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Vernetzte Hausärzte

LR Thomas Widmann und Vertreter der Ärztegewerkschaften haben die Ergänzungen zum geltenden Landeszusatzvertrag der Ärzte für Allgemeinmedizin unterzeichnet.

Nach der Genehmigung durch die Landesregierung wurden am Freitag voriger Woche (13. Dezember) die Änderungen am Landeszusatzvertrag von allen Verhandlungspartnern unterzeichnet.

Damit wird ab Jahresbeginn 2020 ermöglicht, dass Ärzte für Allgemeinmedizin im Landesgebiet neue Gruppenmedizinen oder Vernetzte Medizinen gründen können. Gruppenmedizin und Vernetzte Medizin sind Organisationsformen, bei denen sich mehrere Hausarztpraxen entweder am selben Sitz (Gruppenmedizin) oder innerhalb eines bestimmten Einzugsgebietes (Vernetzte Medizin) zusammenschließen, um allen gemeinsamen Patienten einen kontinuierlichen Dienst zur Verfügung zu stellen.

Unterzeichnet wurde das Dokument von Landesrat Widmann und den Vertretern der Gewerkschaften SNAMI, FIMMG, INTESA SINDACALE und SMI. „Das Ergebnis der Verhandlungen der vergangenen Monate ist ein sehr positives: Es geht darum, ein territoriales Netzwerk zu schaffen, um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung trotz des akuten Ärztemangels und der anstehenden Pensionierungswelle sicherzustellen. Wir wollen die Arztwahl in allen Einzugsgebieten garantieren, und Patienten sollen einen Hausarzt auch dann aufsuchen können, wenn der eigene Arzt gerade nicht im Dienst ist“, betont Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. „Der Hausarzt ist seit jeher der bevorzugte Ansprechpartner der Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Eines der Ziele des Abkommens besteht darin, den Beruf des Arztes für Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten“, betonen auch die Mitunterzeichner, Susanna Hofmann, Luigi Rubino, Gianni Pontarelli und Giuseppe Buzzanca.

Vernetzte Hausärzte stärken Gesundheitsversorgung vor Ort

Künftig können Patienten dann, wenn der eigene Hausarzt nicht zur Verfügung steht, sich an einen anderen Arzt der Gruppe oder der Vernetzten Medizin wenden. Dieser wird künftig durch kompatible Softwarelösungen Zugang zu dessen Gesundheitsakte erhalten und spricht seine Dienstzeiten mit den anderen Ärzten des Zusammenschlusses ab, um die Verfügbarkeit des Hausarztes von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr zu gewährleisten. Beide Organisationsformen gibt es bereits, es war bislang allerdings nicht möglich, neue Zusammenschlüsse zu bilden. Diese Hürde wurde nun aus dem Weg geräumt.

28 Gruppenmedizinen und 16 Vernetzte Medizinen bereits aktiv

Derzeit sind landesweit 75 Ärzte für Allgemeinmedizin in 28 Gruppenmedizinen zusammengeschlossen. 36 Allgemeinmediziner sind Teil einer der 16 Vernetzten Medizinen. Weitere 178 Hausärzte gehören keiner der beiden Organisationsformen an.

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