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„Blut und Wasser geschwitzt“

Matteo Renzi und Karl Zeller

Karl Zeller, einer der „Architekten“ der Südtiroler Finanzautonomie, belehrt Regionenminister Francesco Boccia: „Unser Pakt mit Rom hat kein Ablaufdatum und ist international abgesichert.“

Tageszeitung: Herr Zeller, Regionenminister Francesco Boccia ließ bei seinem Südtirol-Besuch mit der Aussage aufhorchen, dass das 2014 zwischen Südtirol und Rom abgeschlossene Finanzabkommen in zwei Jahren auslaufen werde und daher neu verhandelt werden müsse. Ist unsere Finanzautonomie in Gefahr?

Karl Zeller: Blödsinn! Der Minister kann sagen, was er will. Dieses Abkommen ist das Herzstück unserer Autonomie. Es hat kein Ablaufdatum und kann vom Staat nicht einseitig abgeändert werden. Erstmals in der Geschichte Südtirols kann Rom nicht mehr nach Belieben in unsere Kassen greifen. Das sagt nicht Karl Zeller, sondern das Verfassungsgericht.

Warm behauptet Boccia, dass der Vertrag ausläuft? 

Ich glaube, er hat das nicht richtig verstanden. Er dachte wohl, wir hätten dasselbe Abkommen wie die anderen Sonderregionen. Die Finanzregelungen sind höchstkomplex. Man kann von einem Minister nicht verlangen, dass er jeden Vertrag im Detail kennt. Boccia ist ein seriöser Mensch. Bressa und ich haben damals Blut und Wasser geschwitzt, weil wir befürchten mussten, dass die wichtigste Seite unseres Vertrags rausfliegen könnte.

Dennoch war das Abkommen auch in Südtirol nie unumstritten. Die Opposition wirft Ihnen seit Jahren vor, Südtirol an Rom „verkauft“ zu haben …

Wenn wir damals das getan hätten, was die Opposition um Sven Knoll und Co. von uns verlangt hat, dann hätten wir heute gar nichts: Wir hätten zwar die 3 Milliarden Euro an Rom abtreten müssen, weil wir das Verfahren vor dem Verfassungsgericht verloren hätten, hätten aber kein Abkommen, das uns für die Zukunft absichert.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (26)

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  • kurt

    Aha ,der Zeller und der Bressa ,ja wenn es die nicht wissen wer sonst ?????.

  • markp.

    Warum wurde bislang noch nie ein Denkmal für Zeller errichtet?

    • elmex

      diese blöden Kommentare sind extrem Ziel bringend, gel …
      In Wirklichkeit muss erst erst mal jemand das im Stande sein, was Zeller in all den Jahren in Rom durch taktisches Geschick erreicht hat. Da ist es leicht unter einem Pseudonym große Worte zu klopfen und Blödsinn von sich zu geben. Wer mal mit Italienern verhandelt hat (die am längeren Hebel sitzen wohlgemerkt) wird mir zustimmen. Sicher man kann auch mit Dynamit und Handgranaten vorgehen, wenn man beklopft ist, im oberen Stübchen.
      Die Aussage Boccias muss ja nicht unbedingt negativ gesehen werden, vielleicht wird’s ja noch besser in Palermo. Im Übrigen gehe ich auch davon aus, dass Boccia Vereinbarungen wie mit Sizilien im Kopf herumschwirrten und er dort mal aufräumen will und den Vertrag mit Südtirol nicht exakt kennt.

      • leser

        Elmex
        Aber wer sagt dass due verhandlungen von zeller erfolge erziehlt haben
        Die vergangenheit hat gezeigt dass abjommen immer gebrichen wurden und südtirol immer zahlen musste was behauptet zeller es waren erfolgreiche verhandlungen
        Wir haben keine primärkompetenzen und das heisst dass die willkûr von rom sich immer durchsetzt was anderes hat man nich nie gesehen

        • elmex

          Rom ist am längeren Hebel und die derzeitigen Finanzkompetenzen hat sonst keine andere Region.
          Niemand ist unersetzlich und perfekt aber Zeller war kein schlechter Verhandler in Rom.
          Stell dir mal Knoll & Co. vor wie sie in Rom verhandeln würden, mit einem Gegenüber der eindeutig am längeren Hebel sitzt. Da muss ich nur lachen, die leben ja in einer anderen Welt. Da nützt keine Schutzmacht Österreich, wenn die Italiener nicht wollen oder blocken weil von unserer Seit auf stur gestellt wird und dann wird auch Österreich nur bis zu einem gewissen Punkt mit Italien auf Konfrontation gehen. Das Hemd ist noch jedem näher als die Jacke. Ich möchte keine katalanischen oder baskischen Verhältnisse in Südtirol.

