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Mejes: Bauernhöfe in Gröden

Die renovierte Stube des Hofes Paratoni in St. Christina, Gründungsbau Mitte 13. Jh. Foto Vaclav Sedy.

Ein Bewusstsein für den Wert der historischen Höfe in Gröden wecken: Das war (und ist) das Ziel, das das Museum Gherdëina mit seinem Projekt „Mejes“ verfolgt. Im Advent ist die Mejes-Ausstellung täglich geöffnet, außer Montag. Zudem hält man eine Weihnachtsaktion um den Ausstellungskatalog bereit. Und den Winterauftakt begeht man am 6. Dezember mit Geschichten rund um das winterliche Leben auf den alten Höfen.

Wenn es Winter wurde in Gröden, konzentrierte sich das Leben der Bauern verstärkt auf den Hof. Die Tiere waren von den Weiden zurück und mussten im Stall versorgt werden, endlich hatte man Zeit, Werkzeug zu flicken, und in der Stube wurde die Jahrhunderte alte Schnitztradition hochgehalten. Vor allem war es die Zeit des Geschichtenerzählens rund um den warmen Stufenofen. Weil all dies nur ein paar Jahrzehnte zurückliegt, gibt es in St. Ulrich noch Zeitzeugen, die vom winterlichen Leben auf den alten Höfen erzählen können.

Zum Advent hat das Museum Gherdëina eine Reihe von ihnen zu einem Nachmittag ins Haus der Kultur in St. Ulrich eingeladen, und zwar am Freitag, 6. Dezember, um 16.00 Uhr. Die Dorfältesten werden dabei von den Erlebnissen in ihrer Kindheit und vom winterlichen Alltag am Hof erzählen und so den in der „Mejes“-Ausstellung gezeigten historischen Bauernhöfen Leben einhauchen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Grödner Frauendreigesang und Otto Delago. Moderation von Vinzenz Senoner. In ladinischer Sprache. Der Eintritt ist kostenlos.

Beeindruckender Katalog zur Ausstellung

Noch eine zweite Adventsaktion hält das Museum Gherdëina bereit. Vor Weihnachten ist der Katalog zur „Mejes“-Ausstellung zu einem reduzierten Preis in der Ausstellung und im Museum erhältlich. Dazu gibt’s ein kostenloses Ticket für den Eintritt ins Museum zum Mit-Verschenken.

Der Katalog in Form eines aufwendig gestalteten, dreisprachigen Bildbandes mit englischsprachigem Abstrakt ist eine der Säulen des Projektes „Mejes“. Das Herzstück des Bandes bilden die eindrücklichen Schwarz-Weiß-Fotos, die der Prager Architekturfotograf Václav Šedý in den letzten Jahren von rund 70 historischen Höfen gemacht hat. Sie dokumentieren die architektonischen Besonderheiten der Höfe in allen vier Gemeinden Grödens, deren ästhethischen Wert im Einklang mit der Berglandschaft und ihren einzigartigen Charakter. Zugleich zeigen die Bilder Šedýs auch die Verwundbarkeit dieser Baudenkmäler, von denen es aufgrund der gesellschaftlichen Umwälzungen Jahr für Jahr weniger gibt. Jeder Abbruch stellt einen unwiederbringlichen Verlust für das materielle Kulturgut des Tales dar.

Neben Šedý als Urheber der Schwarz-Weiß-Bilder kommen im Bildband auch der Experte für alpine Kulturgeschichte Annibale Salsa sowie Alberto Grimoldi, Architekturprofessor am Polytechnikum Mailand, zu Wort. Darüber hinaus beleuchtet der Bozner Architekt Wolfgang von Klebelsberg die Bedeutung der Höfe als Gedächtnis einer Landschaft, während Paulina Moroder, Direktorin des Museum Gherdëina, den (nicht nur architektonischen) Wert der Höfe analysiert. Der Historiker Josef Nössing widmet sich schließlich den offenen Fragen zur mittelalterlichen Geschichte Grödens.

„Mejes“-Ausstellung länger geöffnet

Katalog wie Ausstellung sind bis dato sehr positiv aufgenommen worden. „In den Einträgen im Besucherbuch stoßen wir ausschließlich auf Rückmeldungen, in denen unsere Initiative gelobt wird und die Besucherinnen und Besucher die Bedeutung der Bewahrung unserer historischen Höfe unterstreichen“, erklärt Museumspräsidentin Marie Theres Thaler. Die seit Anfang August laufende „Mejes“-Ausstellung geht nun in ihre letzte Phase. Sie ist noch bis Ende Jänner im Haus der Kultur in St. Ulrich zu sehen. Öffnungszeiten: von Dienstag bis Freitag, jeweils von 15 bis 18 Uhr, am Samstag und am Sonntag zusätzlich auch vormittags von 10 bis 12.30 Uhr.

 

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