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Resonance

R for Resonance

Der aus Singapur stammenden Künstler und Filmemacher Ho Tzu Nyen zeigt in der ar/ge Kunst Resonance, die Fortsetzung seines Langzeitprojekts The Critical Dictionary of Southeast Asia (CDOSEA).

CDOSEA begann 2012 als fortlaufende Arbeit des Künstlers über seine Herkunftsregion „Südostasien“. Bei dieser handelt es sich um eine in den 1940er-Jahren von der britischen Kolonialmacht oktroyierte regionale Identität, die dazu gedacht war, ein riesiges Territorium mit einer Vielzahl ethnischer Gemeinschaften unterschiedlichster Sprachen, Glaubensvorstellungen und Formen sozio-politischer Organisation unter einer gemeinsamen Verwaltung zusammenzuführen. Durch die kontinuierliche Fortschreibung von CDOSEA entwickelt Ho Tzu Nyen eine langfristige methodologische Herangehensweise an die kritische Reflexion von Identität in einer durch diffuse Grenzziehungen geprägten Region.

R for Resonance umfasst neben einer Virtual-Reality-Erfahrung (VR) auch eine Video- und Soundinstallation sowie einen Wandtext, die eigens für den Ausstellungsraum der ar/ge kunst überarbeitet wurden. Verschiedene Erlebnisebenen verbinden sich zu einem Environment und machen vielfältige Bedeutungsschichten der Arbeit in einer komplexen, mehrere künstlerische Medien und Disziplinen wie Film, Theater, Musik und Literatur vereinenden Praxis für das Publikum erfahrbar.

Ho Tzu Nyen erkundet das Phänomen der Resonanz als einer Eigenschaft, die mit dem Klang des Gongs assoziiert wird, eines aus Bronze gegossenen Instruments, das in spirituellen und sozialen Ritualmusiken in der gesamten Region Verwendung findet. Sein Resonieren, sein Mit- und Nachschwingen, wird hier zum „konzeptuellen Hauptmotor“ für die Weise, wie sich Südostasien mit seinen vielen verbindenden Facetten zu einem gedanklichen Bild verdichten lässt. So dient die VR-Erfahrung als eine immersive Redaktionsmaschine, die einen anderen Zugangsmodus als den der reinen Vernunft erlaubt. Sie umfasst Formen körperlichen, kognitiven wie auch empathischen Wissens und gestattet uns, dem fein gesponnenen Netz wechselseitiger Verflechtungen in der Region, zwischen belebten und unbelebten Akteuren, Landschaftsformen und Materialien, Klimaten und Geschichten, die Südostasien ausmachen, nachzuspüren.

Ho Tzu Nyen studierte bildende Kunst am Victorian College of the Arts in Melbourne und South East Asian Studies an der National University of Singapore. Er zeigte Einzelausstellungen unter anderem in Artspace, Sydney (2011); im Mori Art Museum, Tokio (2012); im Asia Art Archive, Hongkong (2017); im McaM, Shanghai (2018); in TPAM, Yokohama (2018); im Edith-Russ-Haus, Oldenburg (2019). 2011 vertrat der Künstler Singapur auf der 54. Biennale von Venedig. Gruppenausstellungen der letzten Jahre (Auswahl): 10th Shanghai Biennale (2014); Guggenheim, Bilbao (2015); Guggenheim, New York (2016); QAGOMA, Brisbane (2016); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2017); Dhaka Art Summit, Dhaka (2018); Gwangju Biennale, Gwangju (2018); National Gallery, Singapur (2018); Sharjah Biennial 14  (2019). Im Dezember 2019 wurde Ho Tzu Nyen im Kunstranking „Power 100“ des britischen Kunstmagazins ArtReview zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunstszene gezählt.

Termin: Eröffnung am 21. Februar um 19 Uhr  in der ar/ge Kunst, Galerie Museum. Am 22. Februar findet um 11 Uhr
ein Gespräch zwischen Ho Tzu Nyen und dem Künstlerischen Leiter der ar/ge kunst Emanuele Guidi statt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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