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„Squadra di campioni“

Im Kampf gegen das Coronavirus fordert Matteo Salvini eine breit gestützte Regierung der nationalen Einheit. Michaela Biancofiore sagt: „Auch die SVP soll mittun.“

von Matthias Kofler

Matteo Salvini verfolgt ein großes Ziel: Er will den verhassten Ministerpräsidenten Giuseppe Conte stürzen. Seit Tagen bombardiert der Lega-Chef seinen ehemaligen Verbündeten Conte unentwegt mit belehrenden Videobotschaften, in der Hoffnung, von der allgemeinen Unsicherheit profitieren zu können.

Auch Matteo Renzi ist auf den Anti-Conte-Zug aufgesprungen: Gleich wie Salvini spricht sich der Vorsitzende von Italia Viva für die Bildung einer breit gestützten Regierung der nationalen Einheit aus, da der Ministerpräsident der Herausforderung durch das Coronavirus nicht gewachsen sei. Gemeinsam könne man die Kräfte bündeln und die Ausbreitung der Seuche eindämmen, sind sich die beiden Spitzenpolitiker einig.

Wie reagieren Südtirols Parlamentarier auf den Vorstoß der beiden Matteos?

Julia Unterberger, Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat, hält von einer solchen Notstandsregierung gar nichts: Das sei ein „absurder und unrealistischer Vorschlag“, meint die SVP-Politikerin. „Es ist allerhand, dass Salvini sogar den Notstand durch die Coronagrippe dazu benutzt, zu seinem Ziel zu kommen – nämlich die Regierung zu stürzen“, sagt Unterberger. Sie bedauert, dass alle Kommentatoren schreiben, dass auch Renzi nun im Hintergrund mit Salvini gegen Conte paktle. Dabei habe der Lega-Chef im Kampf gegen die Coronaepidemie äußerst widersprüchlich agiert: „Als es in Italien noch keine Fälle gab, hat Salvini gefordert, die Grenzen zu schließen und Schengen auszusetzen. Jetzt wo die Infektionsherde in Italien sind, regt er sich über die auf, die die Grenzen schließen wollen“, schüttelt die SVP-Senatorin den Kopf.

Eine absolute Fürsprecherin einer Einheitsregierung ist hingegen die Kammerabgeordnete Michaela Biancofiore. „Das ist eine sehr gute Idee“, zeigt sich die Mitterechtspolitikerin überzeugt. Was Italien jetzt benötige, sei eine „squadra di campioni“, eine Mannschaft der Champions, die es durchaus gebe. Dieser „Nationalmannschaft“ sollten aus Biancofiores Sicht nicht nur die Mitterechtskräfte und Matteo Renzi, sondern auch die SVP beitreten. Gemeinsam könne man eine „Föderation“ bilden, in der jede politische Kraft ihre Selbstständigkeit behalten könne. „So wie einst Thukydides sagte und was der Leitspruch Europas sein sollte: In der Diversität vereint“, sagt die Kammerabgeordnete.

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE: Was Massimo Bessone und Albrecht Plangger vom Vorschlag halten.

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