Du befindest dich hier: Home » News » Der „Drive-in“-Test

Der „Drive-in“-Test

Die Privatklinik Brixsana bietet nun Schnelltests und Abstriche zum Nachweis einer Covid-19-Infektion an. Zur Sicherheit des Personals werden die Tests wie bei einem „Drive-in“ von Autos aus durchgeführt.

von Markus Rufin

Seit rund einer Woche steht vor der Privatklinik Brixsana ein Triage-Zelt. Ziel der Zelter ist es, Patienten und Personal zu schützen. Nun wird das Angebot sogar erweitert. Ab sofort wird in der Brixsana die Diagnostik des Coronavirus angeboten.

Angeboten wird der Rachen- und Nasenabstrich zum Nachweis einer akuten COVID-19 Infektion. Dieser wird bei allen Patienten durchgeführt, die seit maximal einer Woche Symptome haben. Die Abstriche werden an ein Speziallabor gesandt und der Befund wird in der Regel innerhalb von drei Tagen erhalten.

Um die Sicherheit des Personals zu gewährleisten wurde neben dem bestehenden Triage-Zelt ein weiteres Zelt von der Einheit des Zivilschutzes der ANA (Associazione Nazionale Alpini Sezione Alto Adige) zur Verfügung gestellt und errichtet.

Für die Abnahme des Abstriches wurde im Hof der Brixsana ein Parkour errichtet, wo die Patienten mit ihrem Auto in einer Art „Drive-in“ den Abstrich direkt über das Seitenfenster bekommen. Sind noch weitere Untersuchungen notwendig, dann werden diese im neuen dafür ausgestatteten Zelt gemacht.

Zusätzlich zu diesem Test wird ab der nächsten Woche auch ein Corona Schnelltest für den Nachweis von Corona Virus Antikörpern angeboten. Dabei wird über einen Einstich an einer Fingerbeere ein Bluttropfen gewonnen und man bekommt wie bei der Messung des Blutzuckers innerhalb von drei bis fünf Minuten das Ergebnis.

Der Test ist nur eingeschränkt zu bewerten und gibt Informationen, ob der Patient eventuell Kontakt mit dem Corona Virus hatte. Bei einem positiven Testergebnis hat es einen solchen Kontakt gegeben und es wurden bereits Antikörper gebildet. Damit aber eine genauere Aussage zur Immunität gemacht werden kann, ist eine weitere Blutabnahme zur genaueren Bestimmung der Immunantwort notwendig.

Wenn die Immunantwort stark genug ist hat der Patient eine gewisse Immunität gegen das COVID-19 Virus. Allerdings gibt es keine 100-prozentige Sicherheit bei all diesen Tests und deshalb sollten die restriktiven Schutzmaßnahmen weiterhin eingehalten werden, bis es mehr wissenschaftliche Daten darüber gibt.

Die Tests dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn zuvor ein Termin vereinbart wurde. Dieser kann telefonisch oder über Mail gemacht werden. Der Patient erhält eine Terminbestätigung und ein Formular zugesandt, welches er mitbringen muss.

Auch Personen, die nicht in Brixen wohnhaft sind, dürfen, sobald sie einen Termin bekommen, zur Brixsana kommen, um den Test durchzuführen. Nur Personen von außerhalb der Provinz ist es nicht gestattet, den Test in der Privatklinik durchzuführen.

Die Dienstleistung wird nicht kostenlos angeboten, aber die Klinik hat sich aufgrund dieser sensiblen Phase der Pandemie auf einen fairen Preis geeinigt, nur um einen Teil der Kosten zu decken. Konkret bedeutet das, dass der Schnelltest 50 Euro kosten wird, während der Abstrich 100 beziehungsweise 200 Euro.

Wie der Sanitätsdirektor der Klinik Alexander Gardetto aber betont, beabsichtigt die Klinik damit aber keinesfalls große Gewinne zu machen: „Der Klinik bleiben nur ein paar Euro. Wir möchten mit diesem Test einzig und allein den Sanitätsbetrieb entlasten und Menschen helfen, die Gewissheit haben wollen.“

Gardetto persönlich habe von einigen Personen gehört, die das Haus nicht verlassen, weil sie Angst haben, infiziert zu sein, selbst aber keine Symptome zeigen. „Für sie ist der Schnelltest ideal“, meint der Sanitätsdirektor.“

Das Angebot der Diagnose des COVID-19 wurde durch Gardetto zusammen mit der Präsidentin der Klinik Francesca Pasquali und der Unterstützung des Gesellschafters Botzen Invest Euregio Finance in kürzester Zeit auf die Beine gestellt.

Auch der Sanitätsbetrieb wird demnächst mit Schnelltests beginnen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • carlchen

    Gute Maßnahme.

    Wenn wir „gut vorbereitet“ gewesen wären, so wie uns es Politiker seit Jahren und insb, seit Januar versprochen haben, hätten sie solche Drive-In´s EU-weit bereits im Februar aufgebaut.

    Dann hätte es die Krise nie gegeben.
    Das Versagen der herrschenden Politik hat Menschen getötet und vor allem unsere Wirtschaft vernichtet.
    Viele Arbeitsplätze werden für immer verloren gehen und für immer nach Asien verlagert werden.

    Stattdessen haben Politiker wie Jens Spahn die Pandemie bis Anfang März geleugnet. In D gibt es nichts: Keine Masken, dafür wir geleugnet, dass Masken Infektionen verringern.
    Die angeblichen Betten sind druch 80% durch nicht Corona-Infizierte belegt.
    Es gibt nicht mal Sauerstoff und Nahrung für Beatmungspatienten.

    Dennoch steigen die Versager in den Umfragen. Warum eigentlich?
    Offenbar haben wir die Politiker, die die sehr einfach gestrickte Masse des Volkes auch verdient.

  • golco

    Immer das selbe man kann mit Geld auch ein Test kaufen andere haben nicht zu essen ; aber jemand verdient daran

  • novo

    Also das Zelt ist von den Alpini, der Parkplatz von Brixsana und wer mach die Tests? Alpini, oder Brixsana? Im Übrigen schaut das eher nach einem Geschäftsmodell aus, als nach einem Dienst an der Bevölkerung.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen