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Gefährliche Dämmungen?

Foto: LFV

Die letzten Glutnester des Großbrandes in Burgstall wurden am Montag gelöscht. Florian Alber, Kommandant der Berufsfeuerwehr Bozen, über die Frage, ob Wärmedämmungen im Brandfall gefährlich sind.

Tageszeitung: Herr Alber, nach dem verheerenden Brand in Burgstall fragen sich viele Bewohner von Klimahäusern, ob die Fassadendämmung im Brandfall zum Desaster führt?

Florian Alber: Grundsätzlich ist zu sagen, dass Wärmedämmungen im Sinne des Umweltschutzes nicht mehr wegzudenken sind. Ob sie zur Gefahr werden, hängt davon ab, ob sie fachgerecht verbaut werden. So müssen in die Isolierungsmaterialien auch Brandschutzriegel eingebaut sein, speziell bei Wohnhäusern. Das bewirkt, dass immer nur ein kleiner Teil abbrennen kann. Außerdem müssen die Fensteröffnungen geschützt sein, damit ein Fassadenbrand nicht in den Wohnraum eindringen kann. 

Bewohner von wärmegedämmten Häusern leben also nicht gefährlicher?

Nein, wenn die Wärmedämmung fachgerecht angebracht ist und die Fassade ordentlich gewartet wird. Die Fassade sollte repariert werden, wenn sich Löcher bemerkbar machen. Im Brandfall können die Flammen nämlich durch diese in die Fassade eindringen. Auch der Verputz sollte intakt sein. Wichtig ist auch, dass man keine Motorfahrzeuge, Müllbehälter oder leicht entflammbare Gegenstände an eine isolierte Hauswand stellt.  

Brennen Dämmwände aus Kunststoff schneller als Dämmwände aus Naturmaterialien?

Das ist von Fall zu Fall verschieden. Generell kann man jedoch sagen, dass Kunststoffe eher dazu neigen schneller abzubrennen. Dämmmaterialien aus Naturstoffen sind im allgemeinen schwerer entflammbar. Es entsteht eher ein Glimmbrand, der allerdings am Ende auch dazu führt, dass die Fassade brennt. 

Ist bei so großen Fassadenbränden seitens der Feuerwehr überhaupt ein Eingreifen möglich oder bleibt nur das kontrollierte Abbrennen?

Für die Freiwilligen Feuerwehren ist die Bekämpfung von Fassadenbränden schon länger ein Thema und sie werden auch darauf vorbereitet. Bei Fassadenbränden, die eine gewisse Dimension überschreiten, ist das Löschen allerdings nur schwer möglich. Es werden deshalb Riegelstellungen errichtet und so die Ausbreitung des Feuers vermieden. 

Interview: Karin Gamper

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • ich1979

    Es gilt im Prinzip das gleiche wie im Holzbau, ganz einfach.

  • zusagen

    Ich hoffe der Brand muss nicht mit dieser Meldung in Verbindung gebracht werden.

    „120 Stare fallen wie Steine vom Himmel – Experten stehen vor Rätsel
    In Triboltingen (Thurgau) haben Passanten vor kurzem auf einer kleinen Fläche 120 Stare tot aufgefunden. Nach Untersuchungen in Bern ist klar, dass die Vögel wegen Lungenblutungen und Traumata gestorben sind. Viel weniger klar ist hingegen die Todesursache“

  • cif

    „Viel weniger klar ist hingegen die Todesursache“

    Vlt. weil sie vom Himmel gefallen sind?

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