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Die erste Unwetter-Bilanz

Foto: LFV

Der Zivilschutzstatus für das ganze Land wurde am Dienstag von Voralarm Bravo auf die Aufmerksamkeitsstufe Alfa gesenkt. Noch sind 1.000 Haushalte ohne Strom.

Das sind die neueste Infos aus dem Landeswarnzentrum:

In der Bewertungskommission im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde um 12.00 Uhr beschlossen, den Zivilschutzstatus von der dritten Stufe Voralarm (Bravo) auf die zweite Stufe Aufmerksamkeit (Alfa) zurückzustufen.

Das sind die wichtigsten News im Telegrammstil:

👉 Der Zivilschutzstatus für das ganze Land von Voralarm „Bravo“ auf Aufmerksamkeitsstufe „Alfa“ gesenkt.
👉 Nach einer ersten Bilanz wurden vom 12. bis 19. November von 4.000 Freiwilligen Feuerwehren 🚒 rund 3.000 Einsätze durchgeführt, 90 Prozent aller Freiwilligen Feuerwehren standen in dieser Zeit im Einsatz
👉 An der Behebung der Verkehrsprobleme wird derzeit noch gearbeitet, so sind aktuell 30 Straßen gesperrt.
👉 Der Landesstraßendienst ist mit 500 Mitarbeitern und 250 Fahrzeugen im Einsatz.
👉 Noch 1.000 Haushalte ohne Strom

Die Landesregierung hat indes am Dienste eine Zwischenbilanz über die Einsätze der vergangenen Tage gezogen.

„Die Niederschlagsmenge der vergangenen Tage, die normalerweise in ein oder zwei Monaten zusammenkommt, ist auf einen noch lockeren nicht vereisten Boden gefallen. Deshalb ist weiterhin Vorsicht geboten, wie die Warnstufe Alfa vorgibt“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung bei der eine Zwischenbilanz über die Einsätze der vergangenen Tage gezogen wurde. Der Landeshauptmann forderte die Bevölkerung dazu auf, auf Verkehrswegen und im freien Gelände aufmerksam zu sein und die Nähe von Wäldern und das Hochgebirge zu meiden.

„Die Lage hat sich seit gestern und über Nacht beruhigt, allerdings können aufgrund der gesättigten Böden weiterhin lokal Phänomene wie Rutschungen, Steinschläge, Gleitschneerutsche und Baumstürze auftreten“, fasst der Vorsitzende der Bewertungskonferenz und Koordinator des Landeswarnzentrums, Willigis Gallmetzer, die Situation zusammen.

Vorbeugungsmaßnahmen haben sich bewährt

„Wir haben, bezogen auf das Ausmaß des Ereignisses, noch Glück gehabt. Es gab keine schwer Verletzten und auch die Sachschäden an Straßen oder Häusern halten sich in Grenzen“, resümierte Landeshauptmann Kompatscher. „Die Prävention der vergangenen Jahre und die jährlichen Investitionen von rund 30 Millionen Euro in Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen haben Wirkung gezeigt“, unterstrich Kompatscher und lobte alle, die im Einsatz waren: „Mit Stolz können wir sagen, dass der Einsatz aller Organisationen besonders auch der ehrenamtlichen und des Zivilschutzes hervorragend funktioniert hat.“

90 Prozenten aller Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz

Zwischen dem 12. und 19. November, berichtet der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols in einer vorläufigen Bilanz, wurden rund 3000 Einsätze gezählt, dabei waren über 4000 Feuerwehrleute im Einsatz. 273 Freiwillige Feuerwehren waren eingesetzt, das sind rund 90 Prozent aller Freiwilligen Feuerwehren Südtirols. Die Bezirkseinsatzzentralen waren mit 78 Feuerwehrleuten besetzt, die Landeseinsatzzentrale war vom 15. bis 19. November mit 15 Personen besetzt.

Fast 7000 Anrufe in der Verkehrsmeldezentrale

In der Verkehrsmeldezentrale gingen vom 13. und 19. November 6971 Anrufe ein, die von jeweils vier Personen beantwortet wurden. Die meisten Anrufe (1459) wurden am ersten Tag (13. November) gezählt. Die Zahl der Abnehmer ohne Strom sinkt und lag zuletzt bei 1200. 46 Aggregate der Edyna sind in Betrieb.

Noch 30 Straßen gesperrt, Straßendienst im Einsatz

Um die 30 Straßen sind derzeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wenn man Passstraßen dazurechnet, sind es mehr 40. Der Straßendienst war pausenlos im Einsatz, um die Straßen von Schnee, Gestein und Bäumen zu räumen, zu sichern und befahrbar zu halten. Vom 13. bis 18. November wurden 38.220 Einsatzstunden gezählt. 478 Straßenwärter und 19 Techniker des Straßendiensts arbeiteten für sichere Straßen und dafür 254 Schneeräumfahrzeuge, Schneefräsen und Streufahrzeuge benutzt. Dabei wurden 78.000 Kilometer zurückgelegt und 4680 Tonnen Salz und 1404 Tonnen Kies ausgebracht. Der geschäftsführende Direktor der Landesabteilung Straßendienst, Philipp Sicher, schätzt die Kosten auf 675.640 Euro.

Alle drei Bahnlinien zeitweise außer Betrieb

Bereits am Mittwoch musste die Bahnlinie im Pustertal gesperrt werden. Am Donnerstag verkehrten dort zeitweise einzelne Züge. Am Freitag kam die Sperrung der Brennerbahnlinie und der Meraner Bahnlinie hinzu, die in Bozen wegen einer Mure blockiert waren. Am Samstag musste schließlich auch die Vinscher Bahn am Vormittag stehen bleiben. Am Nachmittag fuhren dann im Vinschgau und auf der Brennerstrecke wieder Züge. Am Sonntag war die Bahn in Franzensfeste und später bei Villanders unterbrochen und die Vinschger Bahn musste wieder gesperrt werden. Bei allen Ausfällen der Bahn wurden ersatzweise Busse eingesetzt. Reguläre Fahrten waren aber wegen der Straßenverhältnisse kaum möglich. Während der Sperren wurden die Gleise freigeschaufelt, herabgestürzte Äste und Bäume beseitigt.

Pustertaler Bahnlinie: Zwei Erdrutsche und ein entgleister Zug

Am Montagmorgen wurde der Bahnverkehr auf der Brennerlinie schrittweise wieder aufgenommen und die Vinschger Bahn zu Mittag wieder geöffnet. Verschlimmert hat sich die Situation allerdings für die Bahn im Pustertal. Dort fuhr der am Morgen gestartete Zug zwischen Mühlbach und Kiens auf eine Mure auf und entgleiste. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Bahnlinie ist seither auf der gesamten Strecke gesperrt. Ein Erdrutsch bei Oberolang hat heute Mittag die Gleise der Pustertaler Bahnlinie freigelegt. Damit ist die Bahn auch in diesem Abschnitt gesperrt. Ebenfalls noch bis 8. Dezember gesperrt bleibt die Bahnverbindung von Innichen nach Lienz.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • malwasneues

    Was würden wir ohne die zahlreichen Freiwilligen machen?
    Deren Dienst und Einsatz wäre niemals mit öffentlichen Mitteln finanzierbar!

    Ein großes DANKESCHÖN an alle, die selbstlos ihre Zeit für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Das ist alles andere als selbstverständlich.
    Ihr seid durch nichts zu ersetzen!

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