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Anzeige gegen Critelli

Die Eltern des in Bozen verstorbenen Flüchtlings Adan erstatten Strafanzeige gegen Luca Critelli, dem Unterzeichner des weiterhin geltenden Flüchtlingsabweisungsdekrets aus dem Jahre 2016. Und kündigen eine Schadenersatzklage an.

Von Thomas Vikoler

Eigentlich ist die Position des ehemaligen Direktors der Abteilung Soziales bereits ausjudiziert. Am 4. Oktober vergangenen Jahres verfügte der Bozner Voruntersuchungsrichter Emilio Schönsberg die Einstellung eines Strafverfahrens gegen einen Beamten der Sozialabteilung, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Amtsunterlassung ermittelt hatte.

In der Verfügung heißt es auch, dass keine weitere Ermittlungen durchzuführen seinen. Auch nicht gegen Luca Critelli, dem Abteilungsdirektor, an dessen umstrittenes Dekret zur Abweisung von Flüchtlingen sich der Beamte der Sozialabteilung gehalten hatte.

Das Verfahren gegen ihn ist mittlerweile – wegen fehlenden Vorsatzes – rechtskräftig eingestellt.

Es ging darin um den Umgang der hiesigen Behörden mit dem 14-jährigen irakischen Flüchtling Adan Hussein, der am 7. Oktober 2017 nach einer Oberschenkel-Operation im Bozner Gefängnis starb. Dies nach einer mehrtägigen Odyssee seiner Familie durch Bozen, nachdem der Bozner Betrieb der Sozialdienste und die Landessozialabteilung keine Hilfe bzw. Übernachtungsmöglichkeit bereitstellten. Im Briefverkehr zwischen den Beamten schaltete sich auch Critelli selbst ein. In einer Mail stellt er klar: „Für das Land Südtirol ist jegliches System inakzeptabel, das einen Verlust der Kontrolle über die Ankünfte und Aufnahme bedeutet“. Denn aus übergangsmäßigen Lösungen würden, „fast sicher definitive Lösungen“.

Der verstorbene Flüchtlingsjunge Adan

Laut Verfügung von Richter Schönsberg könne das Critelli-Dekret, auch wenn dieses von den staatlichen Bestimmungen abweiche und „begründete Zweifel an seiner Rechtmäßigkeit“ bestünden, nicht Gegenstand eines Strafverfahrens sein.

Die Eltern Adans und ihr Rechtsbeistand Nicola Canestrini sehen das anders. Canestrini teilte gestern mit, dass die Eltern des verstorbenen Buben, die inzwischen im Trentino leben, bei der Staatsanwaltschaft Bozen eine Anzeige gegen Critelli einbringen werden. Zum Verdacht der Amtsunterlassung. Die Strafverfolgungsbehörde muss klären, ob nicht doch eine strafbare Handlung vorliegt, insbesondere was die Wirkung des Inhalts des Dekretes betrifft. Nämlich eine unterlassene Hilfe für einen nachweislich „vulnerablen“ Minderjährigen.

Hinter der Anzeige verbergen sich zwei Ziele: Eine mögliche Schadensersatzklage wegen des Ablebens von Adan – und die Rücknahme des Critelli-Dekrets, das weiterhin gilt.

Dasselbe fordern die Anwälte Giovanni Guarini und Nicola Canestrini in einem Brief an Landeshauptmann Arno Kompatscher und Soziallandesrätin Waltraud Deeg. Sie bezeichnen dort das Dekret als „rechtswidrig“.

„Bisher haben wir keine Antwort auf unsere Aufforderung erhalten“, sagt Anwalt Canestrini. Der Brief an den Landeshauptmann und die Landesrätin wurde am 7. Oktober verschickt.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (35)

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  • goggile

    wie lange ist es nich legitiem auf kosten der allgemeunheit zu prozessieren? kein medium wagt es die abermillionen aufzulisten, die durch unfähige politiker steuerbugglern dabei entgehen, wenn mittellose auf kosten derer prozessieren. welche anwälte kassieren so jährlich wieviel von den so enteigneten steuerbugglern? wir leben in einer teilweisen diktatur. ändert sämtliche ungerechte enteignende systeme! es reicht schon lange!

