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Umstrittene Ehre

Vintl bekommt mit Lorenz Niedermair einen Ehrenbürger: Allerdings gingen die Meinungen über die Ernennung im Gemeinderat auseinander.

von Silke Hinterwaldner

Der Antrag kam vom Pfarrer. Unterstützung gab es auch von der KVW-Ortsgruppe Vintl, von der Schützenkompanie und vom Pfarrgemeinderat. Ihr gemeinsames Anliegen: Sie haben bei der Gemeinde Vintl den Wunsch deponiert, Lorenz Niedermair zum Ehrenbürger zu ernennen.

Lorenz Niedermair wird bald 80 und schaut auf ein Leben mit Blick auf die Vereine und die Dorfgemeinschaft zurück: er war Gründungsmitglied und Hauptmann der Schützenkompanie Bartmä von Guggenberg, er gründete die KVW-Ortsgruppe, er arbeitete in der Kirche als Mesner, er war tätig für die Feuerwehr, die Musikkapelle, die Frontkämpfer und publizierte einige Bücher zur Geschichte des Ortes. Für Bürgermeister Walter Huber ist deshalb klar: „Die Verdienste von Lorenz Niedermair sind unbestritten. Wir möchten auch ein Zeichen der Wertschätzung für die ehrenamtliche Tätigkeit setzen.“

Aber als es am Montagabend im Rathaus in Niedervintl darum ging, ob Lorenz Niedermair tatsächlich zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt werden soll, schieden sich die Geister. Die SVP stimmte zwar für die Antrag, aber von der Opposition kam Gegenwind: ein Gemeinderat verließ vor der Abstimmung den Saal, ein anderer stimmte dagegen, vier enthielten sich der Stimme. „Ich wollte nicht, dass in Zusammenhang mit dieser Entscheidung mein Name auftaucht“, sagt Friedrich Arbter. Der Gemeinderat der Liste Unabhängig hatte den Saal verlassen, „weil“, wie er sagt, „es auch andere gibt, die gute Sachen gemacht haben. Und in diesem Fall war nicht immer alles gut.“

Auch wenn es anstatt eines  einstimmigen Beschlusses in dieser Angelegenheit einen kleinen Eklat im Gemeinderat gab –  Lorenz Niedermair soll trotzdem Ehrenbürger der Gemeinde werden. Und Bürgermeister Walter Huber fügt hinzu, dass man sich nun sehr wohl auch in den anderen Fraktionen Gedanken darüber machen sollte, wer noch eine solche Auszeichnung verdient hätte.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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