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„Busfahrer hauen ab“

„Die Busfahrer hauen ab, weil sich seit Jahren alles nur verschlechtert“, klagt Anna Perkmann vom AGB/Cgil. Ein Busfahrer verdient 1.400 Euro netto.

Die Generalsekretärin der Transportgewerkschaft, Anita Perkmann, weist darauf hin, dass „bereits krankheitsbedingt Busse ausfallen. Ohne Fahrer nützten auch die schönsten Mobilitätspläne und die besten Elektro- oder Wasserstoffbusse nichts“.

„Auch die SASA bemerkt, dass die Bezahlung einfach zu niedrig ist. In den letzten 10 Jahren hat es nur eine Kollektivertragserneuerung gegeben. Im Schnitt fehlt den im Transport Beschäftigten in diesem Zeitraum zwischen 150-180 Euro Brutto, unmöglich allein den Kaufkraftverlust auszugleichen“, betont die Generalsekretärin.

„Die Produktivität der Busfahrer ist hoch und auch die ‚Betriebsmittel‘, das heißt die Busse, kosten der SASA nichts, da sie vom Land bezahlt werden“, so Perkmann weiter. Die Busfahrer bekommen 1.400 Euro netto, wobei die Zweisprachigkeitszulage von etwas über 100 Euro und an die 50 Euro Überstunden inbegriffen sind. Auf 1.700 Euro kommt ein Busfahrer zudem erst nach 21 Dienstjahren.

SASA könnte als öffentlicher Betrieb durch ein territoriales Zusatzabkommen mit gutem Beispiel vorangehen, so der AGB/Cgil. Die Gewerkschaften haben bereits einige Vorschläge eingebracht. Auch bezahlen die meisten privaten Busunternehmen den ausländischen Fahrern ein Einstiegsgehalt zwischen 1.800 und 2.200 Euro.

Auch wenn es europaweit schwierig ist Busfahrer zu finden, wie die SASA bekräftigt, dürfte das Problem eher hausgemacht sein. „Keine Anreize Privat- und Familienleben unter einen Hut bringen, immer schlechtere Turnusse, keine ausreichenden Pausen, ständige Überstunden und zudem eine schlechte Entlohnung sind die Gründe für den Wechsel des Arbeitgebers“, erklärt die Generalsekretärin.

Vor 5 Jahren betrug die Arbeitszeit 6.30 Stunden im Schnitt bei einer 6 Tage Woche inzwischen ist man bei 7.30 und mehr angelangt, und dies ohne Abkommen zum Stundenausgleich. Die Ferienrotation wird auch seit Jahren ignoriert genauso wie die korrekte Anwendung des Kollektivvertrags, so Perkmann.

„Die SASA hat sich selbst einen Teufelskreis geschaffen, den wir seit mehreren Jahren auch mit Streiks anprangern. Dass die Busfahrer letztendlich kündigen, ist verständlich, denn es interessiert die Betriebsführung anscheinend nicht, wie die Busfahrer arbeiten“, betont Perkmann.

„Die SASA wird als öffentlicher Betrieb auch mit unseren Steuergeldern finanziert und die Einsparungen bei Personalkosten und Instandhaltung der Busse sind nicht nachvollziehbar. Die Mitarbeiter verlangen ein klares Signal von der Direktion, dass ihnen die Mitarbeiter wichtig sind“, so Perkmann abschließend.

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