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„Rom ist wie ausgestorben“

Im römischen Parlament wurden die Arbeit auf ein Minimum reduziert und ein Notplan für den Fall erstellt, dass ein Abgeordneter positiv getestet wird.

Von Matthias Kofler

„So etwas haben wir noch nie erlebt“, sagt Senator Meinhard Durnwalder.

Im römischen Parlament herrscht in diesen Tagen der Ausnahmezustand. Die Arbeiten im Plenum und in den Kommissionen wurden auf ein Minium reduziert, die Hygienevorschriften verschärft, Besucherzutritte sind untersagt. Behandelt werden nur noch dringliche Gesetzesdekrete, etwa die Erweiterung des Haushaltsdefizits um 7,5 Milliarden Euro, mit der die Regierung den unter der Coronakrise leidenden Betrieben und Familien unter die Arme greifen will. Der Plenarsaal wird täglich desinfiziert, die Schaumstoffhülle der Mikrofone muss ständig ersetzt werden.

In den Sitzungssaal dürfen nur noch 350 der 630 Kammerabgeordneten sowie 161 der 315 Senatoren, gestaffelt nach parlamentarischer Stärke. Hier ist von den Abgeordneten äußerte Disziplin gefordert, da zum Beispiel die Haushaltsänderung die Anwesenheit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten vorschreibt. Auch die Redezeiten wurden gekürzt: Die Autonomiegruppe etwa hat nur noch zehn Minuten für die Generaldebatte und sieben Minuten für die Stimmabgabeerklärung.

Die Angst sei spürbar, berichtet Durnwalder, zumal im Parlament Menschen aus ganz Italien zusammenkommen. In den Flugzeugen nach Rom säßen höchstens zehn Passagiere, auch die Züge seien so gut wie leer.

Als Senats-Quästor hat Durnwalder am Notplan für den Fall mitgearbeitet, dass ein Abgeordneter positiv getestet wird: Demnach werden alle Personen, die mit dem infizierten Parlamentarier in Kontakt standen – etwa in Fraktions- oder Kommissionssitzungen – umgehend in häusliche Quarantäne gestellt. Auch die Parlamentarier, die sich mit dem in der Zwischenzeit positiv getesteten PD-Vorsitzenden Nicola Zingaretti getroffen hatten, wurden einer Kontrolle unterzogen, die negativ ausfiel. Südtirols Parlamentarier waren von dieser Maßnahme nicht betroffen.

„Als Politiker haben wir Vorbildcharakter“, unterstreicht Durnwalder. Daher sei es unabdingbar, dass im Parlament sämtliche Sicherheitsvorkehrungen aufs Strengste eingehalten werden. Rom, eine Stadt, die vom Tourismus lebt und in der normalerweise immer chaotische Zustände herrschen, sei zurzeit „wie ausgestorben“, die Straßen leergefegt, viele Betriebe hätten ihre Mitarbeiter nach Hause geschickt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (30)

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  • leser

    Durnwalder
    Das problem hast du nicht
    Aber stell dir mal vor eine familie bzw person die am 20. Das geld fertig hat wie meinst wird die reagieren wenn der kühkschrank keer ist?
    Was passiert wenn ihr eine anarchiesituation auslöst
    Ansratt furmenbeiträge anzudenken solltet ihr über helikoptergeld nachdenken das für den gemeinen bürger zugutekommt
    Aber im gegensatz zu deutschland oder der schweiz ist der italienische staat pleute und muss jede hilfe über eine neuverschuldung verabschueden
    Das ist die gefährlichste tatsache

  • emma

    des ist sicher auch ein AAKS spetialist.

  • criticus

    „Als Politiker haben wir Vorbildcharakter“
    Dass ich nicht lache Herr Durnwalder! Ausgerechnet die vollgefressene Kaste der Politiker; die überall Einsparungen (siehe besonders Sanitätseinheit) vorgenommen hat, hat bei sich selbst nie gespart. Im Gegenteil immer mehr und immer mehr. Leer waren die Bänke in den Kammern ja immer, oder man hat in den Bänken geschlafen. Von den Spezialpreisen die ihr da unten für Essen usw. zahlt können die Italiener nur träumen. Einfach jämmerlich!!! Jeder Italiener wird euch sagen, dass die Politiker Italien ruiniert haben!

  • nostradamus

    Ja ,
    hätten unsere liebsten Politiker schon die Anzahl der ehrenwerten Senatoren und Parlamentarier reduziert (Laut neuem Gesetz …),
    dann wäre dies der „normale“ Status.

