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Gestrichenes Südtirol


Der Landtag diskutiert über ein Zirkustier-Verbot – muss aber zuvor einen „Übersetzungsfehler“ beseitigen.

Alessandro Urzì hatte im Landtag (wieder einmal) seinen großen Auftritt. Dem gewieften Abgeordneten war sofort aufgefallen, dass an dem Beschlussantrag, der gerade zur Behandlung stand, etwas nicht stimme. Urzì erhob sich von seinem Stuhl und bemängelte, dass im deutschen Text des Antrags nur „Südtirol“ stehe und im italienischen Text „Alto Adige/Südtirol”. Im deutschen Text müsste „Südtirol/Alto Adige” stehen, damit die Übersetzung mit dem Ursprungstext übereinstimme, forderte der Abgeordnete von Fratelli d’Italia.

Weil keiner im Landtag große Lust verspürte, erneut einen Namensstreit vom Zaun zu brechen, gab es keine Widerrede. Der Einbringer des Antrags erklärte zwar, dass er „mehr auf die Substanz als auf die Form“ schaue, daher sei ihm dieser vermeintliche Übersetzungsfehler gar nicht aufgefallen. Er ersuchte dennoch um Streichung von „Südtirol“ aus dem italienischen Text.

Doch zurück zum Antrag: Der Grillino Diego Nicolini forderte darin, keine Tiere mehr in Südtirols Zirkussen zuzulassen, insbesondere sofern Tiere gezwungen werden, sich entgegen ihrer Natur zu verhalten. Der „Cirque du Soleil” und andere zeigten, wie man auch ohne Tiere die Zuschauer begeistern könne, sagte Nicolini.

Der Einsatz von Tieren im Zirkus sei eine Perversion, befand auch die Grüne Brigitte Foppa. Für den Zoo gebe es wenigstens ein pädagogisches Argument, der Zirkus sei pure Unterhaltung. 
Dem stimmte auch Alex Ploner (Team K) zu: Der Einsatz im Zirkus, die akrobatischen Übungen, das sei nicht tiergerecht.

Lega-Sprecher Carlo Vettori unterstützte das Anliegen, empfahl aber, nicht alle Veranstaltungen mit Tieren zu verbieten, etwa die Pferdekutschen während des Weihnachtsmarkts. So sah es auch die Landesregierung. Auf Wunsch von Landesrat Giuliano Vettorato beantragte Nicolini eine Vertagung, um den Antrag heute neu vorlegen zu können. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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