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Der Miet-Notfall

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„Viele Arbeitnehmer könnten am Ende des Monats Probleme mit der Miete haben“, meint die Gewerkschaft AGB/CGIL. Denn der Lohnausgleich betrage nur maximal 1.129 Euro.

Nach Ansicht der Gewerkschaft AGB/CGIL haben die beschlossenen und strikt umgesetzten Maßnahmen gegen das Coronavirus ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt und es bestehe die Gefahr, dass durch das völlige oder teilweise Fehlen des Monatsgehaltes in vielen Familien Engpässe bei der rechtzeitigen Zahlung der Mieten entstehen könnten. „Dabei gilt es zu bedenken, dass die Mieten die Einkommen der Familien in Südtirol stark belasten“, so der AGB/CGIL.

Für die Gewerkschaft hat die Regierung mit dem Dekret „Cura Italia“ die sozialen Stoßdämpfer verstärkt, um auf die entstandene Notsituation zu reagieren. Aber: „Trotz dieser Maßnahmen werden die Kaufkraftverluste spürbar sein. Der Lohnausgleich beträgt 80 Prozent des Bruttogehaltes, darf aber eine Höchstgrenze nicht überschreiten, die für Einkommen unter 2.159,48 Euro bei 939,89 Euro liegt und bei 1.129,66 Euro für Einkommen über diesem Betrag.“

Der AGB/CGIL schreibt in einer Aussendung:

„Wir hoffen auf die Intervention der Provinz für diejenigen, die aufgrund der Unterbrechung oder des Verlustes der Arbeit vorübergehend Schwierigkeiten haben, die Kosten für die Miete zu tragen. Man könnte die bereits bestehenden Mietbeihilfen nutzen und die erforderlichen Mittel dort bereitstellen, oder einen speziellen Covid-19-Fonds einrichten.

Es sollten auch klare Regeln verabschiedet werden. So sollten alle bereits bestehenden Mietrückstände genau ausgewertet werden, um nicht ein bewusstes Fehlverhalten, auch aufgrund eines lässigen Umgangs mit dem Gesetz, zu belohnen. Sollte die Krise länger anhalten, wäre es sinnvoll, den Mietern des Wohnbauinstitutes die Möglichkeit zu geben, eine sofortige Anpassung der Mieten, bei einem voraussichtlich deutlichem Einkommensrückgang, zu beantragen.

Für diejenigen, die einen Kredit für die Erstwohnung abbezahlen, hoffen wir, dass so schnell wie möglich das Rundschreiben zur Umsetzung der von der Regierung beschlossenen Norm veröffentlicht wird, die eine Stundung oder eine Verlängerung des Kredites ermöglicht, um sowohl den Kreditnehmern, als auch den Banken die nötige Sicherheit zu geben.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (15)

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  • carlotta

    Den Mieter des Wobi???? De eh lai 50 Euro zahlen!! Was ist mit den Mietern, die 1.000 Euro zahlen ??? Wieder amol werd die sogenannte aber nicht wirkliche Mittelschicht ausgeschlossen.. pärig

    • osterhase

      Genau. es braucht unbedingt Maßnahmen für die Mieter. Wir Mieter in Südtirol müssen uns selbst zusammenschließen denn der Mieterschutz Südtirol ist ein Witzverein, seit die Coronakriese ausgebrochen ist hat er zugemacht, niemand erreichbar.
      In Deutschland wurden sofort Maßnahmen für die Mieter gesetzt, so darf man Mieter ab sofort ein Jahr nicht mehr Kündigen auch wenn sie die Miete nicht bezahlen.
      Außerdem sollte es möglich sein die Kaution mit der Miete zu verrechnen.
      Angesichts der Wirtschaftlichen Gesammtlage wird es auch notwendig sein die Mieten neu zu verhandeln.

  • thomassigmund

    Lieber AGB/CGIL vergesst das mit Mietzuschüssen und Beiträgen. Das ist viel zu kompliziert. Die Mieten müssen ausgesetzt werden, ebenfalls die Fälligkeiten der Strom- und Gasrechnungen. Österreich hat es gestern bereits vorgemacht. In Deutschland wurde am Dienstag beschlossen, dass aufgrund von Corona keine Mietverträge gekündigt werden können. Auch das kann man bei uns leicht machen. Die Regierung muss dazu nur die Wirkung des Art. 5 des Gesetzes Nr. 392 vom 27.07.1978 (Disziplin der Vermietung von Immobilien in Stadtgebieten) in Verbindung mit den Artikeln 1455 und 1456 des Zivilgesetzbuches aussetzen. Aber vergisst das mit den Mietzuschüssen. Die Leute brauchen das Geld jetzt um ihre Familien ernähren zu können und nicht um fällige Mieten zu zahlen.

