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Räumliche Enge

Unter dem Namen „Psychohilfe Covid19“ bietet ein Netzwerk von Fachleuten auf Initiative des Südtiroler Sanitätsbetriebes Hilfe für alle, die in diesen Wochen starken Belastungen ausgesetzt sind.

Zu Hause bleiben in diesen Tagen – fern von anderen Menschen, sozialen Kontakten und Zerstreuungen – bedeutet für viele Menschen Druck, Einsamkeit, Traurigkeit, Langeweile, aber auch Zukunftssorgen. Gleichzeitig sind sehr viele Menschen in Krankenhäusern, Altersheimen und Sozialdiensten sehr hohen Belastungen ausgesetzt.

Besonders Menschen, die sich zur Zeit in Isolation oder Quarantäne befinden, also das Haus nicht einmal für einen kurzen Spaziergang oder den Einkauf verlassen dürfen, fällt derzeit oft die Decke auf den Kopf. Kommen noch räumliche Enge dazu oder die Sorge über liebe, vielleicht ältere oder vorbelastete Angehörige oder Freunde, reicht oft schon wenig, um zu verzweifeln.

Auf Initiative des Südtiroler Sanitätsbetriebes hat sich deshalb ein Netzwerk von Fachleuten gebildet, das unter dem Namen „Psychohilfe Covid19“ Hilfe und Unterstützung anbietet. Allen Institutionen, die im Bereich der psychischen Betreuung und Beratung arbeiten, war es ein Herzensanliegen, klare und gesammelte Tipps und Informationen zu geben, an wen man sich wenden kann. Diese können ab sofort unter der neu ins Leben gerufenen Webseite www.dubistnichtallein.it eingesehen werden.

Für Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist dies eine sehr wertvolle und notwendige Initiative: „Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen, sondern eine Fähigkeit, wenn Menschen, die seelische Belastungen spüren, selbst aktiv Hilfe und Beistand suchen.“

Überblick über die vielfältigen psychologischen Dienste

Roger Pycha, Primar des Psychiatrischen Dienstes im Gesundheitsbezirk Brixen und einer der Sprecher des neu gegründeten Netzwerks, betont: „Wir wollten einen leicht zugänglichen Überblick über die vielfältigen Angebote in Südtirol geben und durch eine Online-Seite aufzeigen, wo jemand Hilfe findet, jedoch auch beratend zur Verfügung stehen und Verhaltensweisen fördern, die für die Bewältigung der Krise von Nutzen sind.“

Das Angebot gliedert sich in drei Bereiche: Zum einen die Notfalldienste, die pausenlos erreichbar sind und für Dringlichkeiten aller Art zu jeder Tageszeit zur Verfügung stehen. Zweitens die klinischen Anlaufstellen, die spezialisierte Therapie und Beratung zu Bürozeiten anbieten. Und drittens die niederschwelligen Beratungsdienste, die allen Interessierten und Bedürftigen offen stehen, die im Zusammenhang mit Covid 19 in psychischen Schwierigkeiten stecken.

Alle Kontakte unter www.dubistnichtallein.it

Die Webseite www.dubistnichtallein.it wurde in Rekordtempo realisiert und bietet neben zahlreichen Tipps sämtliche Kontaktinfos. Unter anderem ist es möglich, Erklärungen zu den häufigsten Gefühlen – wie zum Beispiel Grübeln, Erschöpfung, aber auch Bewegungsmangel oder Langeweile – nachzulesen. Ein Aha-Effekt, der aufzeigen kann, dass man nicht allein ist mit diesen Problemen oder dass es anderen gleich geht. Wer Hilfe braucht,  kann sich an eine der angegeben Adressen wenden.

Am Netzwerk beteiligt sind alle öffentlichen Dienste der psychischen Gesundheit, Südtirols Psychologenkammer, private soziale Organisationen wie Familienberatung, Caritas, EOS, telefono amico, Young and direct, Forum Prävention, italienisches Rotes Kreuz und Initiativen wie die europäische Allianz gegen Depression.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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