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„Eine Beinahe-Katastrophe“

Fünf Mitarbeiter des Krankenhauses Brixen wurden positiv auf Covid-19 getestet. Das Spital bleibt aber geöffnet. Gesundheitslandesrat Thomas Widmann spricht von „großem Glück“.

von Markus Rufin

In den letzten Tagen erhielt die TAGESZEITUNG gleich mehrere Anrufe besorgter Mitarbeiter des Krankenhauses Brixen, die berichteten, dass es angeblich zu einem Infektionsfall im Spital kam.

Dass die Besorgnis der Mitarbeiter nicht unbegründet ist, wurde gestern ersichtlich. Gesundheitslandesrat Thomas Widmann bestätigte nämlich, dass fünf Personen positiv auf Covid-19 getestet wurden. Widmann entwarnt aber zeitgleich: „Der Dienst im Krankenhaus Brixen kann auf jeden Fall weitergeführt werden.“

Dennoch war die Situation in den letzten Tagen bei den Mitarbeitern des Krankenhauses äußerst angespannt. Widmann spricht sogar von einer „Beinahe-Katastrophe“.

Wie der Gesundheitslandesrat berichtet, bewarb sich ein Arzt des Krankenhauses Brixen vor Kurzem an einem anderen Spital im Ausland. Dort wurde er vor wenigen Tagen positiv auf das Coronavirus getestet. Der Sanitätsbetrieb wurde umgehend informiert. Zudem wurden zwei Mitarbeiter durch Patienten angesteckt. „In diesem Fall greift ein Protokoll, das vorsieht, dass das gesamte Personal, das mit dem Arzt im Kontakt war, getestet werden muss“, erklärt Widmann.

In der Folge wurde eine Vielzahl von Tests durchgeführt. Im Krankenhaus Brixen selbst bereitete man sich bereits auf das schlimmste vor. Durch Patienten aus Gröden, die die Infektion mitgebracht haben und die hohe Mitarbeiterdichte wurde vermutet, dass sich das Virus schnell verbreitet hat.

In der Nacht auf Mittwoch dann aber die Entwarnung: Nur drei Mitarbeiter des Krankenhauses wurden positiv getestet. Heißt: Fünf Mitarbeiter des Krankenhauses sind infiziert. Thomas Widmann bestätigt, dass es eine „Riesenangst“unter den Verantwortlichen gab: „Wären beispielsweise 50 Mitarbeiter positiv getestet worden, hätte man ganze Abteilungen schließen müssen. So können die Dienste im Krankenhaus aber aufrecht erhalten werden.“Das steht fest, auch wenn noch einige Tests ausständig sind.

Abgesehen von den geltenden Einschränkungen im ganzen Land (Reduzierung der nicht-dringenden Visiten und Behandlungen, um Humanressourcen besser einsetzen zu können), wird es im Krankenhaus Brixen also keine weiteren Maßnahmen geben.

Widmann macht den Fall auch öffentlich, weil er glaubt, dass man damit noch einmal einen Aufruf an die Bevölkerung richten kann: „Man hat an diesem Beispiel gesehen, wie schnell ein funktionierendes Gesundheitssystem in Bedrängnis geraten kann, wenn intern Ärzte infiziert werden.“Das gesamte Krankenhaus hätte im schlimmsten Fall für 14 Tage geschlossen werden müssen. Das hätte schlimme Folgen für das tagtägliche Gesundheitssystem.

Sein Appell: Die Maßnahmen müssen ernst genommen werden und die sozialen Kontakte sollen auf ein Minimum beschränkt werden. „Außerdem darf man nur ins Spital gehen, wenn es wirklich notwendig ist“, betont Landesrat Widmann.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • marting.

    das zur Hygiene in unseren Krankanhäusern
    wieviele Patienten inzwischen auch angesteckt wurden?

  • frederike333

    Südtirol scheint auf „dem Corona-Auge“ blind zu sein. Wieder einmal muss der Hinweis von außen („Ausland“) kommen.

  • zusagen

    da sollte einem schon anders werden. Was wenn wir nicht wiederholt vom Ausland über die bei uns stattfindende unkontrollierte Virusverbreitung informiert würden!? Etwas scheint bei uns grad gewaltig daneben zu gehen

  • george

    @zusagen
    Ja, eure Aussagen und Kommentare hier gehen gewaltig daneben.

    • drago

      Dass die Informationen im Laufe der Coronaviruskrise von einem Extrem ins andere gekippt sind von besserer Grippe hin zu tödlicher Pandemie) und speziell unser Land/unsere Politiker sich dabei auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, steht ja wohl außer Frage. Dass dadurch die Glaubwürdigkeit offizieller Aussagen etwas gelitten hat, wundert nicht.

    • zusagen

      @george
      ja, einige Kommentare gehen hier tatsächlich daneben. Leider aber auch deiner, wie du dir erlaubst alle hier in denselben Topf zu werfen. Es scheint halt doch Tatsache zu sein dass die Bevölkerung wiederholt zuerst vom Ausland über die bedrohliche Lage informiert worden ist. Und auch dann wurde von unseren Stellen teils erst zögerlich reagiert. Les dir dazu auch gerne den Artikel von Christoph Franceschini auf salto durch

      • george

        Ja, leider auch deiner, ‚zusagen‘. Du willst wohl andere belehren, wo du selber einmal bei dir anfangen müsstest. Benimm dich nicht daneben, so wirst du auch nicht angeeckt. Beurteile nicht andere und betreibe bei dir selber Gewissenserforschung.
        Sage mir mit wem du zusammen bist und ich sage dir wer du bist. So ist nun einmal die harte Wirklichkeit, die du und viele andere hier ganz einfach nicht wahrhaben wollt. Nur schimpfen, da seid ihr gleich zur Stelle.

    • frederike333

      george, könnten Sie Ihren Einwand bitte in irgendeiner Form begründen.

      • george

        Nun, ‚frederike333‘, liest du und merkst du denn nicht, wieviele hier nur auf tiefstem Niveau polemisieren, poltern und schimpfen über jene, die jeden Tag im Gesundheitssektor und an den Schaltstellen hart an der Sache arbeiten müssen und in einer sehr unsicheren Lage immer wieder neue Entscheidungen herbeiführen und Maßnahmen treffen müssen?
        Meint ihr (die meisten jedenfalls hier) wirklich denen in diesen Medien als Anonyme ständig am Zeug flicken zu müssen? Habt ihr überhaupt eine Ahnung wie schwierig diese viralen Geschichten einzuschätzen und zu handhaben sind?

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