  • goggile

    wenn mit steuergeldern prozessiert wird, so muessten als transparenz alle kläger die davon profitieren namentlich medial je nach summe jährlich aufgelistet werden und auch alle rechtsanwälte mit jeweiligen kassierten summen. gilt ein freibrief über die honorare oder dürfen sie nur die mindestsumme fals es die überhaupt gibt erreichen, da es sich um steuergelder handelt? kontrollorgane oder kontrollfreier raum indem sich rechtsanwälte leicht durch sichere aufträge auf kosten uns aller bereichern. zudem braucht es endlich gesetz dafür, dass bei fehlanklage alle spesen auf kläger fallen. andersrum sollte es bei anklagen von seiten von staatsanwälten die richter als unbegründet abtun oder nicht konform erscheinen ein strenges punktesystem eingeführt werden das zu anklägernden angestellten beurteilung dient. unabhängib von diesem tragischen fall und auf die immer mehr werdenden anklagen, die der krieg und deren form der heutigen zeit sind.

  • jennewein

    Hier sieht man den charakter dieser flüchtling kommen zu uns werden aufgenommen,verwöhnt auf kosten der steuerzahler oberiert und als abschluss wollen sie noch richtig abkassieren.
    Der tod des sohnes ist für die angehörigen natürlich schmerzlich auch meine anteilnahme aber dann auf unser system losgehen ist pervers.
    Einfach keine flüchtlinge mehr aufnehmen dann haben wir viel weniger probleme bei uns in südtirol und in ganz europa.

    • mannik

      Ihr braunes Gefasel ist schlichtweg grausig. Von „Verwöhnen“ kann im besagten Fall eben nicht die Rede sein und „oberiert“ wurde der Junge, weil er sich hier, durch ein Missgeschick HIESIGER Dritter (also nicht sein eigenes), einen Bruch zugezogen hat. Aber man erkennt ja an Ihrem Schreibstil, dass die Aspekte Ignoranz und Intelligenz indirekt proportional sind.

  • ich1979

    Eigentlich könnte der Vater des Verstorbenen angezeigt werden.
    Damal stand kurzzeitig in den Medien (warum es schnell entfernt wurde und nie wieder angesprochen weiß niemand), dass der Vater mit dem Jungen in der Quästur vorstellig wurde NACHDEM er bereits mit massiven Problemen eine Nacht im Krankenhaus war.
    Er nimmt jedenfalls den KRANKEN Jungen mit auf die Quästur um irgend einen Aufenthalt genehmigt zu bekommen. Jedenfalls fällt dort das Kind (WIE???) aus dem Rollstuhl und stirbt.
    Und jetzt bekommen alle anderen die Schuld?

    • yannis

      ich1979,
      Dein Kommentar wird dem mannik wohl nicht passen, aber er ist trotzdem richtig, genauso wie der von „jennewein“

      • mannik

        Nein der Kommentar ist eben nicht richtig, weil die Informationen falsch sind. Aber eine geistige und menschliche Null wie Sie, ist sogar zu faul sich zu informieren, bevor er kommentiert.Sie sind sogar zu untalentiert sich zu schämen.

        • kurt

          @mannik
          Ja ,Kompliment nur fest andere beleidigen ,das ist aber schon das einzige was sie können, ansonsten sind sie eine grandiose Nullnummer !!!!!!! und ein scheußlicher Angeber und möchtegern Besserwisser !!!!

    • mannik

      Sie sind ausgesprochen uninformiert, um nicht einen anderen Ausdruck zu benutzen:
      https://www.altoadige.it/cronaca/bolzano/la-tragedia-di-adan-errore-diagnostico-1.2009644

      • ich1979

        Schau mannik,
        Nochmal langsam für Sie:
        Die Medien haben einen Ablauf berichtet, der am Folgetag herausgelöscht wurde.
        Was dort beschrieben wurde, konnte ich nicht mehr vergessen, es wirft nämlich ein komplett anderes Licht auf die Sache.
        Sie mannik, können nur beleidigen, ein Armutszeugnis Ihrer Persönlichkeit. Aber ich erwarte mit auch nicht viel von Ihnen.

        • mannik

          Nein, es wirft kein anderes Licht auf die Sache, wenn Sie aufrichtig gelesen haben. Wo hätte das Kind sonst hin sollen, wenn man der ganzen Familie nicht die Möglichkeit gegeben hatte irgendwo zu bleiben? Im Park warten während der Vater zur Polizei geht? Wissen Sie überhaupt welche Pathologie der Junge hatte?
          Er ist ja im Krankenhaus gestorben NACHDEM er eingeliefert wurde.
          Bezüglich des „Herauslöschens“ glauben Sie wirklich an ein Komplott der Presse, bei dem alle Medien (!) eine Meldung gleichzeitig löschen, damit Sei keine Beweise für Ihre Behauptung haben?
          Beleidigen? Weil ich Sie als uninformiert bezeichnet habe? Ich habe es ihnen ja bewiesen. Apropos Armutszeugnis, besser Sie fassen sich an der Nase.

