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„Seid der ausgestreckte Zeigefinger“

Die Caritas dürfe sich nicht darauf beschränken, Geld oder Güter an Bedüftige zu verteilen, sagte Bischof Ivo Muser bei der Caritas-Adventsfeier.

„Das Tun der Caritas darf sich nicht darauf beschränken, Geld oder Güter an Bedürftige zu verteilen, sie muss sich der Menschen auch annehmen. Und ihr müsst für uns alle ein ausgestreckter Zeigefinger in der Gesellschaft sein!“ Dazu mahnte Bischof Ivo Muser am Donnerstag alle Mitarbeiter und Freiwilligen der Caritas bei einer gemeinsamen Adventsfeier in der Herz-Jesu-Kirche in Bozen an.

„Die Caritas hat einen prophetischen Auftrag in unserer Kirche und unserer Gesellschaft“, sagte Bischof Ivo Muser weiter. „Weist durch euren Einsatz auf Christus hin! Sagt uns allen durch eure Arbeit, dass Christus in jedem Menschen gegenwärtig ist. Seid in unserer Gesellschaft ein weit ausgestreckter Zeigefinger, der uns allen hilft, hinzuschauen und nicht wegzuschauen!“ Strukturen seien zwar wichtig, doch sie allein reichten noch nicht aus. Die Caritas müsse sich umsehen und umhören, auf die Nöte der Menschen hinweisen und die Menschen sensibilisieren. „Hier dürft und sollt ihr auch unbequem sein“, erneuerte Bischof Ivo Muser seinen Appell an die Caritas.

Direktor Paolo Valente schloss sich den Worten des Bischofs dankend an, dankte auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und erinnerte an den prophetischen Auftrag, den auch die Freiwilligen hätten, die sich ehrenamtlich Zeit für Menschen in Not nehmen. Die Caritas erfülle auch einen „politischen“ Auftrag, nämlich das Gemeinwesen zu fördern und die Gemeinschaft in die Lösung von Problemen miteinzubeziehen. „Sehr aktuell sind derzeit das Problem der Wohnungssuche und der Einsamkeit“, erinnerte Direktor Valente an zwei wichtige Themen, bei denen sich die Caritas heuer „unbequem“ gezeigt habe. Jede Begegnung mit Menschen sei eine Gelegenheit zu wachsen, besonders was die Menschlichkeit und das Verantwortungsbewusstsein anbelange.

Nach dem gemeinsamen Adventsgottesdienst waren Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Caritas noch zu einem stimmungsvollen Beisammensein mit dem Bischof im Innenhof zwischen Herz-Jesu-Kirche und Haus St. Michael eingeladen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • ohnehirnlebtmanbesser

    Oh Herr Bischof.Gehobene Zeigefinger und schòne Worte…alles Gut. Aber òffnet endlich Eure leeren Klòster und Palàste….fùllt sie mit Familien in Not. Weniger Worte und Handspiele…..mehr Taten. Kùmmert Euch mehr um Lebende und weinger um Tote. Ihr wird sehen…..es fùllen sich auch wieder die Kirchen. Ihr Ohnehirn.

    • pingoballino1955

      Bischof Muser,legen sie mal dem Südtiroler Volk offen,was EIGENTLICH die KIRCHE spendet.Klare Zahlen und Fakten,nicht nur die Aufforderung an alle ANDEREN fleissig zu spenden. Wenn man sich an den Fall vom Bischof in Limburg erinnert,mit seinen goldenen Badarmaturen und veruntreuten Geldern,dann wird man sich das Spenden an die KIRCHE zweimal überlegen.

  • erich

    Die Worte des Bischoffs muss man erst einmal verdauen. Die Karitas soll nicht nur Geld und Güter verteilen, Welche? Die sie vorher von Gutgläubigen eingesammelt haben? Das ist der Kirche noch zu wenig, nein sie sollen sich der Spendenempfänger annehmen und sensibilisieren damit sie wissen an wem die letzten Hinterlassenschaften zu übergeben sind.

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