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Jägerstätter in Südtirol

Foto: Foxsearchlight

Im Film „Ein verborgenes Leben“ von Terrence Malick über den österreichischen Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter wird Kastelruth zur eindrucksvollen Filmkulisse.

Von Thomas Vikoler

Dass der Film in Deutschland und Österreich in diesen Tagen anläuft, wenn dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gedacht wird, ist wohl kein Zufall. „Ein verborgenes Leben“ (Original: „A Hidden Life“) erzählt die Geschichte des österreichischen Bauern und frommen Katholiken Franz Jägerstätter, der von den Nazis exekutiert wurde, weil er aus Gewissensgründen den Militärdienst bei der Wehrmacht verweigerte. Im Alter von 36 Jahren wurde er in Brandenburg durch das Fallbeil hingerichtet.

In der Biographie zeigen sich gewisse Parallelen mit jener des Bozners Josef Mayr Nusser, wie dieser wurde Jägerstätter inzwischen seliggesprochen.

Im Film „Ein verborgenes Leben“ wird Jägerstätter vom deutschen Schauspieler August Diehl verkörpert, bekannt als SS-Sturmbandführer in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“. Weitere prominente Darsteller sind Valerie Pachner als Ehefrau Franziska, Tobias Moretti, Ulrich Matthes, Karl Markovics und Bruno Ganz. Noch prominenter ist der Regisseur des Films, Terence Malick, der auch das Drehbuch für „A Hidden Life“ schrieb. Er schrieb mit Filmen wie „Badlands“ „Der schmale Grad“ oder „The Tree of Life“ Filmgeschichte.

Bemerkenswert an dem Film ist – neben der in harten Kontrasten beinahe brutal inszenierten Lebensgeschichte Jägerstätters – die Kulisse: Die Landschaftsszenen wurden – außer in der deutschen Sprachinsel Sappada/Plodn – im Sommer 2016 in Südtirol gedreht: In Brixen, wo auch einige Massenszenen aufgenommen wurden, im Volkskundemuseum von Dietenheim, auf der Franzensfeste, Schloss Velthurns und oberhalb von St. Valentin zwischen Seis und Kastelruth. Dort entstanden die eindrücklichsten Bilder, die nun auch auf dem Plakat zum Film zu sehen sind: Jägerstätter/Diehl vor der Kulisse von Santner und Schlern, die von dunklen Wolken umringt sind. Zu sehen ist er dort auch, wie er auf einem Acker Korn schneidet.

Bei den Aufnahmen im Jahre 2016 trug der Film noch den Arbeitstitel „Radegund“ nach dem Ort St. Radegund im österreichischen Bundesland Salzburg, in dem Franz Jägerstätter wohnte. Dass Südtirol als Ersatz-Drehort ausgesucht wurde, hat offenbar damit zu tun: „In St. Radegund ist alles zu modern, da war das Drehen mit dem Weitwinkel nicht möglich“, erklärt Hauptdarstellerin Valerie Pachner nach der Premiere des Films bei den Filmfestspielen in Cannes im vergangenen Mai.

„Ein verborgenes Leben“, der demnächst auch in Südtirol anläuft, scheint allerdings nicht unter den von der Filmförderungsanstalt IDM mitfinanzierten Filmen auf. Es spielten jedenfalls zahlreiche Südtiroler mit. Im Sommer suchte eine deutsche Agentur 300 Komparsen zwischen 18 und 75 Jahren aus dem Raum Brixen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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