          • ich1979

            @mannik
            Sie haben mich eine geistige und menschliche null genannt, faul und untalentiert. Und das alles in einem Satz – das macht mir nichts aus, denn so sind Sie halt.
            Haben Sie alle Medien gelesen!? Habe ich gesagt in ALLEN Medien stand das gleiche? Habe ich gesagt es gab einen Komplott bzw eine Verschwörung?
            Was haben Sie bewiesen? Dass Sie mit der Tastatur einen Link kopieren können? Bravo, guuuut gemacht.
            Ich respektiere Sie erst, wennSie den Artikel finden, wo die Geschehnisse chronologisch geordnet aufgeführt sind mit den Geschehnissen auf der Quästur.

          • ich1979

            @mannik
            „Er ist ja im Krankenhaus gestorben NACHDEM er eingeliefert wurde.“

            Ja, manche sterben sogar alleine daheim.
            Es ist schon ein Witz, dass JEDER andere die Schuld bekommt. Sogar die Ärtzte.
            Daidai, wenn das das linke, gute Vorgehen ist, von dem Sie behaupten es wäre legitim, dann bin ich ja froh weder noch zu sein.
            Alles gut und recht, aber dass Sie Leute angreifen nur weil sie nicht blind alles glauben was jemand sagt nur weil er Flüchtling ist, dann frage ich mich auf welchem Planeten Sie leben.

  • yannis

    Übrigens interessiert den Linken Gutmenschen das Schiksal der Angehörigen der tödlich verunglückten Frauen von Brixen, Schnalstal und weitere ??

  • watschi

    eine traurige geschichte aber die schuldzuweisungen an critelli sind meiner meinung haltlos. sein dekret richtig und muss aufrecht bleiben. alles muss seine ordnung haben und die gesetze sind einzuhalten. die gelten ja schliesslich fùr alle

    • ich1979

      Ich habe den Eindruck als wolle die Famile den Joker „Kind mit Beeinträchtigung“ bis aufs letzte ausspielen. Dabei hätte all das verhindert werden können, hätte man das kranke Kind nicht mit auf Ämtergang genommen. Oder wurde vermutet, man könne etwas Mitleid erhaschen? Was widerum nicht richtig wäre. Ein ärztliches Zeugnis genügt in solchen Fällen.
      Ich möchte einfach wissen was GENAU auf der Quästur vorgefallen ist. Haben sich dort vielleicht die Gemüter erhitzt?

      • pe

        @ich1979 Mal von Ihrer Pietätlosigkeit abgesehen: Erinnere ich mich falsch oder hatte die Familie dank Critelliverordnung kein Dach überm Kopf?

        Wenn die Familie im Unrecht ist, wird es das Gericht vermutlich besser feststellen können, als wir hier im Kommentarbereich.

        • ich1979

          @pe
          Ich finde es pietätlos, ein krankes Kind mit auf die Ämter zu schleppen.
          Die Familie hat keine Nacht auf der Straße verbracht.
          Es kann passieren, wenn man quer durch Europa tuckert, nachdem man in Schweden abgewiesen worden ist, einem nicht sofort eine Wohnung zu Verfügung gestellt wird.

          • mannik

            Sie sind der Hammer. Versteckt sich hinter ihrem Nickname wirklich eine Frau?

          • kurt

            @ich1979
            Genau !!!!.

          • ich1979

            @mannik
            Warum in aller Welt sollte man Tatsachen anders darstellen, nur damot Sie sich nicht empören müssen.
            Warum hat die Familie nicht vorgesorgt, und sich wenigstens für einige Tage eine Unterkunft besorgt?
            Ich sage nur: fahrlässig das Ganze.
            Gottseidank gab es gute Menschen, die die Familie irgendwo übernachten liesen. Wo warenSie denn zu dem Zeipunkt?

    • ohnehirnlebtmanbesser

      Oh Watschi. Vertrau mir. Lass es Hirni regnen……

  • stefan1

    Die rechtsextremen Arschlecker Salvinis wieder mal dabei ihren braunen Schleim von sich zu geben mit den üblichen idiotischen Argumenten, man sollte euch Deppen alle nochmal in den Kindergarten schicken, am besten in einem Land von euren rechtsextremen Führern, da können wir euch asoziale Notfällr noch outsourcen !

    • kurt

      @stefan1
      Ich, laut dir gepflegt ausgedrückt rechts extremer Spinner ,stelle fest dass sich der gleiche Spinner nur links seinen Frust von der Seele gespült hat …………….wohl bekomme es !!!.