    Aber wenn man sich so manche Sitzungen der Lokalpolitiker ansieht, haben sie auch nch jeweils ein Sessel frei dazwischen, vor lauter Pflichtschwänzern die nicht im Saal sind…

  • alsobi

    „Als Politiker haben wir Vorbildcharakter“……..ja vor allem wenn es um euren Vorteil, speziell Geldbeute geht. Armselig!

  • asoet

    Ja Herr Durnwalder. Da Sie ja Vorbildcharakter haben und es für Sie in Rom derzeit kaum was zu tun gibt, wäre es wohl angebracht als „Vorbildcharaktermensch“ bis auf Weiteres auf Ihr stattliches Politikergehalt zu verzichten oder es für Sinnvolleres zu spenden.

  • prof

    @leser
    Den einzigen Satz den du ohne Fehler schreiben kannst,ist eine Beleidigung.

  • marionw.

    Jedem seine Meinung, aber anscheinend nutzen manche Leser jede erdenkliche Gelegenheit um populistische Sprüche etwa über Politikergehälter oder die „vollgefressene Kaste der Politiker“ zu klopfen. Ich finde das in diesem Zusammenhang nicht nur vollkommen deplatziert sondern äußerst geschmacklos!!! Jeder von uns sollte nun die Situation ernst nehmen und Verantwortung zeigen und nicht die eh schon 1.000 Mal geschriebenen Hass-Sprüche reißen!!!

    • leser

      Marionw.
      Erklär das den kellnern den kôchen den hausmeustern usw due seud gestern auf der strasse sind
      Und erkläre mir warum achammer schulet und kompatscher heute mit den lokalbänkern in verhandlung geht um über die stundungen der selbstverschuldeten millionenkredite für ihre wellnesstempel
      Ich glaube unternehmerrusiko ist nucht sache des bürgers
      Ich kenne auch keinen hotelier der mit mir seinen porsche teilt

      • marionw.

        Ich verstehe aber nicht, was die Situation der Angestellten im Gastgewerbe damit zu tun hat, dass die Politiker in Bozen, Rom und an allen Orten, an denen sie Verantwortung tragen, jetzt sitzen und nach Lösungen GENAU FÜR DIESE Probleme suchen, die Sie ansprechen. Der Vollständigkeit halber darf ich ergänzen, dass sich Achammer&Co bereits vergangene Woche mit den Sozialpartnern getroffen hat und wenn man sich heute darüber berät, wie man Kredite zurückbezahlen kann, obwohl nun wichtige Einnahmen in den Betrieben fehlen, dann hilft das gerade den Köchen, Hausmeistern und Kellnern, damit sie in der kommenden Sommersaison überhaupt noch einen Arbeitsplatz haben!!!

        • leser

          Dem mein lieber ist nur teilweise so
          Den eine stundung der kredite ist nicht vorrangig sondern verhandlungssache von geschäftspartnern bank und in duesem falle hotelier als beispiel
          Einer bank steht es frei ob sie zum beispiel 6 monaten an rückzahlung aussetzt im rückzahlungsplan hi ten anhängt due zinsen erlässt oder sonst was
          Aber das hat nuchts mit dem arbeitsausfall vom personal zu tun det nun ab sofort für mindestens 6 monate keinen job und einkommen hat ich bin der überzeugung ein sozialplan hat sich um das zu kümmern und auch gesetzliche instrumente müssen für das greifen
          Ich kritisiere nicht politiker oder sonstige verantwortluche sondern ich greife verhaltensfirmen an due von der eigentlichen sorge das thema verfehlenaber der bürger trotzdem zur kasse gebeten wird
          Natürlich sind duese arbeitsplätze dueser art von virneherein weniger oder überhaupt nicht geschützt
          Wobei das zuhausebleiben eines landesbediensteten zumindest im einkommen gesichert ist geht die existenz vieler hotelangestellten in die knie
          So seh ich das
          An den äusserung der verantwortluchen verhandler unter denen auch achammer mitredet habe ich nur herausgehört dass man sich bemüht die kreditlasten der unternehmer abzudämpfen und dem kurzfristig entlassen angestellten sogar vom gang zum arbeitslisenamt abrät
          Entschuldige ich sehe darin hilfslosigkeit inkompetenz und eine anständigen anteil von gleichgültigkeit
          Aber ich bin auch in der glücklichen lage nicht von duesen damen und herren abhängig zu sein und darf auch sagen sue nuemals gewählt zu haben denn in jeder notsituation stellt sich heraus dass man von ihnen verlassen ist
          Jüngstes vergkeichsbeispiel sind due letzten erdbebenkatastrophen der letzten jahre wo nach grosskotzigen hilfszusagen heute noch ruinen stehen und due leute grossteils nich in kontainern schlafen mussen
          Entschuldige ich kann mich nicht mit duesen vertretern identifizieren und schon gar nicht darauf stolz sein

    • ronvale

      Marion

      Politikerprivilegien sind immer anzuprangern, ob Virus oder kein Virus

      Und natürlich haben diese Damen und Herren jetzt das Privileg sich frei zu nehmen, während Angestellte weiterhin in ihrem Großraumbüro buggeln dürfen. Jemand muss ja sehen dass der Laden weiterläuft und das Land nicht völlig zum Erliegen kommt

      • marionw.

        …habe ich da etwas versäumt? Soweit ich das sehe haben Achammer, Durnwalder, Kompatscher usw. nicht „das Privileg frei zu nehmen“… oder haben Sie da andere Informationen???

        • leser

          Marionw.
          Sie setzen nur virgaben aus rom um entschuldigen sich dafür weil sue teilweise im nonsens stehen und gehen verhandlungen nach due das thema von sozialverantwortung verfehlen
          Ich dummer bürger seh die situation von dieser seite

          • george

            Ja, du „dummer bürger“ kannst auch nicht verständlich schreiben bzw. dein Smartphone korrekt bedienen. Deshalb solltest du dich auch nicht über andere aufregen.

          • leser

            Ach jergile
            Ich gkaube du kannst dumm nicht mal definieren und schon gar nicht herleiten
            Was soll ich mit dir reden

          • george

            ‚leserle‘
            „Ich dummer Bürger“, das hast doch du von dir geschrieben. Also trifft deine Antwort wiederum dich selbst, nämlich dass du „dumm nicht einmal definieren kannst und schon gar nicht herleiten“. Sonst hättest du es wohl nicht geschrieben.

    • criticus

      @marionw.
      Werte marionw., sicher gibt es in diesen Foren Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen.
      Doch beantworten Sie mir einige Fragen:
      – Wer belügt das Volk, saugt es mit Steuern aus, nur sich selber gönnt man immer wieder Lohnerhöhungen sowie Vergünstigungen?
      -Wer hat die Sanitätseinheit tot gespart und bei sich weiterhin Vergünstigungen genehmigt?
      -Wer in der Privatwirtschaft kann es sich leisten nicht zur Arbeit zu kommen und dennoch sehr gut bezahlt werden?
      -Wer kann sich in der Privatwirtschaft leisten während der Arbeit zu schlafen oder Stundenlang auf Handys rum zu tippen?
      -Können Sie ihren Chef etwas versprechen, es dann nicht halten und dennoch Unsummen verdienen?
      -Wer hat Italien in den Bankrott getrieben, die Wirtschaft und der einfache Arbeiter sicherlich nicht, oder?
      So und nun verraten Sie mir mal wer diese Schlaumeier sind?
      Übrigens, eine ganz Schlaue haben wir auch in Südtirol! Die freut sich, wenn Sie wegen dem Corona-Virus frei bekommt und auf der anderen Seite kassiert sie 12.000 Euro Außendienst.
      Da passt doch irgend etwas nicht, oder?

  • jennewein

    politiker Vorbildcharakter einfach nur geil.

  • franz1

    .. sowas habe ich noch nie erlebt….
    Jo der Junge isch zu jung, dei in Rom lossn sich olle van Steuerzahler ausholtn sowie dei in Bozn mit do „Luschtign“ dei olles a bissl fremd und hezig findet..

  • kurt

    @franz1
    Ich habe den „Jungen “ anlässlich einer Feier letztes Jahr im Sommer in Sand In Taufers beobachtet ,also so einen überheblichen ,arroganten,ungebildeten Angeber kann man wirklich nur in den SVP Politiker Reigen finden ,dass was der sich einbildet schlägt den Boden aus dem Fass !!!!!!!!!!!.
    Das was übrig geblieben ist war mein offener Mund und die wackelnden Ohren !!!!!!!!!
    UNGLAUBLICH !!!!!!!!!!!!!!!.

  • franz1

    @ kurt,

    da könnt ich dir ein paar Gaaanz andere Sachen erzählen, nur der Junge rückt in Richtung Durni…
    Er isch in do SVP und glab olles zu können…

  • alsobi

    @franz1, kann nur hoffen dass – wenn wir einmal diese Coronageschichte überstanden haben – die große Abrechnung kommt. Mir graust vor solchen Typen..

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