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Watten gegen das Virus

Südtirols Treffpunkt zum Online-Watten wird immer beliebter: In Corona-Zeiten spielen bis zu 3.000 Besucher gleichzeitig.

von Lisi Lang

Stefan Peer und Lukas Weiss können sich den Hype um ihre Seite nicht erklären. In den letzten Wochen haben sich die Zugriffszahlen auf die Seite watten.org vervielfacht. „In diesen Tagen brechen wir alle Rekorde“, sagt Stefan Peer, der die stark angestiegenen Zahlen erst gar bemerkt hat. „Wir haben keine Werbung gemacht oder ähnliches, aber plötzlich sind die Zahlen um das acht- bzw. zehnfache angestiegen“, erklärt Stefan Peer.

Während vor der Corona-Krise abends durchschnittlich 300 Spieler online Südtirols beliebtestes Kartenspiel gespielt haben, sind es aktuell bis zu 3.000 User, die teilweise zeitgleich auf der Online-Seite watten. „Solche Zahlen hatten wir wirklich noch nie – das ist echt ein Wahnsinn“, freut sich der Traminer.

Im Jahr 2007 hat Stefan Peer die Seite zum Online-Watten im Rahmen seines Maturaprojektes erstellt. Kurze Zeit später ging die Seite erstmals online, wurde damals aber vor allem von Freunden und Bekannten des Traminers genutzt. „Da das Interesse am Spiel immer weiter angestiegen ist, haben ich mich entschieden, gemeinsam mit meinem ehemaligen Mitschüler Lukas das Spiel zu überarbeiten und auch die Benutzeroberfläche umzugestalten“, erinnert sich Stefan Peer.

Jetzt zeigt sich aber, dass der Südtirols Treffpunkt zum Online-Watten vor allem in dieser Krisenzeit immer beliebter wird.

Während der Corona-Krise gilt es komplett auf persönliche soziale Kontakte zu verzichten. Viele sind daher kreativ geworden und verabreden sich beispielsweise über WhatsApp oder andere soziale Medien zum Watten. Man startet ein neues Spiel, lädt drei Freunde ein und schon geht’s los. Gleichzeitig kann man auch parallel beispielsweise einen WhatsApp-Gruppenanruf starten und sich unterhalten. Es ist aber auch möglich, in ein Spiel einzusteigen und mit anderen Leuten zu watten. „Das Wichtigste ist jetzt einfach, dass die Leute alle daheim bleiben, und wenn wir einen kleinen Beitrag leisten können, dass die Leute zu Hause etwas Abwechslung haben, dann freut uns das natürlich“, sagt Stefan Peer. Südtirols beliebtestes Kartenspiel sorgt also in Quarantäne-Zeiten online für etwas Abwechslung.

Da die User-Zahlen in den letzten Wochen so stark angestiegen sind, haben Stefan Peer und Lukas Weiss bereits ein Serverupdate durchgeführt, damit die Seite wegen der vielen Zugriffe nicht zusammenbricht. Jetzt glauben die beiden für die nächsten Wochen gerüstet zu sein. „Früher war meistens abends auf der Seite mehr los, jetzt spielen viele Leute aber auch tagsüber, was zeigt, dass viele zu Hause sind“, so Stefan Peer.

Der Traminer beobachtet auch, dass ziemlich einige Spiele gesperrt sind. „Die Leute machen also schon vorab ein Zeit aus und treffen sich dann in diesem Spiel“, erklärt Peer. So scheinen viele Südtiroler auch während dieser Krisen-Zeit Kontakte mit Freunden und Familie zu pflegen.

Den beiden Programmierern ist es wichtig, auf Kunden-Feedback einzugehen und die Plattform weiterzuentwickeln. Deswegen wurde erst gestern beispielsweise die Möglichkeit eingeführt, mit dem „Super-Guaten“ zu spielen. „Es gab diesbezüglich einige Anfragen und wir haben versucht, diesen Wunsch umzusetzen“, erläutert der Traminer.

Mitspielen kann man auf der Online-Seite kostenlos. Die laufenden Kosten werden über Werbebanner abgedeckt. „Wir müssen bei den Anpassungsabreiten immer schauen, was machbar und sinnvoll ist, aber über die Werbeeinnahmen decken wir die Kosten“, so Stefan Peer. Die Arbeit und den Zeitaufwand, den die beiden Programmierer in die Seite investieren oder dafür aufbringen, Fragen und Mails der User zu beantworten, sehen sie als ihren Beitrag – so viel schaut nämlich nicht raus. „Diese Seite ist ein bisschen zu einer Passion geworden und wir machen es einfach gerne“, sagt Stefan Peer.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • politikverdrossener

    Gestern Abend( mehr wie 2900 Spieler )startete das Spiel nicht mehr, haben öfters versucht neu zu starten,leider nichts. Liegts an der Überlastung?Sonst eine Superidee in diesen Quarantänezeiten.

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