Du befindest dich hier: Home » Wirtschaft » „Keine faire Bezahlung“

„Keine faire Bezahlung“

Foto: 123RF.com

Die Landeshotelfachschüler sollten für ihr achtwöchiges Pflichtpraktikum im Sommer auch angemessen und verbindlich entlohnt werden. Dies fordert eine Online-Petition, die sich generell für die gesetzliche Regelung der Materie ausspricht.

Während alle anderen Oberschüler im Sommer jobben und somit etwas dazuverdienen können, schaut es für die Landeshotelfachschüler in Meran und Bruneck in dieser Hinsicht nicht immer rosig aus. Sie hängen in punkto Entlohnung vom Wohlwollen ihrer Arbeitgeber ab.

Zum genaueren Verständnis: Schülerinnen und Schüler der Landeshotelfachschulen müssen nach der 2., 3., und 4. Klasse im Sommer ein Pflichtpraktikum von acht Wochen in den Bereichen Service, Küche  und Empfang absolvieren. „Sie arbeiten dabei oft mehr als die vorgeschriebenen 40 Wochenstunden, müssen in einigen Fällen auf die freien Wochenenden verzichten und werden nach Gutdünken des Betriebes bezahlt oder nicht“, berichtet Beatrix Burger, die Mutter einer Schülerin. Burger – sie ist auch politisch bei den SVP-Arbeitnehmern und in der SVP-Frauenbewegung aktiv  – hat gemeinsam mit Ursula Lüfter aus Bruneck eine Online-Petition gestartet, die im Netz derzeit großen Zuspruch findet. Bis Mittwoch Mittag haben 230 Personen unterschrieben. „Es werden stündlich mehr“, freut sich Burger.

Die Online-Petition fordert die Landesregierung auf, für die Bezahlung der Praktikantinnen und Praktikanten eine gesetzliche Grundlage zu schaffen. „Diese fehlt nämlich bis heute“, betont Beatrix Burger. In den verschiedenen Informationsblättern empfehle die Landesregierung lediglich die Bezahlung eines „Taschengeldes“.

LESEN SIE DAS INTERVIEW MIT BEATRIX BURGER IN DER PRINT-AUSGABE.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (19)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • marting.

    die Südtiroler Hoteliere nagen am Hungertuch und dann kommen die Schüler mit solch unverschämten Forderungen

  • pingoballino1955

    Höchste Zeit die Schüler besser zu entlohnen,auch wenn sie noch lernen,sie arbeiten ja auch ! Habe dieses unverschämte Ausnützerei sowieso noch nie verstanden!

  • bernhart

    Hatte 2 Kinder in der Hotelfachschule und beide haben das Praktikum überstanden, mir ist es wichtig, dass sie etwas lernen der Gehalt ist zweitrangig, aber so wie sich Frau Burger es schreibt stimmt auch wieder nicht, meine 2 Kinder wurden auch bezahlt schönes Taschengeld.
    Frau Burger früher musste man für eine Lehrstelle bezahlen und man bekam keinen Lohn.
    Sie sind sicher nicht so alt, dass Sie das wissen, mit ihrer Petition haben sie vieleicht auch Recht,aber bedenken Sie die Kinder müssen lernen. Frauen an die Macht, das kommt raus .

    • lucky

      Gebe „bernhart“ vollkommen recht.
      Eigene Erfahrung.
      Manche Schüler der Hotelfachschule glauben wer Sie sind. Freundlichkeitg null
      und alles besser wissen. Seid wir Praktikanten (im Service) von andern Schulen haben, sind wir besser gefahren, sind freundlicher mit den Gästen und lernbereiter. Haben vielleicht die erste Woche etwas Schwierikeiten mit dem Einlernen. Natürlich werden bei uns die Praktiakanten wer seine Arbeit gut verrichtet auch dementsprechend belohnt.
      Auch wir haben selber einen Beterieb und haben selber Kinder welche die Hotelfachschule besucht haben. Unsere Kinder welche im Ausland das Praktikum gemacht haben, haben keine Enlohnung bekommen, welche in Südtirol das Praktikum gemacht sind entlohnt worden. Uns war wichtig das sie etwas lernen. Mann sollte bei manchen Diskusionen bisschen vorsichtiger sein, und nicht alle über einen Kamm rollen.
      Übrigens man kann sich ja vorher absprechen wie groß die Lohnvorstellung sein sollte.

    • andreas

      Diese Branche kenne ich nicht, in anderen ist es aber so, dass es Praktikanten gibt, welche sich die 600 Euro und ev. mehr verdienen und welche, wo es sich rechnen würde, ihnen 1.000 Euro zu geben unter der Bedingung, dass sie sich einen anderen Praktikantenplatz suchen.

