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Die Alperia-Gelder

Alperia hat 2019 rund 140 Vereine und Organisationen mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gesponsert. Und: die Sponsoring-Umfrage.

von Heinrich Schwarz

Das Energieunternehmen Alperia ist zweifelsohne einer der wichtigsten und gebefreudigsten Sponsoren in Südtirol. Seit der Gründung von Alperia beträgt die jährliche Gesamtsumme im Sponsoring 1,5 Millionen Euro. Es ist dies die Summe der früheren Sponsorings von SEL und Etschwerke, die vor vier Jahren zu Alperia fusionierten.

Im Jahr 2019 wurden rund 140 Vereine und Organisationen mit einem Alperia-Sponsoring unterstützt. Es gingen sogar 210 Gesuche ein. „Und zwar mit einer vorgeschlagenen Gesamtsumme von 3,9 Millionen Euro. Das ist also das, was sich die Vereine in Summe von Alperia gewünscht hätten“, sagt Alperia-Pressesprecher Stefan Stabler gegenüber der TAGESZEITUNG.

Zur Zielgruppe der Sponsoring-Tätigkeit erklärt er: „Das Augenmerk liegt neben einigen wenigen Vereinen, bei denen es uns um die Markenbekanntheit und um das Thema Kundenakquise geht – allen voran HC Bozen und FC Südtirol –, vor allem auf dem Jugendsport und der Unterstützung von Vereinen, die sich im Jugendsport engagieren.“

2019 habe man auch verstärkt das Thema Frauen in den Fokus gerückt und zwei neue wichtige Realitäten hinzugenommen: Fraueneishockey Eagles und Handball Brixen. „Bereits unterstützt werden seit Jahren andere Realitäten im Frauensport“, so Stefan Stabler.

Alperia sei in erster Linie Sportsponsor – daneben werden Kunst und Kultur sowie die Themen Sicherheit und Umwelt unterstützt. „Im Sinne der Transparenz werden alle Ansuchen über eine Online-Plattform verwaltet, im Netz werden die aktuell geltenden Richtlinien veröffentlicht sowie auch die gesponserten Vereine und Realitäten offengelegt“, erklärt der Alperia-Pressechef.

In der Auflistung der Sponsorings des Jahres 2019 gehen der HCB Südtirol und der FC Südtirol als größte Geldempfänger hervor. In der Liste sind zwar nur die Beitragsklassen angegeben (beim HCB und dem FCS jeweils „mehr als 50.000 Euro“), wie Stefan Stabler allerdings verrät, erhielt der HCB im Vorjahr 260.000 Euro und der FCS 155.000 Euro. „In Linie mit den Beiträgen von 2018“, so Stabler, der hinzufügt: „Hier muss gesagt werden, dass wir insbesondere diese beiden Vereine und deren Netzwerk stark dafür nutzen, kommerzielle Ziele von Alperia zu erreichen.“

Die nächstgrößte Beitragsklasse im Sport-Sponsoring von Alperia ist jene von 30.000 bis 50.000 Euro. Darin zu finden sind der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS), der SSV Bozen, Handball Meran, der Landeswintersportverband FISI und der Athletic Club 96. Die weiteren Empfänger mit mindestens 10.000 Euro finden Sie in der Grafik.

Im Bereich Kultur erhielt der Meraner Musikwochenverein mehr als 50.000 Euro. Es folgen Teatro Cristallo und Kunst Meran in der Beitragsklasse von 30.000 bis 50.000 Euro.

Im Bereich Sicherheit gab es zwischen 10.000 und 30.000 Euro für den Rettungsverein Aiut Alpin Dolomites und für die Südtiroler Berg- und Höhlenrettung CNSAS. Und im Bereich Umwelt gab es mit dem Förderverein des Pflegezentrums für Vogelfauna Schloss Tirol nur einen gesponserten Verein – und zwar in der niedrigsten Beitragsklasse bis 2.500 Euro.

