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Keine Bremsspuren

Die Staatsanwaltschaft Bozen verlangt nun, dass ein Gerichtsgutachter die Geschwindigkeit von Stefan Lechners Audi TT in einem Beweissicherungsverfahren ermittelt. Eine wohl langwierige Angelegenheit.

Von Thomas Vikoler

Das dreiseitige Dokument trägt das Datum 15. Jänner 2020 und wurde vom stellvertretendem Oberstaatsanwalt Axel Bisignano unterzeichnet. Es gibt den weiteren Verlauf des Strafverfahrens gegen Stefan Lechner zum Vorwurf der mehrfachen Tötung im Straßenverkehr vor.

Es handelt sich um einen formellen Antrag an Voruntersuchungsrichter Emilio Schönsberg, ein Beweissicherungsverfahren zum Horror-Unfall von Luttach am 5. Jänner einzuleiten, der am Ende auch angenommenen werden wird.

Denn derzeit gibt es vor allem eine offene Frage: Mit welcher Geschwindigkeit ist Lechners Audi TT in die Gruppe von 18 deutschen Skitouristen geschossen, von denen sieben getötet wurden?

Das soll im Beweissicherungsverfahren im Rahmen eines Gutachtens geklärt werden. Im Antrag der Staatsanwaltschaft ist davon die Rede, dass die „Dynamik“ des Unfalls zu untersuchen sei, vor allem aber die Frage der Geschwindigkeit.

Richter Schönsberg wird in einigen Tagen einen Gutachter namhaft machen, er wird aller Voraussicht nach nicht aus Südtirol kommen. Die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs lässt sich anhand der Stärke des Aufpralls (enorm) und der Schäden am Unfallfahrzeug (erheblich) rekonstruieren.

Bereits ermittelt ist, dass der Audi TT vor dem Aufprall nicht abgebremst wurde, jedenfalls fanden sich keine Bremsspuren am Asphalt. Außerdem gibt es die Zeugenaussage des Fahrers des Shuttle-Busses, er habe den heranbrausenden PKW mittels Lichthupe auf die die Straße überquerende Personengruppe hingewiesen.

Derzeit gehen die Ermittler von einer Geschwindigkeit von Lechners Wagen um die hundert Stundenkilometer aus.

Im Antrag der Staatsanwaltschaft sind die Namen von allen Todesopfern und den zehn Verletzten als geschädigte Parteien angeführt. Die Hinterbliebenen der Todesopfer und die Verletzten werden auf die Möglichkeit hingewiesen, für das anstehende Beweissicherungsverfahren einen eigenen Sachverständigen zu entsenden. Eine Möglichkeit, von der wohl die meisten Gebrauch machen werden. Die Frage ist, ob mit einem jeweils eigenen Gutachter oder gemeinsamen.

Das Beweissicherungsverfahren zur Unfalldynamik bzw. Geschwindigkeit dürfte auf jedem Fall wegen des großen Personalaufwandes zu einer langwierigen Angelegenheit werden. Mit einer Abgabefrist für das Gutachten von 90 Tagen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (23)

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  • jennewein

    Das in luttach ist eine traurige sache mir tut der unfallenker auch irgend wie leid wie man aber in nachhinein gehört hat war der unfallenker als oberraser im pustertal bekannt ????

    • nelke

      Junge Maenner fahren meist mit überhöhter Geschwindigkeit und liefern sich oft mit schicken und besonders schnellen Wagen,Rennen.
      Vielleicht haben sie Probleme mit sich selbst und wollen so ,dann ganz besonders auf sich aufmerksam machen! Viele überschätzen sich auch und es gibt meiner Meinung nach ,zuwenige Kontrollen,vielleicht auch aus Personalmangel!
      Dieser furchtbare Unfall ist besonders tragisch,soviel Leid und Traurigkeit,Er hat nicht geahnt,was er anrichtet in dieser Nacht und so wie von einer Augenzeugin berichtet wurde,soll es auch glatt gewesen sein,dadurch findet man jetzt auch keine Bremsspuren. Sein Leben ist futsch,er wird damit bestimmt niemals klarkommen und so ist auch seine Familie fuer immer geschändet Finde keine Worte fuer soviel Leid,es tut mir sehr,sehr Leid

  • fcpichler

    Warum schon wieder ein Bild vom Unfallfahrer? Reicht nicht das sein Name seine Herkunft , sein Beruf und ein Teil seiner Familienverhältnisse publik gemacht wurde?

  • goggile

    kann man endlich in Erfahrung bringen um das wichtigste, nämlich ob die Unfallopfer auf dem Gehsteig oder Zebrastreifen oder neben dem Gehsteig AUF der strasse entlanggingen als es zum zusammenprall kam?

