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Zweierlei Maß?

Sepp Kusstatscher

Der Ex-EU-Abgeordnete der Grünen Sepp Kusstatscher wundert sich, dass über Straftaten, die von Ausländern begangen werden, detailgetreuer berichtet wird als bei Straftaten von Einheimischen.
Der ehemalige EU-Abgeordnete der Grünen, Sepp Kusstatscher, hat der TAGESZEITUNG eine Stellungnahme zukommen lassen, in der er ein grundsätzliches Problem aufwirft, das alle Medien betrifft:

 Wie sollen Medien mit Nachrichten über Kriminalität umgehen?

Sepp Kusstatscher, der auch für die SVP im Landtag gesessen hat, findet, dass bei Straftaten, die von Ausländern begangen werden, vielfach (zu) viele Details genannt würden, währenddem bei Straftaten, die durch Einheimische verübt werden, manchmal gar nicht berichtet werde.

Kusstatscher nennt dazu auch eine konkretes Beispiel aus Vahrn.

TAGESZEITUNG Online druckt den Brief von Sepp Kusstatscher im vollen Wortlaut ab, weil es wert ist, über dieses schwierige Thema offen und ehrlich zu diskutieren.

Der Kusstatscher-Brief: 

„Sehr geehrte Damen und Herren, beim Verfassen von Berichten über Kriminalität ersuche ich immer voraus zu bedenken: Cui bono?

Jedenfalls: Weniger wäre meist mehr.

Ich hoffe, dass in Ihren Redaktionsstuben nicht der böse Grundsatz gilt: Bad news are good news.

Der neueste Bericht über einen randalierenden und agressiven jungen Mann aus Gambia, der in der Perathonerstraße einen Busfahrer und Polizeibeamte angegriffen hat und der vom Quästor sofort ein Aufenthaltsverbot erhalten hat, ist für mich ein Beipiel, bei dem ich frage, ob so viele Details erwähnt werden müssen. Und ob diese Nachricht bei den Tagesnachrichten so oft wiederholt werden muss.

Am vergangenen Samstag, also vor gut einer Woche, wurde ein guter Bekannter von mir, ein Busfahrer, in Vahrn brutal angegriffen und niedergeschlagen. Der Schwerverletzte musste einer vier Stunden langen Operation unterzogen werden.

Der Busfahrer hatte den Auftrag, Jugendliche nach einem Maturaball nach Kastelruth und Völs zu fahren. Die Täter stammen, soweit ich informiert bin, alle aus diesen Dörfern. Jedenfalls waren keine Ausländer dabei.

Über diesen kriminellen Vorfall hat aber (tagelang) kein Medium berichtet.

Sonderbar!

Wir Südtiroler sind immer die Besten und die Ausländer sind alle kriminell und sollten nach unseren rechtsradikalen Populisten möglichst nicht nach Eruopa einreisen dürfen und müssten möglichst bald wieder abgeschoben werden, wenn sie sich nicht als anständige Bürger verhalten.

Ich bitte Sie alle, öfters den Art. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu lesen und zu beherzigen:

,Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.‘“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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