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Parlando

Klanginstallation und Chorperformance im Sitzungssaal: Im Landtag wurde ein Musikstück auf der Basis einer Landtagsdebatte aufgeführt. Eine Veranstaltung der Vereinigten Bühnen Bozen und des Kollektivs BAU unter Schirmherrschaft des Landtags.

Kunst sei bekanntlich nicht die Hauptaufgabe des Landtags, aber man sei stolz auf die Kunst im Hause und weise auch alle Besucher darauf hin, meinte Präsidialsekretär Helmuth Renzler, der am Samstagabend, auch im Namen von Präsident Josef Noggler, zahlreiche Besucher im Hohen Haus zu einem besonderen Ereignis begrüßen konnte:

SPRECHGESANG PARLANDO, die Klanginstallation der britischen Künstlerin Emma Smith, die zusammen mit Psychologen, Phonetikern, Neurowissenschaftlern, Psycholinguisten sechs universelle Laute identifizierte, zu denen sich Menschen unabhängig von ihrer Sprache und Kultur hingezogen fühlen.

Aus diesen Lauten, die zwischenmenschliche Beziehungen entstehen lassen, erarbeitete Smith eine Partitur, die Gespräche von Menschen unterschiedlicher Sprachgruppen in Musik verwandelt.

Acht Lautsprecher – mit denen die Besucher interagieren konnten, um die Partitur zu erweitern – wurden im Sitzungssaal des Landtags aufgestellt, aus denen man das Ergebnis hören konnte.

Ein 20-köpfiger Chor aus 20 Südtirolern und Südtirolerinnen unterschiedlicher Sprachgruppen trug hingegen ein Musikstück vor, das auf Tönen aus Konversationen im Landtag basiert.

Das Projekt, das von den Vereinigten Bühnen Bozen und dem Kollektiv BAU unter der Schirmherrschaft des Landtags organisiert wurde, steht im Rahmen den Veranstaltungsreihe “#TOGETHER – 100 Jahre Südtirol”, bei dem sich Künstler mit Geschichte und Zukunft des Landes befassen.

“Im Landtag werden normalerweise Stimmen erhoben, um berechtigte Anliegen durchzusetzen, wobei es nicht immer harmonisch zugeht”, meinte Renzler, “Bei diesem SPRECHGESANG PARLANDO werden diese Stimmen miteinander in Harmonie gesetzt, über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Wenn man bedenkt, dass das Rahmenprojekt für diese Veranstaltung die bewegte hundertjährige Geschichte unseres Landes im Fokus hat, so ist das ein besonders schönes Ziel.”

Dies sah auch Landeshauptmann Arno Kompatscher so: “In der Politik redet man oft aneinander vorbei, man versteht sich nicht.” Umso zukunftsweisender sei diese Performance, die die verschiedenen Sprachgruppen zueinander bringe.

Iren Girkinger, Intendantin der Vereinigten Bühnen Bozen, dankte dem Landtag für Gastfreundschaft und Mithilfe und erläuterte die Zielsetzung der Veranstaltungsreihe. Man wolle den Menschen die Geschichte des Landes näherbringen, und zwar an Orten, an denen diese Geschichte geschrieben wurde.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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