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Wolf auf der Rodelbahn?

Rodelbahn Fane Alm

Auf der Rodelbahn in Vals soll sich am Montag ein Wolf aufgehalten haben. Eine Augenzeugin berichtet.

von Markus Rufin

In den vergangenen Wochen gab es auf der La Brancia-Piste im Gadertal gleich mehrere Wolfs-Sichtungen. Die Tiere rannten am helllichten Tag über die Skipiste.

Nun hat es auch in Vals auf der Rodelbahn Fane Alm eine vermeintliche Wolfs-Sichtung gegeben. Sandra Ploner ist sich jedenfalls sicher: „Das war ein Wolf.“

Doch von Anfang an: Sandra Ploner wollte am Montag mit ihrem Freund und ihrem kleinen Sohn zu einem Rodelausflug nach Vals fahren. Nach einigen Fahrten hörten die drei auf dem Parkplatz am Ende der Rodelbahn den Schrei einer Frau.

„Die Frau hatte einen Hund bei sich und zeigte nur völlig schockiert auf den Wolf“, berichtet Sandra Ploner. „Der Wolf kam dem Hund entgegen, die Frau ist dann schnell weggegangen, aber der Wolf kam immer noch auf uns zu.“

Erst, als der Wolf die Holzhütte erreicht hatte, die keine fünf Meter von Ploner und ihrer Familie entfernt stand, blieb der Wolf kurz stehen. Die Familie ergriff die Möglichkeit und ging weg. Aus sicherer Distanz beobachteten sie noch, wie der Wolf in den Wald rannte.

Ein Foto oder gar ein Video gibt es vom Vorfall nicht. „Ich habe erst im Nachhinein daran gedacht ein Foto zu machen. Im Moment als es passiert ist, ist mir das Herz stehen geblieben. Ich habe gedacht, ich sehe nicht richtig“, berichtet Ploner. Ihr Freund sei etwas ruhiger mit der Situation umgegangen, sie selbst spricht aber von einem „großen Schockerlebnis“. Das ganze passierte gegen 15.45 Uhr – also am helllichten Nachmittag.

Ploner meldete den Vorfall bis gestern auch nicht den Behörden – auch weil es keinen Betreiber der Rodelbahn gibt.

Auch der Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli bestätigt, dass er bisher noch keine Meldungen über Wölfe in der Gemeinde Mühlbach erhalten habe. Allerdings erinnert er daran, dass sich im letzten Jahr Wölfe im Wipptal aufhielten: „Diese könnten theoretisch sicher nach Vals kommen, schließlich ist das ja nicht so weit entfernt.“

Um bestätigen zu können brauch das Amt aber genauere Untersuchungen. Dennoch sagt Spagnolli, dass er das Verhalten des Wolfes als ungewöhnlich einstuft: „Zwar sehen Wölfe in Hunde einen Gegner, aber ein einzelner junger Wolf wird keinen Kampf mit einem Gegner riskieren.“ Ausschließen will Spagnolli aber nicht, dass es sich um einen Wolf handelt. Sobald eine Meldung gemacht werde, werden auch genauere Untersuchungen gemacht.

Auch der Jagdaufseher von Mühlbach, Hubert Kerschbaumer, bezweifelt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Er habe im Gebiet noch keine Sichtungen gemacht. Allerdings bestätigt Kerschbaumer: „In der Gegend rund um Vals gibt es einen Hund, der einem Wolf sehr ähnlich sieht – sowohl was Statur als auch Fell anbelangt.“

Sandra Ploner ist sich aber sicher, dass es sich nicht um einen Hund gehandelt hat. So wie das Tier ausgesehen hat und wie es sich verhalten hat, muss es ein Wolf gewesen sein, meint Ploner.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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