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Das lange Warten

Im Schnelldurchlauf hatte man in Gais Anfang November eine Bürgerbefragung zur Schottergrube abgewickelt. Jetzt wartet man bereits knapp fünf Wochen auf eine Entscheidung der Landesregierung. Das lange Warten schafft Raum für Spekulation.

von Silke Hinterwaldner

„Dass es so lange dauert, ärgert mich schon ein bisschen“, sagt Alex Dariz, „die Leute warten auf diese Entscheidung. Je länger das dauert, desto mehr Raum für Spekulationen entsteht. Und das ist nicht gut.“

Der Vizebürgermeister von Gais spricht damit ein Thema an, das alles andere als neu ist: Aber selbst nach der Bürgerbefragung zum Standort für eine Schottergrube sind noch immer viele Fragen offen. Etwa, jene, warum die Entscheidung der Landesregierung so lange auf sich warten lässt und was wohl dahinterstecken mag.

Zur Erinnerung: Seit Juni tobt in Gais ein Streit darüber, ob im Bereich zwischen der Gewerbezone und den Wohnhäusern Schotter abgebaut werden darf. Ursprünglich wollte die Landesregierung nach dem positiven SVP-Gutachten im August bereits im September eine endgültige Entscheidung treffen. Aber weil das Thema sehr kontrovers diskutiert wurde, spielte man den Ball an die Gemeinde Gais zurück. Dort setzte man sich mit Volksanwältin Gabriele Morandell an einen runden Tisch, um einen Ausweg aus der verzwickten Lage zu finden. Schließlich einigte man sich auf eine Bürgerbefragung, bei der man am 2. November über drei Standorte abstimmen konnte. Das gesamte Procedere wurde in Gais im Eiltempo abgewickelt, schließlich wollte man in Bozen eine schnelle und klare Antwort haben. In Gais ging man nach der Befragung davon aus, dass innerhalb weniger Tage der neu definierte Standort rund 200 Meter weiter nördlich durch die Landesregierung abgesegnet würde. Aber dem war nicht so. Fast fünf Wochen nach der Bürgerbefragung wartet man in Gais immer noch.

Die Hintergründe für die verzögerte Entscheidung zur Schottergrube sind dem Vizebürgermeister nicht bekannt. „Keine Ahnung“, sagt Alex Dariz, „ich weiß wirklich nicht, warum das so lange dauert. Ich wäre aber froh, wenn wir bald eine Entscheidung hätten. Ansonsten wird das wirklich eine unendliche Geschichte.“  Für viele in Gais schien der Weg nach der Bürgerbefragung vorgezeichnet: Im Rahmen der Gespräche am runden Tisch hatte Gemeindereferent Daniel Duregger auch eine technische Überprüfung der Rahmenbedingungen vornehmen lassen. Dabei wurde klar, dass es bei einer Verschiebung des Standortes keine großen Hindernisse geben würde. Demnach könnte die Landesregierung zeitnah den leicht verschobenen Standort für die Schottergrube genehmigen. Sollten im neu dazu gekommen Bereich noch Bodenproben nötig sein, so könnte man zumindest den vorderen Teil des Abbaugebietes in der Zwischenzeit genehmigen – glaubte man.

Jetzt aber verzögert sich trotzdem alles. Angeblich deshalb, weil noch zu überprüfen ist, wie viel Schotter tatsächlich am neuen Standort unter der Erde vorhanden ist und abgebaut werden kann. Die bisher ausstehenden Informationen und Unterlagen sollen nun in Bozen vorliegen. Angeblich will die Landesregierung den Beschluss zur Schottergrube in Gais am Dienstag kommender Woche fällen.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • kurt

    Die Zeiten für solche politische Entscheidungen sind nicht gerade die günstigsten auf der eine Seite die Unternehmerlobby auf der anderen Seite die Bürgerbefragung wo die Wahlen die auch immer näher Rücken.
    Wohl bekomms !!!!.

  • andreas

    Erst streiten die paar Gaiser monatelang rum, um dann von Anderen zu verlangen, dass sie sich beeilen?

    Welcher SVPler betreibt eigentlich die Schottergrube?

    Und warum wurde nicht sofort die Stelle angepeilt, welche am weitesten von der Wohnsiedlung weg ist, denn dass diese gewinnt, war wohl absehbar?

    • kurt

      @andreas
      Anderle, du kennst dich im Pustertal nicht aus ,hasst die Pusterer ,weißt nicht einmal wo Gais sich befindet musst aber überall deinen Senf loswerden ,Beweis gefällig ??????,du weißt nicht einmal wer in Gais Bürgermeister ist, der ist nämlich gleichzeitig Chef der Schottergrube,aber hat sich scheinbar als befangen erklärt und überall herausgehalten.
      Die wirkliche Zwickmühle wird wohl sein ob man in Zukunft der Chef in der Gemeinde oder in der Schottergrube sein will ………..beides wird wohl schwierig werden !!!!!.

  • franz1

    @ kurt,

    das Entweder Oder ist in der Südtiroler SVP unwichtig. Hauptsache sie besetzen soviele Posten wie nur möglich.
    Praivatinteressen zählen in der SVP nicht, auch dort nicht wo es um 100.000€ Schaden für eine Verwaltung geht, denen hilft dazu noch der SVP Anwalt D…. nach.
    Südtirol und SVP Politik magst vergessen, ein Ressordirektor sagte einst: “ So eine Bande!“

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