und als Singvògel verkauft. Und nicht als Vogelbraten.Lies nicht Medien wenn du auf dem Klo sizt. Man kann sich schlecht konzentrieren…..und schreibt spàter Scheisse. Hirni

        • treter

          Die Firma Progress will die arbeiten so schnell wie möglich abschließen um den auwald in der industriezone noch heuer roden zu können. Ich frage mich wo ist der aufschrei der umweltgruppe Eisacktal bei dieser massiven störung der brutvögel in der millander au durch die bagger ?!

  • bernhart

    Grüne Umweltschützer Wirtschaftsvernichter Sozialschmarozer, immer und überall verhindert Ihr Arbeiten, so kann es nicht weitergehen.Ihr solltet für den Schaden aufkommen ,den ihr verursacht.
    Arbeit braucht gewisse Freiheiten.
    der Bau wurde sicher genemigt,

  • treter

    Herr bernhard beherrschen Sie sich bitte und bleiben Sie sachlich….
    Sie haben wohl einige biere zu viel getrunken?!

  • norbert234

    Das kann es einfach nicht sein.
    Lasst die Vögel in Ruhe.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen