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Die Bozner Grenze 

Bozen am Samstag (Foto: Facebook/ Roberto Bizzo)

Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi kritisiert die jüngste Dringlichkeitsmaßnahme des Landeshauptmanns und beklagt die zunehmenden Verletzungen der Ausgangsbeschränkungen. In Bozen soll bald die 200-Meter-Grenze gelten. 

von Thomas Vikoler

Wenn es Veränderungen im Sozialverhalten gibt, sind diese in Städten zumeist am stärksten sichtbar. Wegen der größeren Einwohnerdichte als auf dem Land. Wer am vergangenen Samstag durch die Bozner Museumstraße spazierte, dem fiel eines auf: Erhebliches Publikumsaufkommen, mehrere Menschengruppen, die sich – zum Teil ungeschützt – in einem Abstand gefährlich um die Metergrenze unterhielten (siehe Foto).

Die direkten sozialen Kontakte, wie von der Regierung verordnet, in Corona-Zeiten zu kappen, ist offensichtlich nicht einfach.

Darüber wurde bei der gestrigen Video-Stadtratssitzung gesprochen. Mit einer Konsequenz: Bürgermeister Renzo Caramaschi wird eine weitere Covid-19-Verordnung herausgeben, mit der er die Bozner die Grenzen des erlaubten Sozialverhaltens aufzeigen wird.

Zuallererst: In Bozen wird in Kürze eine 200-Meter-Grenze um den eigenen Wohnsitz gelten. Aus- und Spaziergänge zum Luftschnappen sind damit allein innerhalb dieses Radiua erlaubt.

Bisher wurde die im Dekret des Ministerpräsidenten enthaltene Erlaubnis, sich allenfalls „sottocasa“ für einen kleinen Spaziergang aufzuhalten, hierzulande unterschiedlich interpretiert: Die Vereinigung der Ortspolizisten einigte sich auf die Verhängung von Strafen außerhalb der 200-Meter-Grenze vom Wohnsitz, beim Land wollte man sich nicht genau festlegen.

„Es kann nicht sein, dass Leute aus der Baristraße bis zu den Talferwiesen spazieren. Das geht nicht“, sagt der für Zivilschutz zuständige Vizebürgermeister Luis Walcher.

In der Landeshauptstadt hat die Stadtpolizei in den vergangenen Tagen etliche Strafen wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen verhängt. Im Innenhof eines Kondominiums hatten sich laut Walcher an die hundert Menschen zu einem Plausch versammelt. Mit Strafen belegt wurden auch Bewohner der Gemeinden Jenesien und Neumarkt, die eigens nach Bozen gefahren waren, um im Interspar-Supermarkt in der Buozzistraße ihren Einkauf zu machen. Oder Radfahrer, die eine Fahrt in die blühenden Obstwiesen unternommen hatten.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (28)

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  • kurt

    Wer nicht hören will muss fühlen ,ganz einfach ,man brauch sich nur die Zahlen der Infizierten in Bozen anschauen dann sieht man wie man sich an die Regeln hält !!!!.

  • watschi

    nur keine panik, leute. es wird zeit langsam zu lockern, sonst drehen die leute durch. wichtig ist sich mit mundschutzmasken zu schùtzen und den nòtigen abstand zu halten. das mùssen wir lernen, ansonsten kònne wir in quaratntàne bleiben bis der impfstoff herauskommt.

  • zusagen

    Was soll denn diese 200m Grenze, sollen sich vor unserem Kondominien alle anstecken? Ist doch besser die Leute erholen sich wo weniger Menschen sind und verstreuen sich als dass sich im Hof alle auf engstem Raum versammeln. Ich kann diese Logik einiger Wichtigtuer einfach nicht verstehen

  • prof

    Was Herr Caramaschi noch genau festlegen muß,ob es 200m Luftlinie sein musß,dann allerdings wird die Einschätzung der Kontrollorgane schwierig.

    • waldhexe

      In einer Stadt,eine Grenze von 200 Metern festzulegen ist Irrsinn.Aber von Politikern,die weitab der Realität leben ,kann man nicht anderes erwarten.
      Übrigends trifft auch bei der Landesregierung zu.

  • keinpolitiker

    Ganz ehrlich, ich verstehe gar nichts mehr.

    Mir geht dieses ganze Affentheater langsam auf die Nüsse.

    Ist es wirklich so, dass nur mehr das getan werden darf, was uns vorgeschrieben wird?

    Jeder Politiker entscheidet anders, jedes Polizeiorgan entscheidet anders, jeder Wissenschaftler sagt was anderes und jeder Virologe sagt wieder was anderes.

    Übrigens, wer haftet für diesen ganzen Schaden? Sei es von den Menschenleben als auch Wirtschaft?

    Normalerweise müssen da die Politiker haften, welche seit 30 Jahren das Gesundheitssystem in ganz Italien und auch Südtirol, herunterwirtschafteten.

    Aber was will man von einem Politiker verlangen, der von Gesundheit keine Ahnung hat. (Deutscher Gesundheitsminister = ehemaliger Banker) und in anderen Ländern ist es das Selbe.

  • schumi

    Was soll die Hetzjagd auf Spaziergänger, Freizeitsportler, und Jugendliche? Alles nur Ablenkung?

    • mannik

      Es ist keine Hetzjagd. Wer sich an die Regeln hält hat nichts zu befürchten. Es gibt aber immer noch zu viele, die glauben Regeln gelten nur für die anderen.

      • jennylein

        @mannik

        Von einem Akademiker hätte ich mir etwas mehr Fähigkeiten erwartet, die Situation irgendwann richtig einzuschätzen. Diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt auch nur anzudenken zeugt, dass auch Caramaschi noch gar nichts verstanden hat. Das wird anscheinend nur noch vom Leiferer Bürgermeister übertroffen. Mir fehlen die Worte!

        Ich hoffe die Wähler merken sich, wer sie sinnlos eingesperrt hat, anstatt ihnen etwas Mündigkeit zuzutrauen. Die allermeisten halten sich an den Sicherheitsabstand und tragen den Mundschutz korrekt. Statt gegen die wirklich schwarzen Schafe massiv vorzugehen müssen alle eingesperrt werden, bis sie alle depressiv werden.

        Gibt natürlich welche wie sie, die sich statt mit einem ordentlichen Spaziergang fit zu halten, die ganze Zeit ihren Frust von der Seele schreiben müssen und dabei alle Mitbürger als unmündig bezeichnen.

        • mannik

          Bei Ihnen wundert es mich hingegen überhaupt nicht, dass Sie wieder Blödsinn schreiben. Wenn Sie von „zum jetzigen Zeitpunkt“ schreiben, sind Sie offensichtlich der Meinung, dass alles überstanden ist. Und Sie schreiben von Mündigkeit!
          Mündigkeit heißt sich an gesellschaftliche Regeln zu halten, ohne dass man daran andauernd erinnert werden muss. Scheinbar Fehlanzeige, wie Sie eigentlich festgestellt haben sollte. Bedanken Sie sich bei denen, denen der Nächste eigentlich egal ist. Genau wegen dieser Menschen gibt es Strafen un rigorose Regeln.
          Und noch etwas sollten Sie bedenken: Wie viele Personen nur darauf warten, bis ein Entscheidungsträger etwas Falsches entscheidet, um dann Schadensersatz zu fordern (haben Sie vielleicht mitbekommen, dass verschiedene Anwaltskanzleien damit werben).

          • jennylein

            Glauben sie wirklich, dass der Virus sich komplett in Südtirol und Italien und Europa ausrotten lässt? …das Märchen von Wuhan.

            Oder noch schlimmer… Sie glauben tatsächlich dass sich in einer Demokratie die Leute für ein Jahr einsperren lassen?

            Sie müssen einfach mal zu Ende denken. Die Leute, die hier ihrem Neid und Hass freien Lauf lassen kann ich irgendwie verstehen. Die brauchen diese Bühne. Aber Sie sind doch ein gebildeter Mann, sie müssen doch erkennen, dass diese Krise nicht so enden wird, wie Sie uns die Politik und die Medien indoktrinieren.

      • saustall_kritiker

        Ein Vergleich zu Nordtirol, zeigt wie sehr wir schon in einer Diktatur leben, die mit jener der ehemaligen DDR schon fast vergleichbar ist- Wäre Bozen nämlich im Bundesland Tirol, so könnte ich als Bozner jetzt mit dem Auto nach Montiggl fahren, dort den ganzen Nachmittag allein oder mit der eigenen Familie spazieren gehen und abends erholt wieder heimfahren. Soviel Lebensqualität haben wir in unserem mittlerweile totalitären und romhörigen Südtirol leider nicht. Und dazu bedarf es wohl keines weiteren Kommentars.

    • watschi

      schuni, nein, einfacher

  • watschi

    schade, dass wir keinen wie sebastian kurz haben……

  • mannik

    @tiroler – Das einzige, das ich denunziere ist Ihre Beschränktheit.

  • norbert.s

    Es ist wahrlich verwunderlich wie sich eigentlich mündige Bürger in Regimtreue Denunzianten entwickeln. Besser kann sich der Staat das gar nich wünschen.Es wäre vielmehr an der Zeit des zivilen Ungehorsams. Aber nein, es wird nach strengeren Regeln gerufen um die bösen Menschen, die sich ihre Grundrechte zu Nutze machen zu bestrafen. Solidarität sieht anders aus. Solidarität heisst nicht, auf die eigene Freiheit zu verzichten nur weil sich ein Grossteil dankend unterjochen lässt. Den Sinn des ganzen begreife auch ich nicht, aber ne Diktatur mit willkürlichen Clowns in Uniform brauch ich nicht.

  • goggile

    S O F O R T I G E

    F R E I H E I T !!

  • mannik

    @jennylein – als Hochschulabsolvent und CEO, musst du etwas etwas Deutsch lernen. Du hast die ungute Art vielfach an Kommentaren vorbeizulesen.
    Wo habe ich irgendetwas von „Ende der Krise“ oder „Ausrottung des Virus“ geschrieben? Genauso steht nirgends etwas davon dass ich „1 Jahr einsperren“ befürworten oder als geeignete Maßnahme erachten würde. Das hast du dazugedichtet. Ich finde Kreativität ja an sich toll, aber hier ist sie fehl am Platz.
    Ich habe etwas von Respekt vor Regeln geschrieben, Respekt der vielleicht allen hilft schneller ein normaleres Leben zu führen. Respekt, den noch zu viele mit Füßen treten. Wenn du also von mündiger Bevölkerung schreibst, dann fehlt diese leider vielfach. Das wir alle Verantwortung füreinander traegn, willst du doch hoffentlich nicht abstreiten, oder?
    Ich bin der erste, der froh wäre wieder zur Tagesrdnung zurückkehren zu können, aber dazu müssen eben alle zusammenhalten. Das mit dem „sinnlos einsperren“ solltest du mal vor jemand erwähnen, der ein Familienmitglied verloren hat.
    Dass du das Problem in der potentiellen 200 m Regelung ausmachst, zeugt nicht gerade von Weitsicht.
    Also, immer bei der Wahrheit bleiben, dann klappt es auch mit dem Kommentieren.

    • mannik

      Zur Vervollständigung: Ich hatte einen Corona-Fall in der Familie, zum Glück mit gutem Ausgang.
      Nur damit klar ist, dass sich die Meinung sehr schnell ändert, wenn man direkt betroffen ist.

  • topgun

    Wie schwer ist es eigentlich, zu verstehen, dass man das Virus nicht weniger verbreitet, wenn man sich nur in einem Umkreis von 200 m bewegen darf?

    Nicht diese Distanz ist ausschlaggebend, sondern die Distanz zur nächsten Person!

    Vollkommener Blödsinn, diese Regelung, die Devise muss lauten: KONTAKTVERBOT!

    Und diese Übertretungen sollten rigoros kontrolliert und HOCH bestraft werden! Und natürlich, wo es zwangsläufig zu geringen Abständen kommt (z.B. Supermarkt) Handschuhe-und Maskenpflicht! Dass auf Hygiene generell, aber in diesen Zeiten noch mehr geachtet werden muss, sollte auch jedem einleuchten!

    Es bräuchte mehr Hausverstand, und weniger sinnlose Verordnungen!

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