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Geplünderte Firmenkonten

Zwei Unternehmer aus dem Energiesektor haben mehrere Investoren um viel Geld betrogen. Die Ermittlungen führte die Finanzpolizei Meran durch.

von Karin Gamper

Einen Betrugsfall größeren Ausmaßes hat gestern die Finanzpolizei Meran öffentlich gemacht. Es geht um zwei Unternehmer mit Bezug zum Burggrafenamt, die im Bereich der Energiegewinnung und der Thermohydraulik tätig sind.

Die beiden haben vermögenden Personen angeboten, in den Bau von Anlagen für erneuerbare Energien zu investieren. Dabei stellten sie den Interessierten große Gewinne in Aussicht. Doch das eingesammelte Geld – etwa 350.000 Euro – haben die beiden Geschäftsmänner für Privatausgaben zweckentfremdet bzw. auf ausländische Konten überwiesen. Doch damit nicht genug: Als der Betrug aufzufliegen drohte, führten sie ihre Betriebe in den Konkurs, indem sie von den Firmenkonten etwa 1,5 Mio. Euro behoben und auf Konten ins Ausland überwiesen.

Die Ermittlungen der Finanzbehörde und der Staatsanwaltschaft wurden aufgrund der Anzeige eines Unternehmens aus Turin aufgenommen. Dieses hatte für ein angeblich innovatives Energie-Projekt in vier Raten insgesamt 280.000 Euro an die beiden Geschäftsleute überwiesen. Als das Turiner Unternehmen Details zur Umsetzung des Projekts erfahren wollte, zeigte ihnen einer der Männer einen Scheck von 5 Mio. Euro. Dieser stellte sich später als gefälscht heraus.

Im Zuge der Ermittlungen stießen die Finanzbeamten auf einen weiteren Betrogenen, der rund 60.000 Euro überwiesen hatte.
Um die misstraurisch gewordenen Investoren zu beruhigen, organisierten die beiden Unternehmer Geschäftsreisen nach Dubai und Malaysia, wo es zu Treffen mit selbsternannten Finanzexperten kam.

Als die Investoren schließlich feststellen mussten, dass die Energieprojekte definitiv nicht umgesetzt werden, forderten sie ihr Geld zurück. Doch die beiden Unternehmer plünderten die Firmenkonten und führten ihre Betriebe so in den Konkurs.

Dafür wurden sie im November am Landesgericht Bozen wegen Betrugs und betrügerischen Bankrotts zu drei und vier Jahren Haft verurteilt. Die beiden Geschäftsleute haben einem gerichtlichen Vergleich zugestimmt. Sie dürfen für die nächsten fünf Jahre keine öffentlichen Ämter bekleiden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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