          • markp.

            @elmex

            Wer hat denn gesagt, daß ich das nicht ernst gemeint habe??

            Aber Ironie beiseite: Ich bestreite nicht, daß der Zeller gut gearbeitet hat, aber ist es auch immer einer der ersten der jedem unter die Nase bindet wie gut er ist und was er alles erreicht hat. Und dann lässt er alle anderen – die nicht seine Meinung sind – wie Deppen dastehen als ob nur er etwas von der Sache versteht. Das kann man nur bei diesem Artikel wieder rausstellen. Deshalb ja meine Frage: er lobt sich so dermaßen, als ob nur er etwas versteht, also wo bleibt sein Denkmal?

            Und auf deinen ersten Satz zurückzukommen: welche Zielverfolgung sollte ich schon haben? Ich habe den Zeller weder beleidigt noch habe ich auf ihn gespuckt.

          • leser

            Elmex
            In einem land wo räuber wie bettino craxi aks idole hichstilisiert werden kann ein verhandlungsgeschick nicht hoch bewertet werden

        • besserwisser

          der sven und die atz hätten es besse gemacht! sprechen perfektes italienisch, sind in rom bestens vernetzt und sind kluge taktiker mit abgeschlossenen studien und nachgewiesener kompetzen im freiberuf ….

          • tff

            Ausserdem würden Sie in Tracht oder Uniform sicherlich in den Ministerien
            für erhebliche Heiterkeit sorgen.

          • elmex

            Verwandlungskünstler wie Jekyll und Mister Hyde oder? Bei deren Reden im Landtag kommt mir das nicht so vor …

          • noando

            @besserwisser

            oha … besser gemacht weil? weil sie gut italienisch sprechen und in rom bestens vernetzt sind? zeller etwa nicht? kluge taktiker? ja da müsste man jetzt unterscheiden: ist der masterplan zum provozieren da oder ausgelegt zu einem ergebnis zu kommen? für ersteres reichen fake-news-plakate und oberflächliche halbwahrheiten – für zweiteres nicht. warum soll das studium als zahnarzt dienlich sein? oder was qualifiziert jetzt frau „ausländer haben schlechte geschmacksnerven und deshalb fahr ich taxi“ als freiberuflerin? … kurzum, ich bin der meinung, sie hätten es nicht besser gemacht

          • ganzwasneues

            @besserwisser
            I hon di schun verstondn 😀

          • esmeralda

            und außerdem hat frau Atz-Tamtamerchen ein Gespür für fremde Geschmacksnerven

        • tff

          Eines ist wohl sicher. Der DDr. Zeller hat erheblich mehr Gerhirnschmalz als dieser“leser“ . Bringen Sie die Fakten für ihre Behauptungen.Was hat er verhandelt und ist kein Erfolg gewesen? Und wenn es dazu nicht reicht, dann
          schweigen Sie. Dumme Stammtischsprüche brauchen wir nicht.

          • leser

            Tff
            Ich muss kein gehirnschmalz haben da ich nie im parlament auf volkskosten sas
            Aber wenn zellers verhandlungsgeschick immer so effizient war dann kannst du mir sicher herleiten warum man monti das ding mit dem mailänder abkommen geregelt hat und warum südtirol trotzdem 4 milluarden lassen musste
            Ich behaupte ledigluch dass ihre meisterleistungen nur schaumschlägerei ist
            Aber much muss die SVP nicht überzeugen sie haben ja genug wahlschafe

      • kurt

        @elmex
        Was hat er denn gar so geleistet der Herr Zelger ,wenn immer er was gekriegt hat, hat er auch was geben müssen ,der ewige Kuhhandel mit den Italienern was da so besonders geleistet hat fragt man sich schon, in Anbetracht dessen was er so abkassiert.
        Immer alles auf die große Glocke hängen dass konnte er auch aber was übrig geblieben ist war meistens ein laues Lüftchen !!!!.

  • gestiefelterkater

    „Der für uns Blut geschwitzt hat“

    Ich wusste gar nicht, dass Jesus ein Porschefahrer war.

  • gestiefelterkater

    Wenn das nächste Mal ein Pschorrfahrer mit seiner Gespielin auf dem Hosenboden auf der Autobahn an mir vorbei rutscht, so werde ich daran denken, dass es Gottessohn persönlich sein könnte und ich werde nicht mehr verächtlich auf ihn hinabschauen. Womöglich ist er gerade auf dem Weg nach Rom, um für uns Blut zu schwitzen, oder gar mit Dornen gekrönt zu werden.

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