      Wenn 600 Euro verpflichtend werden, wird es in anderen Branchen wohl schwieriger werden, einen Praktikantenplatz zu finden.
      Meines Wissens tun sich manche jetzt schon schwer Betriebe zu finden, welche Praktikanten nehmen.

    • josef.t

      Der Gesetzgeber soll eingreifen, sobald gewisse Standards
      nicht eingehalten werden ! Das verschulden genau die
      sogenannten „Schwarzen Schafe“, die glauben Praktikanten
      auch Personal, ((Überstunden)) kann man nach belieben
      ausnützen…..
      Ob gutgehende Betriebe genau in dieser „Branche“ ihre
      Mitarbeiter, auch Praktikanten dementsprechend teilhaben
      lassen, an den Euros (Preisen) die der Gast bezahlt, denn
      schlussendlich erarbeiten Sie die Euros auch mit ?

  • keinpolitiker

    @bernhard und @lucky

    auch ich habe einen Sohn, welcher die Hotelfachschule in Bruneck besucht hat. Er hat sein 1. Praktikum in einem 4s Hotel als Servierer gemacht und war sehr fleißig und bei den Gästen sehr beliebt. Nach 2 Wochen wurde er von der Chefin nur mehr rumgereicht, da ab dann alle Servierfachkräfte von ihrem wohlverdienten Urlaub zurückkamen.

    1. war er Urlaubsaushilfe
    2. war er nach 2 Wochen nur mehr Läufer
    3. hat er aus Gefälligkeit 9 Wochen Praktikum gemacht, da 1 Servierkraft in der Ferragostowoche krank war
    4. wurden in diesem Hotel 8 Praktikanten für die Sommermonate eingestellt, d.h. mindestens 4 – 5 fixe Arbeitskräfte eingespart
    5. hat er außer einen Händedruck und ein „alles Gute für die Schule“, keinen Cent bekommen
    6. musste ich als Vater meinen Sohn jeden Abend um 22.30 Uhr von der Arbeit holen, denn alle Fixangestellten hatten um 22.00 Uhr Feierabend und die Praktikanten mussten bis 22.30 Uhr bleiben, weil sie sonst nicht die Stunden zusammen hatten. Führerschein hat man halt mit 15 noch keinen und Busse fuhren um diese Uhrzeit auch keine mehr.
    7. hat mein Sohn nach mehrerem Nachfragen (fast schon betteln) nach 2 Monaten doch eine kleine Entschädigung bekommen.
    8. wollte mein Sohn nach diesem Erlebnis die Schule beenden, da er keinen Bock mehr auf das Gastgewerbe hatte.
    9. hat er nach überwundener Tiefe dann doch weiter gemacht und hat seine anderen Praktika (Küche und Reception) in einem anderen Betrieb gemacht, welche auch leistungsgerecht entlohnt hat und er ist auch heute noch im Gastgewerbe tätig.

    Stellen Sie sich vor, wie viel sich ein Betrieb an Lohnkosten spart, wenn er im Sommer so viele Praktikanten einstellt.

    Ich bin auf jeden Fall dafür, dass Praktikanten im Gastgewerbe eine Entlohnung bekommen sollten, denn Arbeit soll auch belohnt werden.

    Zudem haben seine Freunde alle ein Praktikum im Handwerk oder Handel gemacht, dort auch alle eine Entlohnung bekommen nur das Gastgewerbe hinkt hinterher. Anscheinend haben die Handwerker doch mehr im Kopf als die Gastwirte.

    Ich glaube, 200 – 400 Euro im Monat soll schon verpflichtend sein, das tut einem Gastwirt nichts und der Praktikant ist dementsprechend auch mehr motiviert.

    • bernhart

      Ihren verwöhnten Sohn würde ich gar nicht einstellen, denn ein Praktikum ist zum lernen und wenn er nicht gut und fleissig ist ,wird er Läufer. Die Zeit ist vorgeschrieben, und ein Betrieb kann nicht für den Heimweg sorgen , das muss vorher abgeklärt werden, Sie helfen ihren Sohn nicht wenn sie Ihn immer bemuttern , er sollte Sebständiger werden.

      • keinpolitiker

        Ach so, mein Sohn ist selbstständiger als Sie glauben. Mit 20 Chefkoch in einem guten Restaurant.
        Sie sind wahrscheinlich ein Hotelier, deshalb reden Sie so einen unsinn.

        D.h. laut Ihnen sollten alle Lehrlinge nichts verdienen, denn die sind ja alle zum Lernen im Ausbildungsbetrieb.

        Und ob mein Sohn verwöhnt ist oder nicht, geht Sie einen feuchten Dreck an, da geht es nicht ums verwöhnte werden, da geht es um ein Recht auf bezahlte Arbeitsleistung.

