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Werkschau Carmen Tartarotti

Carmen Tartarotti: Es ist der schmale Grat zwischen Realität und Poesie, der mich interessiert.

Die ersten Wettbewerbsfilme der 34. Ausgabe des Bolzano Film Festival Bozen stehen fest. Die Werkschau ist der Südtiroler Filmemacherin Carmen Tartarotti gewidmet.

Was 1987 im kleinen Rahmen begann, hat sich zu einer wichtigen Plattform sowohl für internationale, als auch für Filmschaffende aus Südtirol entwickelt. Das Herzstück des Bolzano Film Festival Bozen, das dieses Jahr vom 21. – 26. April 2020 stattfindet, sind die Wettbewerbsfilme, unterteilt in Spielfilm und Dokumentarfilm. Sie geben Einblick in das aktuelle Filmschaffen der umliegenden Länder Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien, zeigen neue Tendenzen auf, legen Brüche in unserer Gesellschaft frei und folgen dem oft neuen und unkonventionellen Blick der jungen Filmemacherinnen und Filmemacher. „All meine Filme“, so die junge Südtirolerin Maura Delpero, „entstehen aus einem persönlichen Impuls heraus. Etwas berührt mich, lässt mich nicht mehr los, ich will verstehen.“ Maura Delperos Film Maternal läuft im Wettbewerb um den besten Spielfilm.

Die ersten Spielfilme im Wettbewerb am Bolzano Film Festival Bozen

MATERNAL ist der erste Spielfilm der Bozner Dokumentarfilmerin Maura Delpero. Der Film erzählt von Lu und Fati, zwei 17-jährigen Frauen in einem italienischen, religiösen Heim für junge, alleinerziehende Mütter in Buenos Aires. Die beiden teilen sich ein Zimmer und kämpfen mit sich und ihrer neuen, ungewollten Mutterrolle.

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT nennt sich der zweite Spielfilm des deutschen Regisseurs Ilker Çatak. Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer, der von einem besseren Leben jenseits des Bosporus träumt. Er bittet Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Und sie lässt sich auf dieses Wagnis ein.

SOLE, ein Film von Carlo Sironi, erzählt die Geschichte von Ermanno, einem Jungen, der sein ganzes Leben zwischen Glücksspiel und kleinen illegalen Aktivitäten wie Diebstahl lebt.Er bekommt den Auftrag die gleichaltrige Polin Lena zu beaufsichtigen, die schwanger nach Italien kommt, um ihr Kind zu verkaufen.

 DER TAUCHER ist der erste Spielfilm des österreichischen Dokumentarfilmers Günther Schwaiger. Die Wienerin Irene ist eine starke Frau, die mit ihrer 18-jährigen Tochter Lena auf Ibiza lebt. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gerät ins Wanken, als Irenes Ex- Partner Paul nach Ibiza zurückkehrt. Seine Weltkarriere als Komponist und Musiker ist in Gefahr. Demnächst wird er vor Gericht stehen, weil er Irene schwer misshandelt hat.

MEIN ENDE. DEIN ANFANG ist der Debütfilm der Münchner Regisseurin Mariko Minoguchi. Für Nora und Aron ist es Liebe auf den ersten Blick. Ihr Aufeinandertreffen war reiner Zufall, sagt Nora. Alles ist vorbestimmt, sagt Aron. Doch dann wird Aron plötzlich aus dem Leben gerissen. Für Nora bleibt die Zeit stehen und sie lernt Natan kennen. Sie hat das seltsame Gefühl, ihn bereits zu kennen, ahnt aber nicht, was sie wirklich verbindet.

Die Werkschau am BFFB ist der Filmemacherin Carmen Tartarotti gewidmet

Carmen Tartarotti wuchs in den 1950er Jahren in Latsch, im Vinschgau auf. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Politik in Frankfurt am Main. 1981 realisierte sie ihren ersten experimentellen Kurzspielfilm Kribus-Krabus-Domine, der 2019 in der Retrospektive „Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen“ auf der Berlinale gezeigt wurde. Er stellte den Beginn einer freien, unabhängigen Filmarbeit dar. In der Folge widmete sich Carmen Tartarotti dem Dokumentarfilm, wählt ihre Filmthemen vorwiegend selbst und zeichnet als Autorin, Regisseurin und Produzentin. Über Ihre Filmarbeit sagt sie: „Es ist der schmale Grat zwischen Realität und Poesie, der mich interessiert. Es gibt so viele unbeachtete Dinge, die uns umgeben. Erst wenn eine spezifische Aufmerksamkeit in einem vorhanden ist, eine gewisse Spannung und die Bereitschaft sich damit zu beschäftigen, kann sich etwas entzünden. Es ist ein bisschen wie mit der Liebe. Es braucht den erotischen Moment“. Die Filmemacherin lebt und arbeitet in Berlin.

In der Werkschau werden ausgewählte Filme der Regisseurin gezeigt, wie Paradiso del Cevedale (1993), Das Schreiben und das Schweigen (2009) und Wir können nicht den hellen Himmel träumen (2014). In einem Werkstattgespräch wird Carmen Tartarotti über ihre Herangehensweise als unabhängige Filmemacherin sprechen.

Das Bolzano Film Festival Bozen findet vom 21. – 26. April 2020 statt. Alle Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.filmfestival.bz.it, sowie auf Facebook und Instagram. Neu: Seit 1. Jänner befindet sich unser Festivalbüro im Waaghaus, Lauben 19/A, in Bozen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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