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Pfalzner Roulette

Die SVP in Pfalzen hält noch den Deckel drauf. Warum der Vize-Bürgermeister in die Fußstapfen von Josef Gatterer treten soll. Und was die möglichen Herausforderer vorhaben.

von Silke Hinterwaldner

Alexander Sparber rückt nicht gern heraus mit der Sprache. Er ist SVP-Obmann in Pfalzen, aber wenn man mehr über die Vorbereitung auf die Gemeinderatswahlen erfahren möchte, gibt er sich bedeckt.

„Das kann man nicht am Telefon besprechen“, sagt er. Oder: „Ich möchte diese Dinge nicht in den Medien diskutieren, sondern intern abklären.“ Dabei kennt Alexander Sparber die Termine ganz genau. Er rechnet selbst vor: Am 3. Mai steht der Termin für die Gemeindewahlen. Und am 16. Februar könnte die Volkspartei Vorwahlen durchführen. Bis dahin sei noch Zeit für Gespräche. Die Vorgangsweise würde die SVP in Pfalzen Mitte Jänner festlegen.

In Wahrheit aber drängt die Zeit. Fest steht, dass Pfalzen einen neuen Bürgermeister braucht. Nach 15 Jahren Josef Gatterer darf der Unternehmer nicht mehr für das oberste Amt in der Gemeinde kandidieren. Schon seit Wochen und Monaten spekuliert man deshalb darüber, wer in seine Fußstapfen folgen könnte. Naheliegend ist folgendes Szenario: Siegfried Gatterer, zwar trotz des gleichen Nachnamens  nicht näher verwandt mit dem Bürgermeister, aber seit vielen Jahren sein Stellvertreter, könnte aufrücken. Er gilt in Pfalzen als Favorit, war aber für die TAGESZEITUNG am Montag telefonisch nicht erreichbar. Neben Siegfried Gatterer gibt es noch andere, mehr oder weniger prominente Anwärter auf das höchste Amt. An erster Stelle zu nennen ist dabei Roland Tinkhauser, einige Jahre für die Freiheitlichen im Landtag tätig, aber im Streit mit den Blauen auseinandergegangen. Er macht schon lange keinen Hehl mehr daraus, durchaus gerne für die SVP in Pfalzen in den Ring steigen zu wollen, als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters, versteht sich. Nur: Seine Ankündigung hat innerhalb der Volkspartei vor Ort die Rehe scheu gemacht. Schnell war klar, dass einige mit einem ehemaligen Freiheitlichen nicht gemeinsame Sache machen wollen. Aber Roland Tinkhauser bleibt dabei. Er sagt: „Meine Bereitschaft ist nach wie vor gegeben. Ich würde gern Bürgermeister von Pfalzen sein.“ Dabei verlangt er von der SVP auch gar nicht viel, außer dass man ihm eine Chance nicht verwehre. „Ich würde mich auch eventuellen Vorwahlen stellen“, sagt er, „damit habe ich gar kein Problem. Und ich muss auch nicht unbedingt gewinnen. Ich würde den Leuten aber gerne eine Auswahl lassen, sie sollen ein gutes Angebot haben.“

Damit spricht er ein Thema an, das innerhalb der SVP in Pfalzen für eine Zerreißprobe sorgt. Einerseits wäre es naheliegend eine so wichtige Entscheidung mittels Vorwahl zu treffen. Andererseits aber halten viele nichts von einer SVP-internen Vorwahl. Hannes Volgger etwa. Er ist Gemeindereferent und macht sich auch Gedanken darüber, vielleicht als Bürgermeister antreten zu können. Nur: Er war einer jener Männer, die mit  einem Roland Tinkhauser als Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters gar nicht einverstanden sind. Und er mag auch keine Vorwahlen machen. Hannes Volgger sagt: „Vorwahlen wird es mit mir nicht geben. So viel steht fest. Das ist mir alles zu schwammig und zu ungenau.“

Die ganz persönliche Entscheidung, welchen Weg in der Gemeindepolitik er einschlagen möchte, hat er noch nicht getroffen. Heute ist sein Stichtag. Zum Jahreswechsel will er entscheiden, ob er lieber als Bürgermeister kandidiert oder in die zweite Reihe zurücktritt, um vielleicht Vize-Bürgermeister zu werden oder zumindest im Ausschuss weiterzuarbeiten. „Das alles will gut überlegt sein“, sagt Volgger, „schließlich muss eine solche Entscheidung auch mit dem eigenen Betrieb abgestimmt werden.“ Auf die Frage hin, ob er mit dem Gedanken spiele, eine eigene, neue Liste neben der SVP zu gründen, winkt er ab. Er sei keiner, der gleich Farbe wechselt. Aber anscheinend ist sein Ansuchen bei der Parteizentrale in Bozen mit einem kleinen Edelweiß in Pfalzen antreten zu dürfen, abgewiesen worden.

Obwohl es im Hintergrund hoch hergeht, ist es an den Stammtischen in Pfalzen noch recht ruhig. Man redet zwar über die Wahlen, aber es scheint tatsächlich noch einige wichtige Fragen zu geben, die nicht geklärt sind. Hinter den Kulissen jedoch  scheint die Stoßrichtig bereits vorgegeben. Die SVP in Pfalzen möchte angeblich auf Kontinuität setzen und den amtierenden Vize-Bürgermeister in die erste Reihe vorschieben. Es gilt als ausgemacht, dass Siegfried Gatterer für die Volkspartei den Bürgermeister geben soll. Ob diese Rechnung aufgeht, wird man spätestens am 4. Mai wissen.

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Kommentare (7)

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  • robby

    Ich finde es bezeichnend wie diese Dorfbonzen die Rechnung ohne die Wähler machen.

  • george

    Das „Problem“ seid ihr hier schon selber am meisten, denn ihr mault ja immer sofort dagegen und gleich drauflos gegen alle und alles, wenn einmal eine neue Liste mit neuen Anwärtern des politischen Regierens und Waltens aufkreuzt und aktiv wird. Es ist euch ja nichts recht.

  • kurt

    @george
    Stimmt nicht ,neutral die Sachen betrachten wäre besser ,mit Gutgläubigkeit und Naivität kommt man heutzutage nIrgends mehr hin !!!

    • george

      Was heißt hier „neutral die Sachen betrachten“? Mehr als das zu lesen, was ihr schreibt und dann auch noch auf den Zeilen zu bleiben und nichts Weiteres hinein zu interpretieren; mehr neutral betrachten geht wohl nicht und dann stimmt das nun einmal, was ich vorher zu euch geschrieben habe. Ihr seid nicht neutral und münzt alles (oder fast alles) immer wieder um. Nehmt euch mal selber am Schopf und wertet ideologieneutral und wir werden uns dann sicher näher kommen.

  • franz1

    Fürn Tinkhauser ein Geschäft, die SVP würde auf die Parteiabgabe im Falle seiner Wahl verzichten?
    Dei Semmlpartei, wann geht dei unto, meahr wia huaße Luft produziern dei olle mitanond nit, Innerbichler, Lanz und Gefolge?

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