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Die Einkommen unserer Politiker

Franz Ploner ist mit einem Einkommen von 206.871 Euro der mit Abstand reichste Landtagsabgeordnete. Zu den Top-Verdienern gehören auch Josef Unterholzner, Sepp Noggler und Brigitte Foppa. Der LH landet nur im Mittelfeld.

von Matthias Kofler  

Verkehrte Welt in Südtirol: Landeshauptmann Arno Kompatscher ist zum ersten Mal in seiner Amtszeit nicht mehr der reichste Landtagsabgeordnete. Ex-Primar Franz Ploner hat ihm den Rang als Krösus im Lande abgelaufen. Dies geht aus den Einkommenserklärungen der Mandatare für das Jahr 2018 hervor, die auf der Homepage des Hohen Hauses veröffentlicht wurden.

Die Zahlen und Fakten: Regierungschef Arno Kompatscher erklärt ein Jahreseinkommen von guten, aber nicht berauschenden 137.705 Euro (alle Angaben sind brutto). Im Jahr zuvor verdiente der SVP-Politiker noch 183.965 Euro. Nun wird er, was das Einkommen betrifft, von einer Handvoll Abgeordneten überholt – und landet nur noch im oberen Mittelfeld. An der Spitze liegt der Team-K-Politiker Franz Ploner mit einem Einkommen von 206.871 Euro, das er als Primar am Krankenhaus Sterzing verdient hat. Auf Platz 2 folgt sein Fraktionskollege Josef Unterholzner: Dem Unternehmer aus dem Burggrafenamt ist ein unglaubliches Kunststück geglückt: Während er 2017 noch ein Einkommen von läppischen 2.946 Euro erklärt hatte, darf er sich im Jahr darauf mit einem Einkommen von 179.652 Euro als zweitreichster Abgeordneter des Landes betiteln.

Aufs Gehalts-Treppchen springt auch Landtagspräsident Sepp Noggler, der ein Einkommen von 154.530 Euro deklariert hat. Nur knapp dahinter landen Landesrat Thomas Widmann (152.731 Euro) und die Grüne Brigitte Foppa (148.703 Euro). Die Zahlen sind jedoch mit großer Vorsicht zu genießen. Es stimmt nur bedingt, dass ein Landesrat Arnold Schuler (135.148 Euro) weniger verdient als eine Ulli Mair (137.158).

Seit der Reform der Politiker-Entschädigungen vor drei Jahren erhalten die Mitglieder der Landesregierung nämlich – zusätzlich zum Abgeordneten-Gehalt von 10.500 Euro brutto im Monat – eine Funktionszulage, die in Form einer Spesenpauschale ausbezahlt und nicht versteuert wird. De facto handelt es sich um ein Gehaltsbestandteil: Zusätzliche 4.600 Euro im Monat bekommt der Landeshauptmann, 4.100 Euro seine Vizes, ein Landesrat darf sich über weitere 3.600 Euro im Monat freuen. Diese Beträge scheinen jedoch nicht in den Jahreseinkommen auf, wodurch der Gesamteindruck ordentlich verfälscht wird.

Aufschlussreicher ist daher der Blick auf das Einkommen jener Abgeordneten, die 2018 noch nicht im Landtag saßen. Der Ärmste unter den Reichen ist – wie schon im Vorjahr – Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber, der ein Einkommen von mageren 14.125 Euro erklärt hat (diese speisen sich aus zwei Monaten Landtags-Gehalt). 2017 hatte der Landwirt aus Marling überhaupt kein besteuerbares Einkommen deklariert. Arm wie eine Kirchenmaus ist auch der Lega-Abtrünnige Carlo Vettori, der ein Einkommen von bescheidenen 29.208 Euro erklärt hat. Der drittärmste Volksvertreter ist der SVP-Ladiner Manfred Vallazza mit einem Gesamteinkommen von 33.438 Euro, Jungpolitikerin Jasmin Ladurner (39.215 Euro) landet auf dem viertletzten Platz.