        • bernhart

          Ich bin kein Hotelier,ich bin ein einfacher Arbeiter, aber mit 20 Chefkoch ,Hut ab, was ist das für ein Betrieb???

          • keinpolitiker

            berhhart, es ist ein sehr guter Betrieb mit ca. 150 – 200 Essen an jedem Abend. Er wurde ins sogenannte „kalte Wasser“ geworfen, denn der Chefkoch hat nach Saisonende gekündigt und ihm wurde für die neue Saison dieser Posten angeboten.

            Da er wirklich fleißig und voll motiviert war, hat er die Herausforderung angenommen und super gemeistert. Man bedenkt, mit dem 1. Praktikum in einem 4s Hotel, wollte er das Gastgewerbe hinschmeisen und dieser Betrieb hat ihn dann gefördert, mit einer leisungsgerechten Entlohnung und viel Verantwortung. Er hat beide anderen Praktikums (Koch und Reception) in diesem Betrieb gemacht.

            Aber solche Betriebe gibt es leider nicht viele.

  • holzmichl

    Bernhard

    Ja so läuft es im Gastgewerbe, für 2 Monate Arbeit ( Juli – August) wurde ein Gesamtlohn von 400 Euro ausbezahlt für 9 – 10 Stunden täglich für 6 Tage, am Ende er Arbeitszeit wollte mein Sohn seinen Anteil vom Trinkgeldschwein… Antwort vom Chef. “ nur das Stammpersonal hat Anrecht auf Trinkgeld….. die Gastwirte sollten sich nicht wundern, es gibt kein einheimisches Personal mehr, jedes Hotel von ** – bis ***** Sternen fast alles Ausländer. Ich arbeite seit 40 Jahren in diesen Sektor, bin der EINZIGE aus Südtirol.

  • holzmichl

    Sorry, der einzige Südtiroler in diesen Hotel wo in arbeite.

  • keinpolitiker

    Ja @holzmichl, du hast Recht.

    Und am Ende der Saison stehen wieder die Kräne vor der Hoteltür und die neuen Sportwagen von Chefin und Kinder.

  • holzmichl

    Ich schreibe selten in diesen Forum, aber zur Zeit habe ich mal einen Tiefpunkt. Warte auf mein Arbeitslosengeld was noch immer nicht ausbezahlt wurde. Ja, wir im reichen Südtirol als Hotelangestellte ( bin ja nur Abspüle) schlafe in einen Abstellkammer ohne Fenster, das Kloopapier nehme ich von Zuhause mit, nachdem wir vorgeworfen wurde was ich mit soviel Kloopaper eigentlich mache. Wollte bereits einige Male Hotel wechseln, aber folgende Personen werden eingestellt müssen folgende Voraussetzungen haben ( jung – flott – dynamisch ) habe ich alles nicht, auch besonders gebildet bin ich auch nicht.Also muss ich wohl dort bleiben bis zur Rente, habe bereits 40 Jahre in dieser Branche samt Arbeitslosenzeit, mein Fehler hätte das Arbeistlosengeld in eine private Versicherung einzahlen sollen, aber konnte mir das nicht leisen, also gehe ich 2028 in Rente mit 67 Jahren mi insgesamt 51 Jahren ( Arbeitszeit+Arbeitslosenzeit)

  • bernhart

    Holzmichl, wenn das stimmt was du schreibst, dann hättest du schon lange das Hotel wechseln müssen, denn ein Zimmer ohne Fenster ist wie ein Gefängnis,was sind das für Leute. bei uns hat jeder Angestellter ein Einzelzimmer oder maximal ein Doppel belegtes Zimmer, und Klopapier nicht zu reden, auch an den freien tagen können die Mitarbeiter zum Essen kommen..
    Die Mitarbeiter sind wichtig und müssen gut versorgt werden, dann stimmt auch die Arbeit.

    • keinpolitiker

      Ach so und Praktikanten sind keine Mitarbeiter???

      Sie wissen ja selber nicht was Sie reden…. klar, Sie sind ja Hotelier. In ihrem Betrieb würde ich als Praktikant schon gar nicht anfragen, das spricht sich in den Schulen schnell herum und als Betrieb wirst du auch schnell schlecht gemacht.

  • ronvale

    Da hat sich die Lobby der Hoteliers ja billige Arbeitskräfte gesichert.

    Da es sich um ein Zwangspraktikum handelt, kann man dies Leistung fest einplanen.

    @bernhart
    Früher gab es auch bei uns Kinderarbeit , was sollen wir daraus schließen ?

    Mit derartigen Vergleichen könnte man ja alles rechtfertigen, es geht in dem Artikel um die Ungleichbehandlung von Jugendarbeit

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen