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Der Geschmeichelte

Der 50-jährige Anwalt Igor Janes soll Bürgermeister-Kandidat der Lega in Bozen werden. Er wird am Donnerstag entscheiden, ob er antritt oder nicht.

von Markus Rufin

Am Freitag wird die Lega bekannt geben, wer ihr Bürgermeisterkandidat für die Gemeinderatswahl am 3. Mai werden wird. Bis dahin wollte die Lega nicht verraten, wer der Kandidat wird. Doch in den letzten Stunden wurde ein Name besonders häufig genannt: Igor Janes.

Wie die TAGESZEITUNG gestern berichtete, gilt der 50-jährige Anwalt bereits seit längerem als Favorit der Lega. Eine offizielle Bestätigung fehlte bisher. Doch nun gibt auch er zu: „Ich wurde tatsächlich gefragt, ob ich als Unabhängiger kandidiere. Ich habe mich für das Interesse bedankt und fühle mich sehr geschmeichelt, ich bin derzeit aber noch am Überlegen.“

Gestern teilte er der Lega mit, dass er noch zwei Tage Bedenkzeit gefordert hat, die Entscheidung sei sonst überstürzt. Morgen will er aber bekannt geben, ob er kandidieren wird oder nicht.

Die Anzeichen verdichten sich also, dass es sich beim geheimnisumwobenen Kandidaten tatsächlich um Igor Janes handelt. Besonders auffällig: Der Wahlkampfverantwortliche der Lega Filippo Maturi hat die Kandidatenbekanntgabe für Freitag angekündigt, Janes wird sich morgen entscheiden.

Maturi selbst zeigt sich angesprochen auf Janes verwundert: „Ich weiß nicht, woher diese Nachricht kommt. Wir sprechen derzeit jedenfalls nicht über den Bürgermeisterkandidaten sondern über unser Parteiprogramm.“

Dass der 50-jährige Anwalt, der durchaus bekannt in Bozen ist und sich beispielsweise als Anwalt des Unternehmer Giovanni Podini einen Namen gemacht hat, sich für politische Ämter interessiert, wurde bereits vor vier Jahren ersichtlich.

Damals hatte die FI-Koordinatorin Michaela Biancofiore versucht, Janes als Spitzenkandidat des Mitte-Rechts-Bündnisses zu lancieren. Auch damals wurde ein parteiunabhängiger Kandidat gesucht, letztendlich kam es aber zum Bruch des Bündnisses. Eine Nähe zu Mitte-rechts ist also ebenso gegeben.

Janes ist überzeugt, dass das heuer anders laufen wird: „Auch wenn ich nicht dabei bin, habe ich es so verstanden, dass ein Bündnis recht wahrscheinlich ist.“

Am Montag begannen die Gespräche zwischen Lega, Forza Italia und Fratelli d’Italia bezüglich eines möglichen Mitte-Rechts-Bündnisses. Tatsächlich berichtet Maturi über ein „gutes Klima“, eine Entscheidung werde man aber erst später treffen: „Wir haben gesehen, dass einige Vorstellungen, wie Bozen in den nächsten zehn bis 15 Jahren aussehen soll, durchaus ähnlich sind. Aber wir müssen alles genau analysieren und schauen, ob die Umstände gegeben sind.“

Wann genau die Entscheidung bezüglich eines möglichen Bündnisses fällt, möchte Maturi nicht sagen. Für ihn steht nur so viel fest: „Wir sprechen zuerst über Themen und dann über den Bürgermeisterkandidaten.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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