SVP-Fraktionssprecher Gert Lanz hat im Jahr vor dem Konkurs seines Betriebs 84.965 Euro verdient – deutlich weniger als der damalige Generaldirektor des Landes, Hanspeter Staffler (143.210 Euro). Bei den meisten Neo-Mandataren bedeutet der Einstieg in die Politik einen Aufstieg in der Gehaltsleiter. Lega-Landesrat Massimo Bessone (42.979 Euro) verdient mittlerweile das Dreifache. Auch der Hotelier Helmut Tauber (62.107 Euro), der Grillino Diego Nicolini (59.717 Euro) und der Team-K-Landwirt Peter Faistnauer (75.557 Euro) dürften nun, wo sie im Hohen Haus sitzen, ihr Einkommen verdoppeln. Es stimmt also nicht, dass sich die Politik nicht mehr lohnen würde – außer man ist Primar am Krankenhaus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (29)

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  • franz19

    Wie kann man denn nur 33.000 Euro verdienen als Landesrat , einen Buschenschank und 30 Milchkühe Herr Valazza….

    • steve

      Ich frage mich wie man als Verwaltungsangestellter im Sterzinger Krankenhaus mehr verdienen kann als der Landeshauptmann?! Und dann hat das Tk noch die Frechheit Presseaussendungen über die Gier des LH herauszugeben…

      • george

        ’steve‘, er war führender Verwalter eines Krankenhauses und gleichzeitig führender Arzt. Frag nach, was andere Ärzte in dieser Stellung verdienen. Frag nach, was bestimmte Manager verdienen, die nur Geld virtuell von einer Ecke in die andere schieben. Da könntest du vielleicht auch einige deiner Freunde antreffen, die weit mehr als der LH erhalten und wahrscheinlich weit weniger tun. Also schau einmal bei deinen Leuten nach und schimpfe nicht über politisch anders Gesinnte.

  • goggile

    unfähige zeitungskuktur! anstatt richter staatsanwälte polizisten rechnungshofangestellte einzeln nach rang aufzulisten, geht die hetzjagd gegen GEWÄHLTE MUNTER WEITER. allein gestern wurden komolette fehlanklagen gegen den brixner und meraner bekannt. deren keben wurden massiv durch fehlverhalten von beamten ruiniert. keine namen derer und natúrlich keine konsequenzen beruflicher und strafrechtlicher natur. die unantastbarkeit der justiz kann nur durch fähige politiker aufgehoben werden. unfassbare untragbare diktatorische zustände. medien die nicht imstande sind ross und reiter dieser fehler zu betiteln. bild.de hätte namentlich öffentlich die fehlerhafyen beamten auf die erste seite gross medial herausgebracht. vittorio sgarbi hätte auch ross und reiter genannt.

  • florianegger

    und man wundert sich, wenn sich fähige Bürger nicht bereit erklären politisch aktiv zu werden. Sich dieser Neidkultur auszusetzen haben sie nicht notwendig, zumal es genügend andere gleichdotierte Jobs gibt

    • yannis

      Wenn es tatsächlich was mit Neidkultur seitens den Bevölkerung zu tun hat dann hat es nicht mit dem Geld zu tun sondern das WENIGE bis NICHTS was diese Herrschaften für dies GELDER leisten !
      Kein Mensch in der Wirtschaft kann es sich leisten in seiner Arbeitszeit sein Privatvergnügen nachzugehen (Musik hören anstatt der Diskussion über politische Entscheidungen Aufmerksamkeit zu schenken)

  • derrick

    Wir sollten glücklich sein, dass der Leitner-Reber in den Landtag gewählt wurde…..Andernfalls wäre er zum Sozialfall geworden.