    • yannis

      @goggile,
      man gewinnt zunehmend den Eindruck dass an einen eventuellen Fehlverhalten seitens der anderen Unfallbeteiligen und auch des Busfahrers niemand daran interessiert ist.
      Z.B. auf welcher Straßenseite hielt der Bus zum aussteigen an ?? bekanntlich haben Busse die Türen rechts………..

      • markp.

        Wenn man dem Bild der heutigen Dolomiten Glauben schenken mag, dann dürfte es sich erübrigen eine Teilschuld auf die Fussgänger oder Busfahrer oder irgendwelchen vergessenen Räumungsarbeitern zu übertragen.

  • yannis

    Wenn das ABS funktioniert, was bei Audi der Fall sein dürfte, gibt es auch bei einer Vollbremsung auf der Straße keine Spuren.

  • goggile

    war der Gehsteig geräumt? sollte er nicht begehbar gewesen sein wegen nichträumung gibt es eine mitschuld? wem gehört dieser gehsteigabschnitt in Anbetracht der räumungspflicht?

  • gerhard

    Mal langsam, zusagen!
    Ich fahre selbst ein Fahrzeug über 500 PS. Das Fahrzeug hat keine Schuld, es ist schon der Bediener und Fahrer. Höre ich da Sozialneid ?
    An dieser Stelle hätte man auch mit einem FIAT 500 sicherlich 100 km schnell fahren können.
    Die Frage, warum Audi solche Waffen baut ist albern und töricht.
    Wenn Unfälle verhindert werden sollen dann darf man einfach nicht mehr Auto fahren.
    Tatsache ist:
    1. Besoffen, das scheint klar. Und
    2. Zu schnell – das steht noch nicht eindeutig fest.

    Ich will und werde diesen armen Teufel nicht in Schutz nehmen.
    Sein Verhalten ist unentschudlbar.

    Aber man muss auch Ihm ein Recht auf sein Grundrecht geben.
    Warum also immer noch sein Bild und seinen vollen Namen zeigen?
    Bei uns in Deutschland absolut undenkbar!
    Jetzt muss es mal gut sein oder steht hier Rache im Vordergrund ???

    Er ist besoffen gefahren und muss die Konsequenzen tragen.
    Aber das sollen Richter entscheiden und verurteilen und keine selbst ernannten Vollstrecker oder Henker.

    Uns bleibt nur (und damit auch mir)
    – Alkohol ja und gerne, aber dann eben nicht ans Steuer.
    – das Rasen lassen.
    – dankbar sein, dass es uns nicht passiert ist. GANZ WICHTIG !!!

    • morgenstern

      …, nur 500 PS ??

    • zusagen

      Wer auch nur ein wenig beobachtet merkt die Lust und Launen am Fahrstil der Leute. Dass nicht noch mehr passiert liegt nicht daran dass du ein so großartiger Fahrer bist, sondern an der Tatsache, dass bereits ein jedes Kind, wenn es auf der Straße überleben möchte, lernen muss, wie unberechenbar Autofahrer sind.
      Werdet endlich erwachsen, niemand hat das Recht mit dem Leben anderer zu spielen

  • gerhard

    ja, und unfallfrei seit 27 Jahren.

    • kurt

      @gerhard
      500 PS unterm Hintern zu haben und damit anzugeben tut schon gut ,kann ich verstehen und ich habe sicher keinen Neid !!!!.

      • zusagen

        500 ps sind gut dich ins Weltall zu schießen, nicht aber auf der Straße zu rumzuprotzen. Wenn du die nur brauchst um damit anzugeben, dann tätovier es einfach auf deinen Arsch. Es ist unmöglich 500 ps auszuleben, ohne dabei nicht auch mit dem Leben anderer zu spielen

  • nelke

    Es gibt ganz viele Raser auf den Straßen,im Sommer bieten sich oft Strassenrallys die Show und alle dürfen das und die Raser haben ihre Autos zur Angeberei unterm Hintern und gefährden dabei jeden Tag Menschen und sich selbst!
    Dieser Unfall geschah unter Alkoholeinfluss und da ist ja bekannt,das dass Reaktionsvermoegen sehr eingeschränkt ist,doch es soll doch laut Aussage einer Autofahrerin die am Unfallort helfen wollte,an diesem Morgen glatt gewesen sein und so ist es doch auch schwer,Spuren zu finden,die zur Beweislage gebraucht werden,doch keiner spricht mehr von Glaette an diesem schrecklichen morgen!

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