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„Verlängerter Karfreitag“

Bischof Ivo Muser hofft, dass das Coronavirus vielen Menschen das Beten wieder beibringt.

Im leeren Bozner Dom hat Bischof Ivo Muser am 4. Fastensonntag die Eucharistie gefeiert.

Bei dem Gottesdienst bezeichnete der Bischof die Coronakrise als einen „verlängerten Karfreitag“. In seiner Predigt forderte der Bischof die Gläubigen auch dazu auf, besondern die am meisten gefährdeten Menschen zu schützen: „Diese müssen wir durch verantwortungsvolles Verhalten schützen. Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen.“

„Brüder und Schwestern, wir durchleben schwierige Tage, eine beispiellose Situation. Diese Situation fordert uns heraus, macht uns sogar Angst. Aber gerade diese Erfahrung kann uns die Augen für das Wesentliche öffnen: für das Geschenk des Lebens, für die Bedeutung der Gemeinschaft, für den Sinn für Solidarität, für die Aufmerksamkeit für das Gemeinwohl“, sagte Bischof Muser in seiner Predigt.

Und weiter: „Die Erfahrung, die wir in diesen Tagen und Wochen machen müssen, fordert uns menschlich und geistlich heraus. Ich kann nur hoffen, dass diese einschneidende Erfahrung wieder vielen Menschen das Beten beibringt, nicht aus Angst und auch nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil das Gebet die Augen öffnet, weil das Gebet befreit, ermutigt, entlastet, einfach guttut.“

Bischof Muser sagte auch, dass auch die Kirche in diesen schwierigen Tagen auf den Coronavirus-Notstand mit großem Verantwortungsbewusstsein und Nähe reagiert habe: „Nächstenliebe und Liebe werden in dieser Zeit, die man auch einen verlängerten Karfreitag nennen könnte, nicht unterbrochen.“ Die Liebe zur Zeit des Coronavirus zeige sich gerade in der Aufmerksamkeit für andere, beginnend mit den kostbaren und konkreten Gesten vieler Freiwilliger und Vereine, sagte der Bischof.

„Die Seelsorger stehen den Gläubigen zum Zuhören und zum Dialog zur Verfügung, auch auf sehr kreative, bisher nicht gekannte Art und Weise. Und selbst wenn sie die Eucharistie allein feiern, feiern sie immer in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche und begleiten das Volk Gottes in dieser Fastenzeit der Brüderlichkeit. Meine Gedanken gehen insbesondere an die älteren und am stärksten gefährdeten Menschen, denen wir jederzeit mit Gebet nahe sind und die wir durch verantwortungsvolles Verhalten schützen müssen. Andere zu lieben bedeutet, sie zu respektieren und zu schützen, und in diesen schwierigen Tagen bedeutet es, jedem einzelnen Menschen und der ganzen Gemeinschaft noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, richtete der Bischof schließlich einen Appell der Achtsamkeit an die Gläubigen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (9)

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  • norbert234

    Die Kirche kann auch den vielen Helden dieser schwierigen Zeit z.B. Schutzmasken spenden, oder Beatmungsgeräte kaufen. Das würde helfen.
    Und so Demut und Nächstenliebe vorleben.

  • kleinlaut

    Den Aasgeiern scheint jedes Mittel recht zu sein!

  • gerhard

    …vielen Menschen wieder das Beten beibringt…
    Bei solcher Überheblichkeit und Arroganz kommt mir das Kotzen.
    Lieber Bischof,
    hoffentlich zuerst Ihen Mitbrüdern, die sich an Kindern vergangen haben.
    Achtsamkeit ist kein Privileg der Gläubigen, sondern aller guten Menschen.
    Rufen Sie dazu auf, dass alle Menschen, die keinen lebensnotwendigen Auftrag haben zu Hause bleiben sollen.
    Rufen Sie auf zum dankbaren Gebet für all diejenigen, die jetzt für andere Menschen da sind.
    Aber lassen Sie solche unerträglichen Sprüche.

    Ihr Ateist aus Deutschland.

    • kurt

      Ja Herr Bischof ,genau in diesen schwierigen Zeit würde es den von ihnen propagierten allmächtigen,gütigen und ewigen Gott brauchen ,nur immer das beste aus den jeweiligen Situationen heraus zuholen und den Rest unter den Tisch zu kehren ist auch nicht der Sinn der Sache .
      Wie kann oder soll man an so eine Religion glauben ?????????.
      Wenn der Herr so groß und gütig ist wie sie sagen dann hätte dies und vieles andere Leid vermeiden können ,hernach daher kommen und behaupten das nur wegen der Güte Gottes alles wieder gut ist ,ist egoistische und naive Auslegung .
      Wir schreiben 2020 und nicht 15 oder 1600 !!!!.

  • gerhard

    Stimmt , KURT.
    Ja, GOTT SEI DANK nicht 1600!!
    Zu dieser Zeit hat das katholische Terrorregime Hexen öffentlich verbrennen lassen.

  • erich

    Die Seelsorger stehen den Gläubigen zum Zuhören und zum Dialog zur Verfügung, auch auf sehr kreative, bisher nicht gekannte Art und Weise.
    Das glaube ich gerne, sie werden es kaum mehr schaffen bei den vielen sterbenden älteren Menschen die hinterlassenen Güter mit dem Himmel einzutauschen.

  • annamaria

    Oh mein Gott! Kann man da sagen und nicht mehr! Wo bleibt die Hilfe der Kirche an die, die jetzt alle helfen die Krise in den Griff zu kriegen. Beten hilft da nichts!!

    • kurt

      @annamaria
      Eben ,dieser Gott der vom Bischof so schön geredet wird ,hätte schon sein wahres Gesicht zeigen können jetzt ist es zu spät und der Laie ist schon imstande sich seine eigenen Gedanken zu machen !!!!!!.

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