  • moosstattler

    Die Tageszeitung hat wieder einmal ihre unumstrittene Lieblingsgrafik, ein sattes Bündel Geldscheine zusammen mit einigen Politikern, ausgepackt – und befeuert damit, wie schon seit Jahren – leider erfolgreich – Neid und Abneigung gegen die Politik. Kein Wunder, dass sich immer öfter fähige Leute sagen: „Ich tu mir das nicht an“ . Dabei gibt es sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst jede Menge Leute, die gleich viel oder mehr verdienen. – Aber wer in der Politik tätig ist, sollte scheinbar arm wie eine Kirchenmaus sein und bleiben. So ein Unsinn!

  • ermelin

    Seit wann definiert sich Reichtum über das Einkommen (aus Arbeit) ???

  • politikverdrossener

    Myriam Atz_Tammerle 137158 Euros! für was denn??? Mich schmerzt es so sehr daß Ich mit meinen Steuergeldern trotz Nichtwähler,diese und Andere mitfinanziere

  • asterix

    Die Steuererklärungen von 2018 spiegeln die Situation nicht richtig wieder. 2018, vor der Wahl, war Franz Ploner zB. noch Primar. Natürlich hatte er da ein hohes Einkommen. Oder Jasmin Ladurner. Glaubt jemand dass eine Landtagsabgeordnete nur 39.000 Euro in Jahr verdient? Wartet auf die Steuererklärungen von 2019, dann stimmt das Einkommen.

    • leser

      Asterix
      Dass das aber nur hetze auf niederstem niveau ist hast du schon verstanden
      Kofker sollte mal darüber beruchten ob der tribus seinen rentenvorschuss für seine paar wochen als landtagsabgeirdner zurückgegeben hat

  • emma

    will nicht wissen was die verdienen,
    will das es alle jahre weniger werden,
    genauso wie alle anderen steuergeldwegwerfer.

  • george

    Diese Information ist mehr Desinformation als Klärung. Schürende Medien und Halbwahrheiten haufenweise geben keinen wirklichen Aufschluss über das, was einzelne haben und erhalten, sondern verwirren vielmehr die Wirklichkeit, wie sie hinter den Kulissen zwischendurch als Reichtum und Großtun hervorlugt. Und dabei sind unsere Landespolitiker ohnehin meistens nur zu sehr wenigen daran beteiligt. Die Reichen in unserem Lande und jene die ständig „einsacken“, stehen häufig außerhalb der Öffentlichkeit.

    • leser

      George
      Wir haben nunmal due beste oresse europas
      Vom weinbergweg darfst du sogar bei einer autoverlosung mitmachen wenn du einverstanden bist dass sie dafür eine brennercom ein hitel odet einen schilift geschenkt bekommen
      Du musst nur nicken und das maul halten

  • kira2000

    Und schon Wieder wird über den Primar Dr.Ploner geschrieben „der meistverdienende Politiker….“, das stimmt ganz einfach nicht! Jeder Politiker, der ein Einkommen aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit hat, wird dies auch in der Steuererklärung drinnen haben (außer die Landwirte…). Und dass der Landeshauptmann weniger verdient als manch anderer – ja, dann rechnet einmal 4.600€ x 12 steuerfrei……,

  • iceman

    billiges Clickbaiting der einfallslosen TZ Schreiberlinge. Man sieht, dass die Worte des Bischofs am Feiertag der Journalisten schon wieder vergessen sind.

  • andimaxi

    Einfach nur ein Wahnsinn. Die Köllenspergers als Großverdiener, obwohl sie ja angeblich auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten. Bauern und andere als Fast-Nichtsverdiener, obwohl sie monatlich fast 6.000 Euro überwiesen bekommen. Ehrlich: Wieviel Schwindler und Volksverdummer sitzen da im Landtag? Und warum lässt das so genannte Volk das zu und wählt die Leute auch noch?

  • morgenstern

    Man möchte es nicht für möglich halten was da so alles durchgefüttert wird mir unser aller Steuergeld.

  • george

    „Man möchte es gar nicht für möglich halten was da sich so alles“ herumtreibt in diesem Forum und schimpft und zetert, ganz so wie es der Pöbel zu tun pflegt, wenn Bildung und Respekt fehlen.

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