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Hochbetrieb im Krematorium

Krematorium am Bozner Friedhof (Foto: Gemeinde Bozen)

Die hohe Covid-19-Todesrate in Südtirol führt zu einem rapiden Anstieg der Einäscherungen im Krematorium am Bozner Friedhof. Bis zu 20 am Tag.

von Thomas Vikoler

Wenn die wirtschaftlichen Tätigkeiten in Südtirol inzwischen auf ein Minimum zurückgefahren werden mussten, so gibt es doch Bereiche, die – so makaber es klingt – von der Corona-Pandemie profitieren: Bestattungsunternehmen und das Haus Athesia, das derzeit in seinen Tageszeitungen „Dolomiten“ und „Alto Adige“ eine Flut von Todesanzeigen veröffentlicht.

Südtirol hat eine auffallend hohe Covid-19-Todesrate, sie ist etwa doppelt so hoch wie in Österreich. Bis Freitag sind in Südtirol 60 Menschen mit nachgewiesenem Coronavirus verstorben.

Besondere Auswirkungen hat dies auf den Betrieb des Krematoriums am Städtischen Bozner Friedhof. Dort wurden, um die gestiegene Zahl von zu Verbrennenden zu bewältigen, zuletzt Sonder- und Wochenendschichten gefahren. Zusätzliches Personal wurde eingesetzt, um die Einäscherungen durchzuführen.

Das Bozner Krematorium hat derzeit Hochbetrieb, die Kapazitäten werden beinahe täglich überschritten.

Das sagen auch die Zahlen: Wurden in der Vergangenheit in den zwei Öfen des Krematoriums täglich zwischen zehn und zwölf Leichname verbrannt, waren es in den vergangenen Tagen – auch am Wochenende – von 18 bis 20. Die vorgesehene Kapazität der beiden Öfen liegt bei zwölf Einäscherungen pro Tag.

In Südtirol wird laut Statistik jeder vierte Verstorbene verbrannt, in der Gemeinde Bozen sind es 80 Prozent.

Dass der Anteil wegen des Cronavirus angestiegen ist, glaubt Arturo Tonazzi vom Verein Socrem, der einen Teil der Einäscherungen betreut, übrigens nicht. Es gebe keine sanitäre Empfehlung, Personen, die mit Covid 19 verstorben sind, einzuäschern.

Laut Informationen der TAGESZEITUNG wurden zuletzt auch etliche Coronavirus-Tote aus dem Trentino im Bozner Krematorium verbrannt. Auch das erklärt den rapiden Anstieg der dort vorgenommenen Verbrennungen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • andreasdergscheidere

    Todesanzeigen könnte man bei coronazeiten auch gratis veröffentlichen….Eine Sauereidass man immer das letzte herauspressen muss

    • unteruns

      @andreasdergscheidere, da hast du wohl Recht…. es gibt aber noch weitere Bereiche wo man nicht unbedingt die genannte Sauerei anwenden muss….. Das liegt wohl am Egoismus des Menschen

  • waldhexe

    Ich sitze jetzt seit dem 12.März zuhause.
    Ich weiss immer noch nicht wie diese Todensfälle zu bewerten sind.
    Sind diese Toten „AN“ Corona oder „MIT“ Corona verstorben.
    2019 1.Trimester 1239 verstorbene,das sind fast 14 verstorbene am Tag
    In welchen Rahmen bewegen wir uns 2020 ?

    • hopasak

      Deine Frage ist berechtigt!
      Ganz im Gegensatz zum Verfasser des Artikels, der es mit der Recherche wie des öfteren nicht so genau nimmt?
      Aber Hauptsache im Sinne des journalistischen „Vogelfrei-Prinzips“ scharf schießen und Stimmung machen …
      Coronaviren wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert.
      Covid19 ist „lediglich“ eine Namensgebung. Der Virus mutiert ständig und ist deshalb nicht dingfest zu machen. Die Infektionen gehen auf den Coronavirus zurück und dieser ist testbar.
      Deshalb bezieht sich die Todesrate unter Umständen auf den Coronavirus und NICHT auf Covid (bestätigte Todesfälle aufgrund Covid19: 3 Personen!)
      Um eine evtl. Infektion mit Covid19 zu bestätigen, muss an Verstorbenen eine pathologische Kontrolle, sprich Autopsie durchgeführt werden.
      Wird das gemacht? Ich bezweifle das …

  • prof

    Es wäre ja ganz einfach,bekannt geben wieviel Tote gab es in Südtirol die ersten 3 Monate 2019 und jetzt 2020.

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