    • osterhase

      Danke für den fachlichen Beitrag kann dir nur zustimmen. Aber wenn wir hier nicht Druck auf die Politik machen passiert gar nichts, da nicht Systemrelevant. Wenn die Kredite nicht zurückgezahlt werden kommen die Banken in Schwierigkeiten deshalb wird es da sofort Maßnahmen geben. Bei den Mietern kommen nur Einzelpersonen oder Familien in Schwierigkeiten, ohne öffentliche Aufmerksamkeit wird es schwierig Unterstützung zu erhalten.

  • ronja

    @carlotta Die Wobi Mieten werden Aufgrund des Einkommens der Antragsteller berechnet. 50€ bezahlen die wenigsten Wobi Mieter, es sei denn sie sind Mindestrentner mit einem Einkommen von 400€, dass solche Menschen mehr Hilfe benötigen wird doch hoffendlich evident sein?!
    In den Monaten September bis Oktober kann man für di Wobi Wohnungen ansuchen, dies steht jedem Südtiroler frei, auch dir!
    Darlehen für den Kauf von Erstwohnungen werden auch ausgesetzt, darüber kannst du dich notfalls auch noch beklagen, denn diese Maßnahme trifft sicherlich nicht nur den Mittelstand.

  • franz1

    Südtirol ist und bleibt ein „Politischer Selbstbedienungsladen“, angefangen unten bei den Eigenverwaltungen (Fraktionen) bis hinauf zu den „wir verdienens uns ja“, die Volksver……
    Dabei werden sie von den“Ressorts des Landes“ noch unterstützt, bis hierher ist der „Politische Wille“ durchgesickert….

  • kirke

    Nicht ärgern!
    Wenn es richtig eng wird, wissen wir bei wem was zu holen ist.

  • goggile

    SCHAFFT ALLE BEITRÄGE AB! DANN SIND DIE MIETWOHNUNGEN SEHR GÜNSTIG ZU BEKOMMEN!

  • itler

    Warum sollte nur den Mietern geholfen werden? Dann ist ja jeder blöd der sich ein Haus baut oder eine Wohnung kauft und sich für 30 Jahre verschuldet. Denn dort wird der Kredit nur aufgeschoben. Die Mieten würden ja nicht aufgeschoben sondern reduziert bzw bezahlt.
    Aktuell jammern ALLE rum, sie verstehen aber nicht dass wenn allen Geld ausgeschüttet wird, das wieder alle bezahlen müssen (steigende MwSt etc).

  • goggile

    ZUGEWANDERTE DIE FAMILIEN GRÜNDEN AUF KOSTEN UNS ALLER; DIE WIR DURCHFÜTTERN MIT ENTEIGENETEN STEUERGELDERN MÜSSEN KINDER VON AMTS WEGEN WEGGENOMMEN WERDEN: KINDER DARF NUR HABEN WER ES SICH AUCH LEISTEN KANN. ALLES ANDERE IST VÖLLIG VERANTWORTUNGSLOS UND BIS JETZT VON VÖLLIG VERKASPERTEN POLITIKERN GEFÖRDERT WORDEN

  • jennewein

    schon über jahre wussten die politiker dass die löhne in südtirol eines der teuersten provinzen
    italiens viel zu niedrig sind.man hat nie reagiert,es hat die PO. ja nicht direkt betroffen im selbstbedienungsland südtirol.
    das leben und die mieten sind unverschämt hoch und man hat nie etwas unternommen.
    vermieter,unternehmer,hotelie,usw. sind halt gute kollegen von bestimmten leuten.
    da macht man halt nichts.

    • meintag

      Ist so weil die Wirtschaftschefs genau wissen dass das Geld von den Unteren Schichten in Form von Steuergeld kommt.
      Als Beispiel kann man Einen der Onorevoli hernehmen der im Haupt „Beruf“ sich Makler nennt. In diesen Zeiten wie Jetzt wird jeden Tag ein anderer Wirtschaftspräsident in die Medien geschickt um Hilfe für die eigene Lobby zu „erlottern“.

  • emma

    aber wenigstens werden die mietwohnungen zz gut ausgenutzt, alle sind ja tag und nacht drinnen.

  • roli

    1.129,66 Euro Höchsbetrag auch für Politiker sonst werd ich sauer.

  • ronja

    @carlotta Die Wobi Mieten werden Aufgrund des Einkommens der Antragsteller berechnet. 50€ bezahlen die wenigsten Wobi Mieter, es sei denn sie sind Mindestrentner mit einem Einkommen von 400€, dass solche Menschen mehr Hilfe benötigen wird doch hoffendlich evident sein?!
    In den Monaten September bis Oktober kann man für di Wobi Wohnungen ansuchen, dies steht jedem Südtiroler frei, auch dir!
    Darlehen für den Kauf von Erstwohnungen werden auch ausgesetzt, darüber kannst du dich notfalls auch noch beklagen, denn diese Maßnahme trifft sicherlich nicht nur den Mittelstand.

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