  • gerhard

    Lasst doch diesen armen Flüchtling in Ruhe!
    Er ist aus seinem Heimatland weggegangen weil er es in Europa besser hat.
    Wir Europäer sind ja dafür bekannt, das man bei uns ohne Arbeiten zu müssen fast genausoviel bekommt wie als einfacher Arbeiter!
    Dann wird er in Schweden abgewiesen, weil er kein Asylberechtigter ist.
    Eine Frechheit!
    Dann flieht er nach Italien und probiert es wieder.
    Die Südtiroler Saubande gibt ihm nicht sofort eine warme 4 Zimmerwohnung, freies Essen und medizinische Optimalversorgung!
    Selbst mit einem schwerkranken Kind im Gepäck als Drohmittel reagiert dieser bitterböse Staatsangestelte nicht umgehend.
    Dann verstirbt das schwerkranke Kind.

    Dann lasst ihm doch wenigstens jetzt die Befriedigung des Absahnens in einem reichen Land!
    Gebt ihm Millionen, ihr habt es doch.
    Und wenn nicht, nehmt es doch den alten Südtirolern weg, die mit deutlich weniger zurechtkommen müssen als die Asylanten.
    Diese armen Südtiroler sind bescheiden und beschweren sich eh nicht!!!

    • kurt

      Bravo Gerhard so ist !!!
      Das was jetzt läuft nennt man Verteidiger durchfüttern !!!!!!.

    • mannik

      Wahnsinn Herr Ritter, es ist unglaublich, dass in unserer Gesellschaft Menschen sich so verachtend äußern können, wie Sie es hier getan haben. Abgesehen von der Tatsache, dass Sie die Hintergründe dieser Geschichte offenbar nicht kennen, stellen Sie eine Pietätlosigkeit zur Schau, die einfach nur abscheulich ist. Ihre braune Ironie ist grausig.

  • emma

    die geldwegwerfer der politik und justiz prassen mit unseren steuern.

  • ermelin

    Das eigentliche Übel sind all diese Anwälte…..

  • mannik

    @ich1979 – Sind Sie bescheuert oder was? Das schlägt doch dem Fass den Boden aus. Sie stellen die Irrfahrt der Familie hin, als ob es sich um Touristen handeln würde. Es handelte sich um Asylsuchende, die aus dem Kriegsgebiet im Irak geflohen sind. In diesem Fall gab es eine Verkettung von Fehleinschätzungen und falschem Vorgehen. Die Frage, ob die Familie im Freien übernachtet hat oder nicht – hinter diesem Umstand verstecken Sie sich immer – tut nichts zur Sache. Wenigstens der Junge und die Mutter hätten aufgenommen werden können, wie es die gesetzlichen Regeln vorsehen.
    Sie stellen keine Tatsachen dar, Sie stellen Hypothesen auf (jeden Beweis sind Sie schuldig geblieben, denn das „ich habe es gelesen, aber die Presse hat es gelöscht ist wirklich lächerlich), wie es für rechte Dumpfbacken typisch ist.
    Wo war ich zu diesem Zeitpunkt? Ich habe von dem Fall erst aus der Presse erfahren. Wo waren Sie? Wo Sie doch vorgeben, Sie hätten gewusst was zu tun war. Erschreckend wie viele Menschen in unserem reichen Land, jede Empathie verloren haben.

    • ich1979

      @mannik
      Wider nur Beleidigungen.
      Da ich weder rechts noch links bin, kann ich nicht sagen, woher Ihr geistiger Dünnpfiff resultiert.
      Wie gesagt, meine Meinung, und dabei bleibe ich: Die Welt ist kein Ponyhof, kein Selbstbedienungsladen.
      Und wenn ein Familienvater die Verantwortung an ein fremdes Land abgibt, es hätte so und so falsch gehandelt und nicht mit einer Notwohnung auf seine Familie gewartet, dann sollten einige Leute keine Kinder bekommen.
      Fragen Sie sich nie, wie elend Einheimische manchmal wohnen? In prekären Verhältnissen.

    • ich1979

      @mannik
      Und wenn Critelli gegen das Gesetz gehandelt hat und die Familie etwas vorenthalten hat, das Ihnen per Gesetz zugestanden hat, dann soll er seine Anzeige ausbaden müssen.
      Wenn er gesetzeskonform gehandelt hat, dann soll endlich Schluss mit der Mitleidsschiene sein und untersucht werden, warum der Vater sein krankes Kind mit auf die Ämter genommen hat.
      Zeigen Sie mir bitte das Gesetz wo steht, die Mutter und das Kind hätten aufgnommen werden müssen bzw lassen Sie sich doch als Nebenkläger ein. Nur gescheid von daheim aus Lösungen fantasieren und in der Realität keinen Vogel vom Zaun derjagen

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