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Lateinstunde online

Prof. Tom Smith bei einem abendlichen Tutoriumsmeeting mit Schülern

Außergewöhnliche Situationen erfordern außerordentliche Ideen und Mittel – frei nach diesem Motto haben die Professoren des Franziskanergymnasiums auf die neuen Herausforderungen, welche die Schließung der Schulen in ganz Italien  mit sich gebracht haben, auf innovative Weise reagiert.

Angesichts der Tatsache, dass ein gemeinsames Organisieren der neuen Lehrmethoden über die sonst üblichen Konferenzen nicht möglich war, organisierten sich die Lehrenden zur Planung der neuen Maßnahmen kurzerhand über Online-Plattformen. Koordiniert wurde das Vorgehen vom Direktionsrat, welcher mehrmals wöchentlich via Konferenzschaltung die dafür notwendigen Schritte auf den Weg brachte. Am Ende der mehrtägigen Planungs- und Probephase steht nunmehr ein Konzept, das auf mehreren Säulen basiert.

Das bisher schon über das digitale Register erfolgte Übermitteln und Kontrollieren von Arbeitsaufträgen wird nun von digital übermittelten Arbeitsblättern, von selbst erstellten Tutorials und Videosequenzen begleitet bzw. durch diese ergänzt. Als besonders wichtig und bereichernd entpuppt sich mehr und mehr das eingeführte wöchentliche Online-Tutorium, in dessen Zuge die Schüler via Video-Meeting gruppenweise mit den Fachprofessoren interagieren und so Fragen zum vermittelten Stoff stellen oder aber Übungen gemeinsam können.

Die dafür gewählte Plattform ermöglicht eine Form der Zusammenarbeit zwischen Schülern und Referent, welche der normalen Situation in der Klasse sehr nahe kommt.  Neben den erstaunlichen Ähnlichkeiten zum realen Unterrichtsablauf in der Klasse (Wortmeldung nur nach digitalem Handzeichen, völlige Ruhe während der Erklärungseinheiten durch den „Stummschalten“-Modus) birgt das verwendete Konzept auch eine Reihe pädagogisch interessanter Möglichkeiten: Arbeit in Kleinst- bzw. Leistungsgruppen, Kopräsenz durch Zuschaltung von weiteren Lehrpersonen, Einsatz alternativer und digitaler Unterrichtsmaterialien sowie den Vorteil für die Schüler, das eigene Arbeitsumfeld zuhause so effizient und gleichzeitig angenehm wie möglich gestalten.

Wenngleich der betriebene Aufwand erheblich ist: Auf diese Weise konnte mit einer Portion Findigkeit aus einer Ausnahmesituation eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten gemacht werden, die auch Potential für die Zukunft birgt – weil außergewöhnliche Situationen oft eben auch (Schülern wie Lehrern) außergewöhnliche Möglichkeiten eröffnen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • franz02

    Kompliment! Es ist immer erfreulich, wenn Positives von einer Schule berichtet werden kann, wenn die Lehrer/innen und Schüler/innen innovative Ideen haben und diese auch umsetzen, was Einsatz und Mühe kostet, aber auch Begeisterung und Freude am Tun voraussetzt. Dass dies an einem klassischen Gymnasium – Lyzeum geschieht, ist umso lobenswerter, ist doch dieser Schultyp von vorne herein nicht unbedingt technisch so ausgestattet wie z.B. eine Technische Fachoberschule (Gewerbeoberschule) oder gar eine Berufsschule.
    Ich nehme an, dass es auch andere Schulen in Südtirol gibt, die in Corona-Zeiten erfrischende Ideen umsetzen oder eine längst praktizierte Tradition in der Anwendung neuer technikgestützter Lernmethoden verstärkt einsetzen und zur Geltung bringen. Ich möchte hier stellvertretend nur drei nennen, das Realgymnasium Meran (die Schule, an der das digitale Register entstanden ist) das Realgymnasium Bruneck und die TFO Bruneck. Und sicherlich gibt es eine Reihe weiterer Schulen mit ungewöhnlichen und didaktisch wertvollen Ideen.Dass die Bolzano – Bene – Schule Franziskaner (die Schule mit dem weitaus höchsten Index des sozioökonomischen Hintergrundes in Südtirol) es in die Zeitung schafft, ist verständlich und soll für die Anwendung innovativer didaktischer Mittel förderlich sein.

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