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„Sind bis Mai ausgebucht“

Foto: Alexander Gardetto

Seit rund einer Woche werden in der Privatklinik Brixsana vor allem Antikörper-Tests gemacht. Das Interesse ist sehr groß. Sanitätsdirektor Alexander Gardetto im Interview.

Tageszeitung: Herr Gardetto, seit rund einer Woche bietet die Privatklinik Brixsana Covid-Tests an. Vergangene Woche war das Interesse sehr groß. Besteht dieses Interesse nach wie vor?

Alexander Gardetto: Ja, der Zulauf ist nach wie vor groß. Wir sind bis Anfang Mai ausgebucht. Wir bekommen nur mehr einzelne Personen unter. Größere Personengruppen, wie Firmen, bekommen wir nicht mehr unter. Das wäre nur möglich, wenn wir auch Samstagvormittag Tests durchführen. Diese Option müssen wir aber noch intern besprechen.

Wie viele Tests werden pro Tag durchgeführt?

Wir machen rund 100 Tests pro Tag. Wir haben nur diese Kapazität, wir würden aber auch nicht mehr machen, da wir unsere Mitarbeiter schützen wollen und sie nur die entsprechenden Arbeitsstunden machen sollen.

Sie bieten gleich drei Arten von Tests an. Welche werden am häufigsten genutzt?

Die Leute, die zu uns kommen, machen lieber den Antikörpertest. Bei den Abstrichen gab es bisher nur sehr wenig positive Fälle. Von den Antikörpertests sind rund 15 bis 20 Prozent positiv. Das ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Die Mehrheit der Patienten ist mit dem Virus aber noch nicht in Kontakt gekommen.

Vor allem Firmen nehmen die Tests in Anspruch. Was erhoffen sich die Firmen durch die Antikörpertests zu erfahren?

Für die Firma ist es wichtig, zu wissen, ob die Mitarbeiter positiv oder gesund. Zudem ist es mit dem Antikörpertest theoretisch möglich nachzuweisen, ob ein Mitarbeiter einen akuten Infekt hat. Sobald die Firma öffnet, kann sie anhand dieser Zahlen sicherstellen, dass sie weiterarbeiten kann.

Welche Firmen kommen zu der Klinik?

Es kommen große Firmen mit bis zu 100 Mitarbeitern, es kommen aber auch kleiner Firmen mit 20 Mitarbeitern. Es ist also bunt durchgemischt.

Beschränkt sich Ihr Austausch mit den Patienten auf die Kommunikation der Befunde oder geben Sie ihnen auch eine Empfehlung ab, wie sich die Patienten verhalten sollen?

Die Firmenchefs rufen uns häufig an, um eine genauere Interpretation eines positiven Befundes zu bekommen. Auch die Patienten bekommen von uns den Befund aus dem Labor in Innsbruck. Für sie ist es aber angenehm, wenn man ihnen diesen Befund in einfacheren Worten erklärt. Eine kleine Erklärungsbedürfnis gibt es. Man muss ihnen erklären, dass sie in der glücklichen Situation sind, bereits Antikörper gebildet zu haben. Damit haben sie eine gewisse Immunität gebildet und sind anderen gegenüber nicht mehr ansteckend.

In den letzten Tagen gab es in Deutschland eine Polemik um Antikörpertests. Diese zeigen nämlich auch Infektionen mit anderen Covid-Viren. Ist das bei Ihren Antikörpertests auch so?

Unsere Antikörpertests zeigen nur Covid-19-Infektionen an, sie können aber auch Kreuzreaktionen aufweisen. Das heißt, sie zeigen, dass jemand Antikörper gegen einen anderen Sars-Virus gebildet hat. Diese Patienten müssen dann einen Abstrich vornehmen lassen, um zu schauen, ob es sich um den Virus handelt, der derzeit aktiv ist. Unsere Antikörpertests beziehen sich also nur auf Covid-19.

Interview: Markus Rufin

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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