Verschiedene Erhebungen bestärken Alperia in ihrer Sponsoring-Tätigkeit. „Die Markenpräsenz in der lokalen Sportberichterstattung wird regelmäßig erhoben. Hier zählt Alperia etwa im Jahr 2018 über 1.000 Sichtungen des Alperia-Logos, wobei die Sportarten Eishockey und Fußball eindeutig die meisten Sichtungen aufzuweisen haben“, erklärt Stefan Stabler.

Zudem sei auch im Oktober 2019 wieder eine repräsentative telefonische Umfrage bei Südtirols Bevölkerung durchgeführt worden: „Hier wollten wir wissen, ob das Sponsoring wahrgenommen wird, mit welchen Vereinen es in Verbindung gebracht wird und ob die Südtiroler die eingesetzte Summe als angemessen erachten. Die Ergebnisse sind Entscheidungsvorlage für den Vorstand in seiner Diskussion.“

Ein zentrales Ergebnis: „Während Alperia im Jahr 2018 die zweitbekannteste Sportmarke war, so ist sie 2019 zur eindeutigen Nummer 1 aufgestiegen. Klar vor Marken, die es seit vielen Jahren gibt und seit vielen Jahren im Sport-Sponsoring tätig sind“, sagt Stefan Stabler. Welche Marken dies sind, möchte er nicht preisgeben.

Weiters wurde die Südtiroler Bevölkerung wieder gefragt, ob das Sponsoring-Budget von Alperia gefühlt angemessen, zu hoch oder zu niedrig sei. „Das Ergebnis: angemessen 76,2 Prozent, zu hoch 6,8 Prozent und zu niedrig 17,0 Prozent“, so der Pressesprecher.

Aktuell und bis zum 15. Januar können die Sponsoring-Anfragen für das Jahr 2020 eingereicht werden. Laut Stabler wurde das Budget von 1,5 Millionen Euro für 2020 bestätigt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

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  • wolweg

    Die Alperia hat kein Sponsoring/Marketing notwendig, sie ist südtirolweit bekannt. Jeder Euro ist, betriebswirtschaftliche gesehen, rausgeschmissenes Geld.

    • marting.

      ist eh nur das Geld von uns, den Stromkunden
      den Menschen denen der Lugenbeitl günstigen Strom versprochen hat

      • kurt

        @marting
        Ja aber da kann der arme Kompatscher nichts dafür weil sich scheinbar Rom querstellt ,eine Offenbarung angesichts der Sonderautonomie die wir geniesen !!!!!!.
        Aber die 17 Millionen von der Alperia kassieren schon, so ähnlich wie die Gemeinde Sand ,vom Bürger die Abwasserbeträge kassieren aber das Geld nicht der ARA weitergeben .
        Irgendwie scheint das Gang und Gebe zu sein in diesem Verein !!!.
        Aber mit fremdem Geld angeben schon !!!!!!!.

    • mannik

      Sehr engstirnige Sichtweise. Marketing geht schon über Werbung hinaus und hat auch mit dem Verantwortungsbewusstsein für das was im eigenen Territorium vor sich geht zu tun.

      • kurt

        @mannik
        Ach ja,engstirnig,sofern bei ihnen eines Vorhanden ist ,denken sie mal nach was für einen Schmarrn sie da verzapfen ,Alperia und Verantwortungsbewusstsein im eigenenTerritorium das ich nicht lache ,wie kann man dann einen FCS und HCB unterstützen wo einheimische nur als Alibi geduldet werden !!!!!!!!!!!!!.

    • josef.t

      Wenn das Geld für die oben angeführten „Zwecke“
      und nicht (ein Teil) in private Taschen fließt, ist es
      eine gute Investition ?
      Diese Vereine zu „fördern“, ist sicher sinnvoll ?

  • prof

    @kurt
    Einheimische als Alibi geduldet,größeren Blödsinn kann man wohl nicht schreiben!!!!!!

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